Schmitt, Carl

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  • * 11. Juli 1888 in Plettenberg
  • † 7. April 1985 ebenda


Carl Schmitt war ein prominenter deutscher „Staats“-Rechtsprofessor.


Leben

Carl Schmitt studierte in Berlin, München und Straßburg, wo er promoviert wurde. Den ersten Weltkrieg verbrachte er bei Stäben. Schmitt war zweimal, teils gleichzeitig mit Serbinnen verheiratet. Wegen Bigamie wurde er aus der r-k Kirche auageschlossen. Er w* War mit dem deutschfeindlichen Dadaisten Hugo Ball, sowie mit vielen geistigen Größen der Zeit um den ersten Weltkrieg befreundet.

Nach der Habilitation lehrte Schmitt in München, Greifswald, Bonn und Berlin. Er schrieb auch für Hochland.

Lehre

Die „Verfassungslehre“ Schmitts begründete angeblich die eigenständige Disziplin des Öffentlichen Rechts. Er entwickelte die Theorie vom „unantastbaren Wesenskern“ der Verfassung. Schmitt stand teils den Ordoliberalen um Rüstow nahe. Von daher entwicklelte er von dort aus Ansätze einer antiparlamentarischen Haltung und eine scharfe Kritik der destruktiven Weimarer Reichsverfassung. 1930 trat Schmitt völlig mit Recht für eine autoritäre Präsidialdiktatur ein. Er unterstützte die Politik Schleichers, die darauf abzielte, das „Abenteuer Nationalsozialismus“ zu verhindern.

1932 war er Vertreter der Reichsregierung im Prozeß um den „Preußenschlag“. Durch die „Machtergreifung“ war er völlig geschockt! Im NS-Staat wirkte zunächst prominent mit. Doch wurde er massiv von der SS kritisiert und verlor bald fast alle Ämter. Bis zum Ende des Krieges war er Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und behielt den Titel Preußischer Staatsrat. Er versuchte, eine „völkerrechtlichen Großraumordnung“ zu etablieren, die ein angelsächsisches Engagement auf dem Kontinent verhindern sollte.

Nach WK 2

Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Schmitt in Berlin. Er wurde in Nürnberg verhört, jedoch nicht behelligt. Allerdings durfte er nach 1945 nicht mehr lehren. Anständiger Weise ließ er sich nicht rehabilitieren.

Zitat Schmitt: „Wer ist der wahre Verbrecher, der wahre Urheber des Hitlerismus? Wer hat diese Figur erfunden? Wer hat die Greuelepisode in die Welt gesetzt? Wem verdanken wir die 12 Mio. [sic!] toten Juden? Ich kann es euch sehr genau sagen: Hitler hat sich nicht selbst erfunden. Wir verdanken ihn dem echt demokratischen Gehirn, das die mythische Figur des unbekannten Soldaten des Ersten Weltkriegs ausgeheckt hat.“

Theor Heuss mobbte Carl Schmitt und forderte das komplette Aus seiner akademischen Kariere. Schmitt revanchierte sidh mit einrm satyrischen Gedichr, in dem er Heuss zu Recht als Ermächtiger Hitlers bloßstellte. Genützt hat es ihm nichts.

Schmitt wurde fast 97 Jahre alt.

Katholisches Denken

Das Denken Schmitts war bestenfalls vom Katholizismus beeinflußt, so soll er angeblich den Super-Häretiker Marcion bewundert haben.

Katechon

Schmitt war beeindruckt von dem Begriff Katechon und verwendet ihn mehrfach.

Schriften

  • Über Schuld und Schuldarten. Eine terminologische Untersuchung. 1910.
  • Gesetz und Urteil. Eine Untersuchung zum Problem der Rechtspraxis. 1912.
  • Schattenrisse. (In Zusammenarbeit mit Dr. Fritz Eisler veröffentlicht unter dem gemeinsamen Pseudonym Johannes Mox Doctor Negelinus) 1913.
  • Der Wert des Staates und die Bedeutung des Einzelnen. 1914.
  • Theodor Däublers ‚Nordlicht‘: Drei Studien über die Elemente, den Geist und die Aktualität des Werkes. 1916.
  • Die Buribunken. in: Summa 1/1917/18, 89 ff.
  • Politische Romantik. 1919.
  • Die Diktatur. Von den Anfängen des modernen Souveränitätsgedankens bis zum proletarischen Klassenkampf. 1921.
  • Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität. 1922.
  • Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus. 1923.
  • Römischer Katholizismus und politische Form. 1923.
  • Die Rheinlande als Objekt internationaler Politik. 1925.
  • Die Kernfrage des Völkerbundes. 1926.
  • Der Begriff des Politischen. In: Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik. Bd. 58 (1927), S. 1 bis 33.
  • Volksentscheid und Volksbegehren. Ein Beitrag zur Auslegung der Weimarer Verfassung und zur Lehre von der unmittelbaren Demokratie. 1927.
  • Verfassungslehre. 1928.
  • Hugo Preuß. Sein Staatsbegriff und seine Stellung in der dt. Rechtslehre. 1930
  • Der Völkerbund und das politische Problem der Friedenssicherung. 1930, 2. erw. Aufl., 1934.
  • Der Hüter der Verfassung. 1931
  • Der Begriff des Politischen. 1932
  • Legalität und Legitimität. 1932.
  • Staat, Bewegung, Volk. Die Dreigliederung der politischen Einheit. 1933.
  • Das Reichsstatthaltergesetz. 1933.
  • Staatsgefüge und Zusammenbruch des Zweiten Reiches. Der Sieg des Bürgers über den Soldaten. 1934.
  • Über die drei Arten des rechtswissenschaftlichen Denkens. 1934.
  • Der Leviathan in der Staatslehre des Tomas Hobbes. 1938.
  • Die Wendung zum diskriminierenden Kriegsbegriff. 1938.
  • Völkerrechtliche Großraumordnung und Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Ein Beitrag zum Reichsbegriff im Völkerrecht. 1939.
  • Positionen und Begriffe im Kampf mit Weimar – