Dämon

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Dämonen sind gefallene geistige Engelwesen.

Lehre

Dämonen sind nach kirchlicher Lehre gefallene Engel. Sie haben sich von Gott abgewandt und sich freiwillig dem Teufel, der ebenfalls ein gefallener Dämon ist, unterstellt.

Einschlägige Bibelstellen

Der Teufel

  • Der Teufel war ein Menschenmörder von Anbeginn, er steht nicht in der Wahrheit, weil in ihm nicht Wahrheit ist. Der Teufel ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge.[1]
  • Es tarnt sich selbst der Satan als ein Engel des Lichtes.[2]
  • Seid nüchtern und wachet! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.[3]

Das NT differenziert sehr deutlich stets zwischen Kranken und Besessen:

Heilungen und Exorzismus

Matthäus 9, 32-33

32 Da nun diese waren hinausgekommen, siehe, da brachten sie zu ihm einen Menschen, der war stumm und besessen. 33 Und da der Teufel war ausgetrieben, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Solches ist noch nie in Israel gesehen worden. 34 Aber die Pharisäer sprachen: Er treibt die Teufel aus durch der Teufel Obersten.

Matthäus 12, 22-24

22 Da ward ein Besessener zu ihm gebracht, der ward blind und stumm; und er heilte ihn, also daß der Blinde und Stumme redete und sah. 23 Und alles Volk entsetzte sich und sprach: Ist dieser nicht Davids Sohn? 24 Aber die Pharisäer, da sie es hörten, sprachen sie: Er treibt die Teufel nicht anders aus denn durch Beelzebub, der Teufel Obersten.

Markus 1, 23-28

23 Und es war in ihrer Schule ein Mensch, besessen von einem unsauberen Geist, der schrie 24 und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu verderben. Ich weiß wer du bist: der Heilige Gottes. 25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! 26 Und der unsaubere Geist riß ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm. 27 Und sie entsetzten sich alle, also daß sie untereinander sich befragten und sprachen: Was ist das? Was ist das für eine neue Lehre? Er gebietet mit Gewalt den unsauberen Geistern, und sie gehorchen ihm. 28 Und sein Gerücht erscholl alsbald umher in das galiläische Land.

Markus 1, 32-34

32 Am Abend aber, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm allerlei Kranke und Besessene. 33 Und die ganze Stadt versammelte sich vor der Tür. 34 Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Seuchen beladen waren, und trieb viele Teufel aus und ließ die Teufel nicht reden, denn sie kannten ihn.

Markus 9, 17,-29

17 Einer aber aus dem Volk antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. 18 Und wo er ihn erwischt, da reißt er ihn; und er schäumt und knirscht mit den Zähnen und verdorrt. Ich habe mit deinen Jüngern geredet, daß sie ihn austrieben, und sie können's nicht. 19 Er antwortete ihm aber und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch tragen? Bringet ihn her zu mir! 20 Und sie brachten ihn her zu ihm. Und alsbald, da ihn der Geist sah, riß er ihn; und er fiel auf die Erde und wälzte sich und schäumte. 21 Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist's, daß es ihm widerfahren ist? Er sprach: Von Kind auf. 22 Und oft hat er ihn in Feuer und Wasser geworfen, daß er ihn umbrächte. Kannst du aber was, so erbarme dich unser und hilf uns! 23 Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. 24 Und alsbald schrie des Kindes Vater mit Tränen und sprach: Ich glaube, lieber HERR, hilf meinem Unglauben! 25 Da nun Jesus sah, daß das Volk zulief, bedrohte er den unsauberen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, daß du von ihm ausfahrest und fahrest hinfort nicht in ihn! 26 Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und er ward, als wäre er tot, daß auch viele sagten: Er ist tot. 27 Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf. 28 Und da er heimkam, fragten ihn seine Jünger besonders: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 29 Und er sprach: Diese Art kann mit nichts ausfahren denn durch Beten und Fasten.

Markus 9, 25-27

25 Da nun Jesus sah, daß das Volk zulief, bedrohte er den unsauberen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, daß du von ihm ausfahrest und fahrest hinfort nicht in ihn! 26 Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und er ward, als wäre er tot, daß auch viele sagten: Er ist tot. 27 Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.

Lukas 6, 17-19

17 Und er ging hernieder mit ihnen und trat auf einen Platz im Felde und der Haufe seiner Jünger und eine große Menge des Volks von allem jüdischen Lande und Jerusalem und Tyrus und Sidon, am Meer gelegen, 18 die da gekommen waren, ihn zu hören und daß sie geheilt würden von ihren Seuchen; und die von unsauberen Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund. 19 Und alles Volk begehrte ihn anzurühren; denn es ging Kraft von ihm und er heilte sie alle.

Lukas 11, 14-15

14 Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. 15 Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel.

Krankheit oder Besessenheit

Andere erleiden Tobsuchtsanfälle und Krampfzustände[4] oder sind mondsüchtig.[5] Jesus unterscheidet stets sorgfältig zwischen Krankheit und Besessenheit und dementsprechend auch zwischen der Vollmacht, Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben.[6] Nicht jede Krankheit wird im Neuen Testament auf den Einfluß böser Geister zurückgeführt. Alle Krankheiten aber sind insofern Werke des Teufels, als sie charakteristisch sind für „diese Welt“, deren Fürst der Satan ist.

In diesem Sinne sagte Jesus von der Frau, „die schon achtzehn Jahre einen Geist des Siechtums hatte“ und gekrümmt war, daß sie „der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hielt“.[7] Jesus Christus erwies seine messianische Sendung vornehmlich in der Austreibung der bösen Geister und verlieh die Vollmacht dazu den zwölf Aposteln,[8] den 72 Jüngern[9] und schließlich seiner Kirche als Zeichen seines Sieges über den Satan, den Herrscher dieser Welt".[10]

Daß Jesus Krankheit und Besessenheit nicht einfach identifiziert, sondern die Besessenheit als ein Phänomen eigener Art betrachtet, „geht aus dem Vergleich zwischen Krankenheilung und Exorzismus hervor, und zwar besonders klar dort, wo Kranke und Besessene gleiche Symptome aufweisen: Man vergleiche etwa die Heilung eines Taubstummen[11] mit dem Exorzismus am taubstummen Besessenen.[12]

Den Kranken steht der Herr als teilnahmsvoller, gütiger Arzt gegenüber; das gebietende Wort, die heilende Gebärde sind stets an sie selbst gerichtet. Ganz anders bei den Besessenen. Hier wendet sich Jesus gegen ein verborgenes, unheilstiftendes Wesen, das eindeutig als Urheber des pathologischen Verhaltens bezeichnet wird.[13] Er stellt ihm Fragen[14] oder gebietet ihm Schweigen,[15] bedroht es,[16] wirft es hinaus,[17] verbannt die zuweilen in Scharen in einem einzigen Besessenen hausenden Dämonen in eine Schweineherde.[18] Von dem Besessenen hinwieder wird gesagt, daß er einen bösen, einen unreinen Geist hat,[19] daß dieser in ihm wohnt[20] und sowohl das Verhalten als die Aussagen des Besessenen entscheidend bestimmt.

Beim Nahen des Herrn befällt ihn eine oft bis zum Paroxysmus gesteigerte Furcht; er wirft sich zu Boden,[21] fleht um Gnade, Aufschub, Schonung.[22] Er behauptet, das übernatürliche Wesen des Herrn zu kennen;[23] er wehrt sich, läßt an seinem Opfer noch einmal seine ganze ohnmächtige Wut aus,[24] muß aber auf das Machtgebot des Herrn, das zuweilen sogar in die Ferne wirkt[25] weichen, so groß die Zahl seiner Verbündeten auch sein mag. Alle diese Aussagen machen es dem Exegeten, ja dem gewissenhaften Historiker unmöglich, die Realität der Besessenheit auch nur im geringsten in Frage zu stellen.

Literatur

  • Christlicher Glaube und Dämonenlehre. 1975
  • Ich sende meinen Engel - Gebete zu den hl. Engeln und Exorzismus. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1991
  • Unterscheidung der Geister, FE-Medienverlag
  • Berger, Klaus: Michael Ende - Heilung durch magische Phantasien. clv, Bielefeld 1985
  • Giacomo Biffi: Der Antichrist verwässert Glaubenswahrheiten
  • Goodman, Felicitas D.: Anneliese Michel und ihre Dämonen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1993
  • Grötzinger, Richard: Talismanische Dämonologie. Verlag Richard Schikowski, Berlin 1985
  • Ferdinand Holböck: Gute und böse Geister. Ihre Existenz und Wirksamkeit: in: Hans Pfeil (Hrsg.) Unwandelbares im Wandel der Zeit, 20 Abhandlungen gegen die Verunsicherung im Glauben Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg , Band II: 1977, S. 286-324
  • Kolakowski, Leschek: Gespräche mit dem Teufel. R. Piper Verlag, München 1975
  • Petersdorf, Egon von: Dämonologie (2 Bdd.). Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1995
  • Reisner, Erwin: Der Dämon und sein Bild.
  • Rodewsky, Adolf: Der Teufel ernst genommen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 2001
  • Siegmund, Georg: Exorzisten und Psychiater - Neue Fallbeispiele. Christiana-Verlag, Stein am Rhein
  • Siegmund, Georg: Von Wemding nach Klingenberg - Vier weltberühmte Fälle von Teufelsaustreibungen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1985

Verweise

  • Dämon


Einzelnachweise

  1. Joh. 8, 44
  2. 2. Kor. 11, 14
  3. 1. Petr. 5, 8
  4. Lk 4,35
  5. Mt 17,15
  6. Lk 13, 32
  7. Lk 13, 11-16; vgl. Apg 10, 38
  8. Mt 10, 8
  9. Lk 10, 17 ff
  10. Mk 16, 17; Apg 8, 7 / 16, 16 ff
  11. Mk 7, 33 ff
  12. Mk 9, 25
  13. Mk 9, 18; Lk 13, 16
  14. Mk 5, 9
  15. Mk 1, 25
  16. Mk 1, 25
  17. Mk 1, 34
  18. Mk 5, 11 f
  19. Mt 9, 32
  20. Lk 11, 26
  21. Mk 5, 6
  22. Mt 8, 29-31
  23. Mk 1, 24+34 / 3, 12 / 5, 7
  24. Mk 1, 26 / 9, 26
  25. Mk 7, 29