Schlesische Kriege (Aufsatz)

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Die "Schlesischen Kriege" Friedrichs II.

Die "Schlesischen Kriege" des Königreichs Preußen waren ein Verbrechen am Reich, sie sind als Prototyp des modernen Vernichtungskrieges zu betrachten und sie legten den Grund für die Zerrüttung Deutschlands und ganz Europas.

Außenpolitische Aufgaben Preußens

Als Kronprinz Friedrich nach dem Tode seines Vaters, des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. am 31. Mai 1740 die Herrschaft Preußens übernahm, konnte er auf dem Fundament kluger und verantwortungsbewußter Politik seiner drei Vorgänger aufbauen. Vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm geht über den sodann zum König erhobenen Kurfürsten Friedrich III. bis hin zum Soldatenkönig eine Kette der Aufbauleistung und Konsolidierung des Hausbesitzes, die vielfach beschrieben worden ist.

Auch außenpolitisch war das Feld wohlbestellt. Die Vorgänger hatten ihr Interesse an der Etablierung des souveränen Königtums mit ihrer Verpflichtung zur Reichs- und Kaisertreue erfolgreich verbunden und innere Stabilität mit außenpolitischem Erfolg vereinigt. Dabei war ihre Regierungstätigkeit von erheblichen Risiken begleitet worden. Zur Zeit der Königsberger Krönung waren die Kampfhandlungen des Großen Nordischen Krieges, der die Hohenzollernlande erheblich in Mitleidenschaft ziehen sollte, bereits im Gange, bald danach begann der Spanische Erbfolgekrieg, der als ein eigentlicher erster Weltkrieg zu betrachten ist.

Der Verlauf des Dreißigjährigen Krieges war allen Akteuren bestens bekannt und gerade das Haus Hohenzollern hatte damals erfahren, wie tief auch ein gut ausgestatteter Reichsfürst fallen kann. Aus diesem und aus dem 3. Nordischen Krieg hatten die Hohenzollern die Lehre gezogen, daß eine kluge und vorausschauende aktive Bündnispolitik von ausschlaggebender Bedeutung für die Bestandwahrung ist. Da der Dreißigjährige Krieg die Notwendigkeit des Reiches als Solidar- und Verteidigungsgemeinschaft gezeigt hatte, bauten der Große Kurfürst, sein Sohn und sein Enkel ihre erfolgreiche Politik stets auf Reichstreue auf.

Die Aufgaben, vor denen sie gestanden hatten, waren vielfältig. Doch fast alle wurden mit vorsichtiger und doch tatkräftiger Politik bewältigt. Es kann an dieser Stelle nicht reflektiert werden, ob der Griff nach der Königskrone zum Segen oder Fluch für die Hohenzollern wurde. Daß sie gewonnen wurde, und zwar in Harmonie sowohl mit Kaiser und Reich als auch mit dem einzigen Nachbarstaat Preußens, dem Königreich Polen, war zunächst einmal ein außerordentlicher politischer Erfolg. Ebenso erfolgreich war die schrittweise territoriale Konsolidierungspolitik. Es sei nur an den Erwerb Hinterpommerns im Westfälischen Frieden und den Erwerb Stettins im Stockholmer Frieden erinnert. Sicherlich wäre im Sinne der Ziele des Hauses mehr wünschenswert gewesen, doch ließen sich die Vorfahren Friedrichs von der Maxime leiten, daß ein sicherer, auf Recht gegründeter Gewinn langfristig von entschieden größerem Wert ist als ein Raub, der zur Revanche herausfordert und erhebliche Risiken birgt.

Trotz der mageren Ausbeute im Friede von Riswik, der den Pfälzischen Krieg (1688 - 1697) beendet hatte, verpflichtete sich Brandenburg zur Kaiser- und Reichstreue, welches zu dieser Zeit von dem immer aggressiveren Frankreich hart bedrängt wurde. Diese Politik war erfolgreich, denn in den Kriegen vom Pfälzer Krieg bis zu den ausgedehnten Kämpfen des Spanischen Erbfolgekrieges hielten die reichstreuen Kräfte stand, ja, es gelang Teile der französischen Beute wieder unter den Schirm des Reiches zu bringen. Preußen war seinen außenpolitischen Zielen ebenfalls näher gekommen, und was für den Bestand des Hohenzollernstaates noch wichtiger war, die innere Konsolidierung, die der Große Kurfürst begonnen hatte, waren von Friedrich I. und dem Soldatenkönig erfolgreich fortgesetzt worden. Die Position der Krone war in allen Territorien unbestritten, die Landstände hatten selbst im aufmüpfigen Preußen viele ihrer Vorrechte an den König übertragen müssen und wirtschaftlich war die Monarchie durch die unermüdliche Sorge der Herrscher gesundet.

Der Soldatenkönig hatte ökonomisches Genie mit politischer Klugheit zu verbinden gewußt und dem gesunden Preußenstaat im Frieden von Stockholm Stettin und die Odermündung gewonnen.[1] Dies war trotz der nicht beträchtlichen Größe der Territorien ein großer Gewinn für die Monarchie, war doch der langersehnte große Ostseehafen gewonnen. Nun konnte der Brandenburgische Ostseehandel über Stettin geführt werden und Wohlstand und Handel begannen zu blühen.

Französischer Drang nach Osten

Der Machtantritt Friedrichs

Wie war die Sicherheitslage des Reiches beim Machtantritt Friedrichs II.? Bekanntlich hatte der Dreißigjährige Krieg das Imperium erheblich geschwächt. Doch die Hauptziele seiner Feinde waren nicht erreicht worden. Ihnen war es um die vollständige Beseitigung der Macht des Kaisers und den Raub riesiger deutscher Gebiete, wie z.B. ganz Böhmens gegangen. Diese Ziel hatten sie nicht erreicht, wenn auch wertvolle, ja unersetzliche Territorien dem Reiche verloren gegangen. Auch die Macht des Kaisers war sicherlich geschwächt, wenn auch längst nicht in dem Maße, wie meist behauptet wird. Vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte der Kaiser die Kräfte des Reiches kaum einmal zu Angriff oder Verteidigung zusammenfassen müssen, vor der Reformation hatte es keine nennenswerten Herausforderungen an die Reichssicherheit gegeben, so daß man von einer jahrhundertelangen Friedenszeit für das Reich vor dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges reden kann.

Der Dreißigjährige Krieg hatte Deutschland jedoch tiefgreifend verändert. Vielleicht die wichtigste Veränderung war die teils bereits manifeste, teils sich andeutende raumpolitische Abtrennung des heutigen Norditaliens vom deutschen Reichskorpus. Die Schweiz hatte die völlige Unabhängigkeit vom Reich erlangt, sie fiel sowohl als Verbindungsraum nach Italien als auch für die Reichsverteidigung aus. Die egoistische, weitgehend calvinistisch motivierte Sezessionspolitik wichtiger Territorien stellte das Reich vor erhebliche Probleme. Zudem hatte sich der Kalvinismus trotz des großartigen Sieges über das extremprotestantische Rebellentum in Böhmen nicht nur halten, sondern auch insoweit durchsetzen können, als er in das Reichsreligionsrecht aufgenommen wurde. Dies war der größte Schaden für das Reich in dem verlustreichen Westfälischen Frieden, denn der Kalvinismus ist in seinem Wesen eine reichs- und kaiserfeindliche Ideologie.

Worin manifestieren sich diese ideologischen Züge? Zum einen war natürlich der Katholizismus sowohl die Quelle des Reichsrecht als auch gemeinsame geistig-weltanschauliche Grundlage ganz Europas, ja das Fundament Europas schlechthin.

Daß eine Herauslösung bestimmter Stände und Territorien das Reich und damit Europa ungeachtet besonderer Umstände gefährden muß, versteht sich von selbst. Diese Gefährdung hatte aber Abstufungen, denn der überwiegende Teil der protestantischen Reichsstände blieb reichstreu und verhielt sich auch reichstreu. Der Kalvinismus aber zerstörte langfristig diese Basis weitgehend, da er die reichsfeindliche Lehre von der Volksouveränität entwickelte. Diese haltlose, in der Realität stets scheiternde Lehre mußte im Verein mit demokratischen Tendenzen naturgemäß nicht nur das Reich sondern auch ganz Europa in höchste Gefahr bringen, da sie geeignet war, alle destruktiven Energien zu entfesseln, die bereits im Bauernkriege in anderem Zusammenhange sich geregt hatten.

Die Vorstellung, daß ein Territorium sich aus dem Reiche herauslöst, war dem Mittelalter ebenso fremd wie der Gedanke, sich willkürlich irgendwelche Körperteile zu entfernen,[2] das grundlegende Gebot der Reichsharmonie verbot egoistische, reichsfeindliche Überlegungen. Das Aufgehen in der Reichsharmonie führte andererseits auch zu einer gewissen Genügsamkeit am herrlichen Reichsgebilde - nach den weitgehend im Rahmen eines Verschmelzungsprozesses erfolgten Reichserweiterungen z.B. mit Schlesien dehnte sich das Reich nicht mehr aus, sondern begann unmerklich zu schrumpfen. Der die Reichstreue leugnende Kalvinismus gab den Anstoß für das reichsfeindliche Verhalten der protestantischen Obrigkeiten.

Im Falle von Brandenburg wirkte sich die Kalvinisierung von 1613 besonders reichsgefährdend aus, da es im Jahre 1618 ohne Widerstand durch das Reich das Herzogtum Preußen erbte, das dadurch de facto ebenfalls calvinistisch wurde. Zwar wurde die Bevölkerung weder in Brandenburg noch in Preußen direkt zum calvinischen Glauben genötigt, doch durch Bruch des Indigenats-Rechts und das notorische Streben des Adels zum Hofe erfolgte eine schleichende Aushöhlung des überkommenen Luthertums. Für die Brandenburger Hohenzollern war der Erwerb des seit 1466 de facto außerhalb des Reichs liegenden Preußens ein Hauptgewinn, hatten sie doch nun eine für Kaiser und Reich unerreichbare Basis für ihre reichsfeindlichen Aktivitäten. Ungeheuer gewinnbringend war die Tatsache, daß weder der katholische Kaiser, noch der katholische König von Polen irgend etwas gegen diese für beide höchst bedrohliche Konstellation unternahmen und den neuen Status quo anscheinend ohne Bedenken legalisierten.

