Schmücke dich, o liebe Seele

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Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl


Mystische Tradition

  • Gabriel Biel
  • Johannes Damascenus: Von diesem stammt die erste Antifon des Missale Romanum zur Prozession beim Fest Mariae Reinigung "Schmücke dein Brautgemach, Sion, nimm auf Christus, den König“,[1] dessen Bildgedanken Franck aufgreift.

Die Hymne bei Bach

Andere Komponisten

Text der Hymne

1. Schmücke dich, o liebe Seele,
laß die dunkle Sünden Höhle!
Komm ans helle Licht gegangen,
fange herrlich an zu prangen!
Denn der Herr voll Heil und Gnaden,
will dich jetzt zu Gaste laden,
der den Himmel kann verwalten,
will jetzt Herberg' in dir halten.


2. Eile, wie Verlobte(n) pflegen
deinem Bräutigam entgegen,
der da mit dem Gnadenhammer
klopft an deine Herzenskammer.
Öffn' ihm bald die Geistespforten,
red' ihn an mit schönen Worten,
komm, mein Liebster, laß dich küssen,
laß mich deiner nicht mehr missen!


3. Zwar in Kaufung teurer Wahren
pflegt man sonst kein Geld zu sparen,
aber du willst für die Gaben
deiner Huld kein Geld nicht haben.
Weil in allen Bergwerksgründen
kein solch Kleinod ist zu finden,
das die blutgefüllte Schalen
und dies Manna kann bezahlen.


4. Ach, wie hungert mein Gemüte,
Menschenfreund, nach deiner Güte.
Ach, wie pfleg' ich oft, mit Tränen
mich nach dieser Kost zu sehnen.
Ach, wie pfleget mich zu dürsten,
nach dem Trank des Lebensfürsten,
wünsche stets daß mein Gebeine
sich durch Gott mit Gott vereine.


5. Beides Lachen und auch Zittern
lässet sich in mir jetzt wittern,
das Geheimnis dieser Speise,
und die unerforschte Weise,
machet daß ich früh vermerke,
Herr, die Größe deiner Stärke!
Ist auch wohl ein Mensch zu finden,
der dein' Allmacht sollt ergründen?


6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen,
kann dies' Wunder nicht erreichen:
Daß dies Brot nie wird verzehret,
ob es gleich viel tausend nähret;
und daß mit dem Saft der Reben
uns wird Christi Blut gegeben.
O der großen Heimlichkeiten,[2]
die nur Gottes Geist kann deuten!


7. Jesu, meine Lebenssonne,
Jesu, meine Freud' und Wonne,
Jesu, du mein ganz' Beginnen,
Lebensquell und Licht der Sinnen!
Hier fall' ich zu deinen Füßen,
laß' mich würdiglich genießen
dieser deiner Himmelsspeise,
mir zum Heil und dir zum Preise!


8. Herr, es hat dein treues Lieben
dich vom Himmel abgetrieben,
daß du willig hast dein Leben
in den Tod für mich gegeben,
und dazu[3] ganz unverdrossen,
Herr, dein Blut für uns vergossen,
das uns jetzt kann kräftig tränken,
deiner Liebe zu gedenken!


9. Jesu wahres Brot des Lebens,
hilf, daß ich doch nicht vergebens,
oder mir vielleicht zum Schaden
sei zu deinem Tisch geladen,
laß mich durch dies' Seelenessen
deine Liebe recht ermessen,
daß ich auch, wie jetzt auf Erden,
mög' ein Gast im Himmel werden.

Verweise



Einzelnachweise

  1. Adorna thalamum tuum, Sion, et suscipe Regem Christum!
  2. d. i. Geheimnisse
  3. d. h. für diesen Zweck