Seit 1663 waren Kaiser und Reich in existentieller Weise durch erneutes Expansionsstreben der Pforte herausgefordert. Der Sieg des Reichs- und Koalitionsheeres unter dem polnischen König Johann III im Jahre 1683 hatte die Widerstandsfähigkeit des Reiches und seiner Verbündeten exemplarisch unter Beweis gestellt. Doch erst im September 1739 war der Krieg gegen die Türken zu Ende gegangen. Durch die mit dem Namen Prinz Eugen verbundenen Siege waren Ungarn und Kroatien vollständig befreit worden und ins Imperium heimgekehrt, die Macht des Kaisers und des Reiches waren wieder hergestellt und befestigt und die südöstlichen Grenzen des Imperiums befriedet worden. Herrscher des Imperiums war seit dem Jahre 1711 der Habsburger Karl VI, der am 20. Oktober 1740 verstarb. Er hatte wie sein jung verstorbener Bruder und Vorgänger Josef I keine Söhne. Deshalb stellten sich ernste politische Fragen um die Nachfolge in seinen Staaten und im Reich. Unmittelbar nach dem Spanischen Erbfolgekrieg hatte Karl deshalb in kluger Voraussicht ein verbessertes Hausgesetz, die "Pragmatische Sanktion" erlassen. Dieses Gesetz ließ er - gegen den Rat seines Bruders - völkerrechtlich absichern. Vielleicht weckte gerade dies beim nahende Ende Karls die fieberhafte Begehrlichkeit vieler Fürsten. Sachsen wollte Mähren aus Österreich herauslösen, Bayern wollte ganz Böhmen gewinnen und mehr derartige Wünsche wurden offen formuliert.

Die Gemahlin des polnischen Königs und sächsischen Kurfürsten Friedrich August II.[3] war die Base Maria Teresias namens Maria Josefa, Tochter von Kaisers Josef I., dem älteren Bruder seines Nachfolgers Karl VI. und 18 Jahre älter als Maria.[4] Aus dieser verwandtschaftlichen Beziehung konstruierte Friedrich August einen Anspruch auf die Nachfolge im Hause Österreich und ließ sich vom Papst von seinem Eide auf die pragmatische Sanktion entbinden, wobei der Papst bedauerlicher Weise diesen Dispens erteilte. Zwar war August nicht der Mann des beherzten Zugriffs, doch stachelte er den jungen Friedrich skrupellos auf, der ihm zudem gegen finanzielle Leistungen versprochen hatte, den Kreis Schwiebus[5] bei Regierungsantritt auszuliefern.

Nun nahm das Unheil seinen Lauf . Am 31. Mai 1740 starb der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Sein tatendurstiger Sohn Friedrich folgte ihm im Herrscheramt und wie gerufen erfolgte das Ableben von Kaiser Karl VI. am 20. Oktober desselben Jahres.

Die Erbansprüche des Hauses Brandenburg in Schlesien

Am 19. Oktober 1537 hatten Joachim II von Brandenburg und Herzog Friedrich II von Liegnitz in der Liegnitzer Erbverbrüderung vereinbart, daß sich die Häuser gegenseitig für den Fall des Aussterbens des Hauses im Mannesstamme als Erben einsetzen. Wegen der geringeren Größe der Liegnitzer Territorien war im Vertrag festgelegt worden, daß Liegnitz im Falle des - niemals eingetretenen - Ausbleiben eines Hohenzollernerben nur teilweise in das territoriale Erbe desselben eintreten sollte. Diese Klausel war schon deshalb notwendig, weil Brandenburg auch mit Pommern und Mecklenburg ähnliche Verträge verbanden. Der Vertrag mit Liegnitz wurde jedoch nicht wirksam, da ihn der böhmische König bereits 1546 für null und nichtig erklärt hatte.

Das Haus der Liegnitzer Herzöge starb im Jahre 1675 tatsächlich aus, zum Erbe gehörten die Fürstentümer Liegnitz, Brieg, Wohlau und Beuthen, die zusammen etwa 1/4 der Fläche Schlesiens einnehmen. Der Kaiser zog die Herzogtümer rechtlich korrekt als erledigte Lehen ein und ließ sie zunächst durch einen kaiserlichen Landeshauptmann regieren. Brandenburg wollte jedoch nicht aufgeben und meldete seine Ansprüche beim Kaiser an, der im Jahre 1686 auf kurfürstliche Unterstützung angewiesen war. In einem Geheimvertrag verzichtet der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm auf seine (gar nicht vorhandenen) Ansprüche und ließ sich dafür vom Kaiser den nördlichsten schlesischen Kreis Schwiebus zusichern. Zuvor hatte sich der kaiserliche Botschafter Kolovrath vom Kurprinzen, dem späteren König Friedrich I, vertraglich zusichern lassen, daß Schwiebus bei Regierungsantritt des Prinzen wieder dem Kaiser übergeben werde. Nachdem Friedrich im Jahre 1688 zur Herrschaft gelangte, übergab er tatsächlich den Kreis Schwiebus vertragsgemäß dem Kaiser.

Die in der borussischen Literatur oft angestellte Überlegung, daß der brandenburgische Verzicht von 1686 wegen der geheimen Abrede mit dem Kurprinzen nicht wirksam sei, entbehrt jeder Begründung, da ja ein tatsächlicher Anspruch auf auch nur eine Quadratmeile Schlesiens gar nicht bestand. Im Übrigen war es die souveräne Entscheidung des Kurfürsten Friedrich, den Kreis Schwiebus wieder rückzuübertragen. Diese Entscheidung ist in völkerrechtlich untadeliger Form und bei erheblichen kaiserlichen Gegenleistungen erfolgt.

Es ist völlig offensichtlich und bedarf keiner weiterer Diskussion, daß der Enkel Friedrich II diese Geschichte lediglich deshalb aufwärmte, weil er nicht die geringste tatsächliche Rechtfertigung für seine reichsfeindlichen Attacken hatte. Dies hat er selbst oft genug zugegeben: "Die Genugtuung meinen Namen in der Zeitung und später in der Geschichte zu wissen, hat mich verführt." schrieb Friedrich bereits im Jahre 1740 und "Der Besitz schlagkräftiger Truppen, eines wohlgefüllten Staatsschatzes und eines lebhaften Temperamentes: das waren die Gründe, die mich zum Kriege bewogen." In diesen Worten dürfen wir nicht lediglich Ironie oder Sarkasmus vermuten, sie geben die tatsächlichen Motive Friedrichs zutreffend wieder.

Der Erste Schlesische Krieg 1740-1742

Bereits eine Woche nach dem Tod des Kaisers erteilte Friedrich den Angriffsbefehl. Fassungslos mußte die erst 23jährige Maria Teresia[6] mit ansehen, wie eine Welt von Feinden unprovoziert über ihre friedlich daliegende Länder hereinbrach. Sachsen und Bayern hatten nur auf die preußische Initiative gewartet, um sich der Schurkenallianz anzuschließen. Reichsgebiet an Frankreich preiszugeben machte den Aggressoren nicht das Geringste aus. Friedrich pochte in Frankreich darauf, daß dieses sich nun endlich die Reste Lothringen aneigne, doch Frankreich war vorsichtig und wartete zunächst ab, obwohl sich Österreich vom Kriege gegen die Türken noch nicht vollständig erholt hatte und auf innerdeutsche Kämpfe nicht vorbereitet war.

So kam es zur zunächst weitestgehend kampflosen Besetzung Schlesiens. Friedrich behauptete frech, daß er Schlesien vor dem Zugriff Dritter sichern wolle. Bayern drang derweil vereint mit Frankreich und Sachsen in Böhmen ein, das es aus dem Besitz der Habsburger zu lösen gedachte. Als Frankreich dem Borussenherrscher den Besitz Schlesiens garantiert, beteuerte Friedrich überglücklich gegenüber dem französischen Botschafter: "Ich bin jetzt ein besserer Franzose als der Marschall Belle-Ile und Frankreich so treu wie nur je ein Verbündeter." Er unterstützte den französischen Plan, das Reich aufzulösen und in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Da sich Österreich jedoch tapfer seiner Haut wehrte und zudem die österreichische Bevölkerung im Frühjahr 1742 in einen Volkskrieg gegen die preußischen Okkupanten eintrat, schloß Friedrich in Breslau Frieden, der ihm Ober- und Niederschlesien sowie die Grafschaft Glatz sicherte.

Die Zwischenkriegszeit 1742 - 1744

In der Zeit zwischen den Schlesischen Kriegen hatte nur Preußen die Möglichkeit seine Kräfte zu sammeln und seine Truppen aufzufüllen. Österreich mußte in härtestem Kriegseinsatz um seine Existenz ringen. Zwar wurde es nun von England und den Niederlanden unterstützt, doch den Hauptanteil der militärischen Last trug Österreich allein. Karl von Lothringen schlug die Bayern und Franzosen auf bayrischem Boden. Die Franzosen entflohen und Bayern mußte kniefällig um Frieden bitten. Auch der Sieg der "Pragmatischen Armee" über die Franzosen bei Dettingen am Main entlastete das Reich und seine Kräfte. Der verzweifelte Fritz schloß Verträge sowohl mit Österreich als auch mit Frankreich, in denen er diesen seine zweifelhafte Treue zusicherte. An die Briten wollte Fritz Emden verhökern. So begann

Der Zweite Schlesische Krieg 1744-1745

Der Zweite Schlesische Krieg, den Preußen mit einem erzwungenen Durchmarsch durch das inzwischen mit Österreich verbündete Sachsen begann. In der "Frankfurter Union" hatte Friedrich sich mit dem Wittelsbacher Kaiser Karl verbündet und begann den Krieg mit dem Ziel Österreichisch-Schlesien und Nordböhmen zu gewinnen. Aus der Frankfurter Union leitete er den Anspruch ab, im Interesse des Reiches tätig zu sein und nannte seine Armee großspurig "Reichsarmee". Doch alle seine Manöver in Böhmen prallten an der genialen Feldherrenkunst Otto Ferdinands von Traun ab. Dieser zermürbt Friedrich derartig, daß er schließlich fluchtartig aus Böhmen weichen muß. Zudem konnte das Haus Habsburg wieder Oberschlesien in Besitz nehmen, das so in den Genuß seiner angestammten Herrschaft gelangte.

Im folgenden Jahr 1745 wendete sich das Kriegsglück allerdings wieder. Zunächst siegte Preußen in der Schlacht von Hohenfriedberg.[7] Sodann gelang es den österreichischen Kräften nicht, die permanente strategische Überlegenheit in einen vernichtenden Sieg über den preußischen Aggressor umzumünzen. Selbst der österreichische Sieg über das sich gen Schlesien zurückziehende Borussenheer bei Soor ändert die Kräfteverhältnisse nur unwesentlich.

Auch aus der im August abgeschlossenen österreichischsächsischen geheimen Offensiv-Konvention konnten die reichstreuen Kräfte nicht den erhofften Gewinn schlagen. Diese Konvention wäre sicherlich erfolgreich gewesen, wenn sie tatsächlich geheim geblieben wäre. Leider war das nicht der Fall, und so kostete es den Alten Dessauer nur geringe Mühe, vor den Toren Dresdens die noch nicht formierten sächsischen Truppen zu zerschlagen. Zuvor hatte er Leipzig besetzt und den alten Johann Sebastian Bach empfindlich bei der Fertigstellung seines Spätwerks gestört sowie Kontributionen erpreßt.

Der Dresdener Friede vom 25. Dezember 1745 war kein Weihnachtsgeschenk für Maria-Teresia, denn zum zweiten Mal mußte den Preußen der Besitz Schlesiens bestätigt werden. Angesichts der Tatsache, daß Österreich zu dieser Zeit sowohl in den Niederlanden als auch in Italien reichsverteidigend tätig war, darf der Dresdner Friede aus Österreichischer Sicht als sinnvoll bezeichnet werden. Preußen hatte seinen Ruf als Hyäne am Reichskorpus wiederum bestätigt.

Die Zwischenkriegszeit 1745-1756

war von dem weltweit tobenden Krieg der Kolonialmächte England und Frankreich geprägt. Die deutschen Ereignisse betteten sich in diesen Krieg ein, der die Vorentscheidung für die Weltherrschaft in den kommenden Jahrhunderten bringen sollte. Der schließliche und für Europa verhängnisvolle Sieg Englands war kaum vorhersehbar, er hätte unter anderen Umständen große Vorteile für das Reich bieten können, das an der Seite Englands immerhin Frankreich hätte schwächen und die verlorenen Westgebiete zurückgewinnen können. Doch setzte der Kaiser ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt auf ein Bündnis mit Frankreich, das fast zwangsläufig zur Westminster Convention zwischen England und Preußen führt, das so zum "Festlandsdegen Englands" verkam.

Auf die weltweit und namentlich in Nordamerika ablaufenden militärischen Auseinandersetzungen kann hier nicht eingegangen werden, obwohl dies wichtig genug wäre. Dies wird in Kürze nachgeholt werden.

Der Dritte Schlesische "siebenjährige" Krieg 1756 - 1763

Der Siebenjährige Krieg begann mit der völlig unprovozierten Besetzung Sachsens durch Preußen. Das Königreich Sachsen hatte es leider versäumt, wie die anderen europäischen Mächte die Friedenszeit zu nutzen, um die notwendigen Rüstungen voranzutreiben. Friedrich begann sofort mit einer Politik des Terrors, in dem er Schlösser plündern und Unschuldige ängstigen ließ. Die Besetzung Sachsens nutzte Friedrich II sofort zu völkerrechtswidrigen Zwangsrekrutierungen. Auch Schwedisch-Pommern und Mecklenburg wurden nach geeigneten Rekruten durchkämmt. Doch wurden nicht nur Rekruten ausgehoben, - alles, was irgend der Kriegführung dienlich ist, ließ Friedrich aus neutralen, ja befreundeten Ländern abtransportieren. Es sei daran erinnert, daß zwischen Brandenburg und Mecklenburg seit Jahrhunderten Frieden und eine enge Vertragsgemeinschaft bestand.

Das Jahr 1756 brachte außer einem kleinen Vorgefecht in Nordböhmen bei Lobositz keine nennenswerten Kampfhandlungen. Dem auf den Krieg gut vorbereiteten Österreich gelang es nicht, mit der in Pirna internierten sächsischen Armee in Verbindung zu treten und mußte seine Armeen nach Südböhmen zurückziehen. Die eigentlich wichtigen kriegerischen Ereignisse begannen im Jahre 1757 mit der Schlacht bei Prag, die Preußen einen seiner größten, wenn auch verlustreichen Siege bescherte.[8] Doch konnte Friedrich die Früchte dieses Sieges nicht genießen, da ihm die Einnahme Prags nicht gelang. Zudem besiegten Karl von Lothringen und Daun einen Monat später bei Kolin die preußischen Restheere, so daß Friedrich aus Böhmen verschwinden mußte. Als Rache startete er eine Desinformationskampagne, bei der er ein "Breve des Papstes an Feldmarschall Daun" erfinden ließ, in welchem er dem Papst Begeisterung für Österreichische Siege unterstellt. Die Greuelpropaganda des 20. Jahrhunderts nahm Friedrich vorweg, indem er im Heer das Märchen verbreiten ließ, die Österreicher würden täglich mindestens 10 Überläufer exekutieren.

Zur Schwächung Friedrichs trug weiterhin die russische Invasion (Ost)preußens und die Niederlage in der Schlacht von Großjägersdorf[9] bei. Der russischen Führung waren allerdings die Sympathien des Thronfolgers für den Herrscher der Borussen bekannt und so nutzen sie ihren Sieg nicht aus und irrten herum. Dies verschaffte Friedrich den benötigten Freiraum für die Schlacht bei Roßbach,[10] in der er das schlecht vorbereitete Reichsheer und ein französisches Kontingent schlug. Angeblich erlangte Friedrich für diesen verbrecherischen Akt gegen die Kräfte des Reichs Popularität in Deutschland, doch diese Popularität dürfte nicht höher zu bewerten sein, als die Begeisterung der Bild-Zeitung für die amerikanischen Invasionstruppen in Afghanistan. Es scheint, daß Friedrich das französische Kontingent absichtsvoll schonte, jedenfalls behauptete er dieses später. Bereits zwei Wochen später wurde Friedrich von Österreich herausgefordert, das ihn vor den Toren Breslaus[11] schlug. In der Schlacht von Leuten[12] war ihm dann ein bedeutender Sieg beschieden. Trotzdem konnte sich Österreich im Winter 1757/58 in Schlesien halten.

Inzwischen war England auch in Indien erfolgreich, da 3.000 Engländer bei Plassey mehr als 50.000 Inder besiegten. Preußen nutzte seinen Vorteil aus, um wiederum die umliegenden Lande auszuplündern und sich für den Frühjahrsfeldzug 1758 zu rüsten.

Das Jahr 1758

Gestärkt durch den Dezembersieg von Leuten, stieß Friedrich im Frühjahr 1758 wiederum nach Mähren hinein, um Österreich zur friedlichen Abtretung Schlesiens zu bewegen. Dieser Plan mißlang, da es Friedrich trotz monatelanger Operationen nicht gelang, in Mähren oder Böhmen Fuß zu fassen.

Im Herbst rückten zudem wieder einmal die Russen heran, die bereits im Winter weitgehend kampflos ganz Ostpreußen besetzt hatten, das der russischen Herrscherin zum Entsetzen Friedrichs huldigte. Im Sommer standen die Russen dann vor Frankfurt/Oder rechts der Oder, scheiterten jedoch an Küstrin. Friedrich stellte die Russen bei Zorndorf und vertrieb sie in einer äußerst verlustreichen Schlacht, die auch die preußischen Ressourcen erheblich schwächte. Da es Friedrich gelang, auch Kolberg von der russischen Bedrohung zu entsetzen, konnte Friedrich insofern als Reichsverteidiger gelten, als er seine angestammten Territorien innerhalb des Imperiums vom Feind gesäubert hatte.[13]

Das letzte Kapitel in der Kriegsgeschichte dieses Jahres schlug Feldmarschall Daun auf, der vereint mit dem Reichsheer die demonstrativ, jedoch taktisch unklug südöstlich Bautzens bei Hochkirch aufgezogenen preußischen Truppen zur Schlacht zwang, in der Keith fiel.[14] Österreich war jedoch wieder einmal nicht in der Lage, diesen Sieg auszunutzen und zog im November nach Böhmen ab.[15]

Das Jahr 1759

Trotz der immensen Verluste des Jahres 1758 gelang es Friedrich, seine Heere im Winter wieder zu ergänzen. Die dabei angewendeten Mittel sind als verbrecherisch zu bezeichnen, artete doch die schon zuvor stets kriminelle Art der preußischen "Werbung" in regelrechte Menschenjagden aus, die die Territorien weit um Brandenburg-Preußen herum weitgehend entvölkerte und ein dem 30jährigen Kriege gleichendes Elend verursachte.

Die eigentlichen Kriegshandlungen begannen erst im Sommer, als sich die russischen und österreichischen Heere gegen Brandenburg in Bewegung setzten. In einem Gefecht bei Kay im südlichsten Osten Brandenburgs und dann in der gewaltigen Schlacht bei Kunersdorf, kurz vor Frankfurt am 12. August 1759, wurden die preußischen Heere vernichtend geschlagen. Zehntausende Tote und Verwundete blieben auf der Walstatt zurück, die preußischen Heere waren zu 90% vernichtet. Doch unbegreiflicherweise nutzen die Alliierten diesen in keiner Weise zu überschätzenden Sieg nicht aus, um dem Preußenstaat den Todesstoß zu versetzen. Die Russen weigern sich, gegen Berlin vorzurücken und bewegen sich links der Oder südlich in Richtung Müllrose und Lieberose um sich schließlich im Herbst an die Weichsel zurückzuziehen. Österreich war mit der Rückgewinnung Schlesiens zufrieden und zögerte aus verfehlten operativ-taktischen Überlegungen, ins Herz des Gegners hineinzustoßen. Zu Recht schrieb der Preußenkönig an seinen Bruder: "Ich verkündige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg!" Mit diesem unverzeihlichen Mangel an politischer Konsequenz aus dem Kriegsverlust entwerten sich auch die weiteren Erfolge der Alliierten, die Befreiung Dresdens und der "Finckenfang bei Maxen",[16] als die preußischen Besatzungstruppen unter General Finck eingekesselt und gefangengenommen werden.

Die Jahre 1760 - 62

Durch diesen aus heutiger Sicht katastrophalen Mangel an politischer Weitsicht und Konsequenz schleppte sich der Siebenjährige Krieg noch durch zwei weitere grauenhafte Jahre mit unermeßlichen Verlusten und Zerstörungen hin. Erwähnt seien in aller Kürze die Gefechte des Jahres 1760 von Landeshut, Liegnitz und Torgau.[17] Während in Schlesien gekämpft wurde, gelang es den Verbündeten kurzfristig Berlin einzunehmen, wo das Zeughaus geplündert und sämtliche Kriegsmittel abtransportiert wurden. Aus Rache ließ Friedrich Anfang 1762 unter anderem das sächsische Schloß Hubertusburg plündern. Hubertusburg, erst kürzlich erbaut, war eines der größten und schönsten Schlösser Europas. Durch seine ländliche Lage am Rande des Königreiches war es dem Wüten der Preußen schutzlos ausgeliefert, Friedrich ließ es fast total zerstören, selbst Dachziegel und Tapeten wurden akribisch demontiert und von Friedrichs treuen Mitarbeitern Ephraim und Itzig "ausgewertet". Die historische Tragik Sachsens ließ es bis heute nicht zu, daß Schloß Hubertusburg hergestellt wurde, lediglich die von Friedrich verschonte katholische Schloßkapelle ist intakt und wird von der katholischen Ortsgemeinde als Gotteshaus genutzt.

Schloß Hubertusburg war kein Einzelfall. Zu den Kennzeichen preußischer Kriegführung gehört systematische Zerstörungswut, völlige Rücksichtslosigkeit gegenüber dem unbeschreiblichen Elend der Zivilbevölkerung und der gefangenen Feinde. Aus nacktem Neid ließ Friedrich mehrfach Dresden mit Brandbomben beschießen, sein Haß steigerte sich ins Unermeßliche, wenn er eine Stadt aufgeben mußte, die im Allgemeinen nicht nur total abgebrannt wurde, deren Bevölkerung auch dem Hungertode geweiht wurde, ließ Friedrich doch alle Lebensmittel und Vorräte, die er nicht abtransportieren konnte, verbrennen oder sonst zerstören. In Friedrichs Politik der verbrannten, meist sächsischen Erde, waren die Exzesse der auf totale Vernichtung ausgerichteten Politik der Alliierten des 2. Weltkrieges bereits in den meisten Elementen ausgebildet. Zu den schlimmsten, weil unheilbaren Folgen des friderizianischen Terrors gehört der Totalverlust der Dresdner Musiksammlungen, bei dem eine Unzahl unermeßlich wertvoller Werke für immer verloren ging, darunter eine nicht geringe Anzahl von Werken Johann Sebastian Bachs, der bekanntlich königlich-polnischer Hofkomponist gewesen war.

Die borussische Hagiographie nennt regelmäßig den Obristen Johann Friedrich Adolph von der Marwitz, der sich der rechtswidrigen Kriegführung seines Herrn widersetzt hat. Die Tatsache jedoch, daß sich viele tausende Offiziere widerspruchslos beteiligten und außer von der Marwitz kein einziges Beispiel der Insubordination herangeführt werden kann, spricht nicht etwa für, sondern in vollem Umfang gegen die behauptete ethische Kompetenz des friderizianischen Kriegsadels. Marwitz ging zudem kein Risiko ein und er wußte das. Er verblieb im Dienst, konnte sogar monatelang (unter Kriegsrecht!) unentschuldigt fernbleiben und ließ sich nach der Entlassung auf seinem Gute unweit Berlins in Friedersdorf[18] nieder, wo er den Rest seines Lebens der Spielsucht frönte.[19] Fast jeder Bundespräsident hat ihn inzwischen in seinen Reden gewürdigt und welch groteske Blüten der Borussismus einflußreicher Kreise der BRD-Elite trieb,[20] möge ein Zitat von Theodor Heuss aus dem Jahre 1954 zeigen: "So mag das Preußische als moralische Substanz begriffen werden. Und wenn irgendwo, dann steht Preußens Denkmal in einer Dorfkirche der Mark Brandenburg."[21] Nach dieser Logik wäre dann auch der risikolose "Widerstand" irgend eines (vorgeblichen) NS- oder Sozialismusdissidenten[22] ein Beleg für die "moralisch Substanz" von Nationalsozialismus oder Bolschewismus.

Ende des Krieges

Österreich konnte Schlesien behaupten und Rußland besaß Pommern mit der Festung Kolberg (nach der Kapitulation vom 16.12.1761), als am 5. Januar 1762 die Zarin Elisabeth von Rußland starb. Rußland gab daraufhin sofort alle seine preußischen Eroberungen ohne Entschädigung zu verlangen zurück und verabschiedete sich aus dem Krieg. Am 12. Mai 1762 fand bei Döbeln in Sachsen ein größeres Gefecht statt. Mit Schweden konnte Preußen in Hamburg am 22. Mai 1762 Frieden schließen.

Durch das Ausscheiden Rußlands und Schwedens aus dem Krieg waren die reichstreuen Kräfte im Verhältnis zu Preußen erheblich geschwächt worden. Am 9. Oktober fiel Schweidnitz nach aufopferungsvoller, tapferer Verteidigung und am 29. Oktober erlitt das Reichsheer durch den Prinzen Heinrich bei Freiberg eine schwere Niederlage. Als abschließende Kampfhandlungen des Siebenjährigen Krieges darf man den Raubzug des Corps Kleist betrachten, die Bamberg und Nürnberg angriffen.[23] Am 15. Februar 1763 wurde nach langwierigen Friedensverhandlungen in der zuvor geplünderten Hubertusburg Frieden geschlossen, in dem für Preußen der status quo von 1756 erzielt wurde.

Dies war das Ende eines Krieges, den Preußen als Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen das Imperium Romanum, das heißt gegen Deutschland führte. Um der eigenen Machtposition willen brach Preußen den Frieden des Reiches, den Frieden des Deutschen Königs, der das Haus der Zollerngrafen mit Brandenburg belehnt hatte. Bei dieser und bei unzähligen weiteren Gelegenheiten hatte das "Haus Brandenburg", wie man sich bald großspurig nannte, Treu zu Kaiser und Reich geschworen, Eide, die Friedrich hundertfältig brach. Friedrich erhob die Hand gegen Kaiser und Reich, gegen ganz Deutschland, in einer Stunde der Schwäche des Reiches, das ohne die Untreue und den Egoismus seiner stärksten Glieder - nicht nur Preußens - zukunftsfähig gewesen wäre.

Im Versagen Friedrichs, nicht nur gegen das Reich, nein, auch gegen seine eigenen Provinzen und Hintersassen sowie gegen ganz Europa, ja gegen die ganze Welt, war ein Untergangsprogramm vorgezeichnet, das der Apokalypse gleichkam. Es steht in engem Zusammenhang mit Friedrichs Untaten, daß heute auf dem größten Teil seiner ehemaligen Territorien die Erinnerung an deutsche und preußische Kultur getilgt sind.


Verweise



Einzelnachweise

  1. Damit war mein Geburtsort Löcknitz von der schwedischen Herrschaft befreit worden.
  2. Wenn auch bestimmte Territorien bereits im "Mittelalter" verloren gingen.
  3. als polnischer König August III
  4. Von Johann Sebastian Bach besungen in der Kantate Schleicht spielende Wellen und murmelt gelinde als "Reis von Habsburgs hohen Stamme".
  5. unmittelbar östlich von Frankfurt/Oder
  6. Maria Teresia war zu diesem Zeitpunkt bereits dreifache Mutter. Ihrer Ehe entsprossen 16 Kinder. Ihr Wahlspruch, dem sie lebenslang treu blieb, war Justitia et clementia.
  7. nahe Waldenburg in Schlesien
  8. 15.000 Gefallene, unter ihnen der höchst fähige Feldmarschall Schwerin
  9. am 30. 8. 1757 zwischen Wehlau und Insterburg
  10. 10 km nordwestlich von Weißenfels in Sachsen-Anhalt (5.11.1757)
  11. am 22.11.1757
  12. am 5.12.1757 15 km westlich Breslaus bei Neumarkt
  13. Es darf jedoch nicht verschwiegen werden, daß kein Herrscher je den Russen so viel europäischen Raumgewinn verschafft hat wie Friedrich.
  14. am 14.10.1758
  15. Auch die Einnahme Dresdens mißlang, weil Daun angesichts der völkerrechtswidrigen Verteidigungsmaßnahmen der Preußen vor letzter Härte zurückschreckte.
  16. s Dresden, ca. 5 km von Kreischa
  17. 23. 6.1760: Landeshut: Laudon schlägt ein isoliertes pr. Corps und ist weitestgehend im Besitz Schlesiens. 15.8.1760: Liegnitz. Das preußische Herr entgeht durch einen Zufall der Vernichtung. Währenddessen wird Berlin eingenommen und geplündert. 3.11.1760: Schlacht bei Torgau
  18. 3 km südlich von Seelow, ca. 15 km nördlich von Frankfurt/Oder
  19. Sein Neffe Friedrich August Ludwig, der Sieger von Hagelberg, wurde einer der standhaftesten Gegner der völlig verfehlten Stein-Hardenbergschen "Reformen", die er als einen "Krieg der Besitzlosen gegen das Eigentum, der Industrie gegen den Ackerbau, des Beweglichen gegen das Stabile, des krassen Materialismus gegen die von Gott eingeführte Ordnung, des (eingebildeten) Nutzens gegen das Recht, des Augenblicks gegen die Vergangenheit und Zukunft, des Individuums gegen die Familie, der Spekulanten und Comtoire gegen die Felder und Gewerbe, der Burreaus gegen aus der Geschichte des Landes hervorgegangene Verhältnisse, des Wissens und eingebildeten Talents gegen Tugend und ehrenwerten Charakter" bezeichnete.
  20. Und weiterhin treibt, was die völlig abwegigen Auslassungen des BRD-Präsidenten Rau im Preußen-Jahr 2001 zeigten.
  21. Heuss verabschiedete 1933 das Ermächtigungsgesetz, daß die Errichtung der NS-Diktatur Hitlers ermöglichte.
  22. Wie z.B. Stefan Heym oder Christa Wolf.
  23. In Franken kannte man die räuberischen Hohenzollern bereits aus den Markgrafenkriegen im 16. Jahrhundert.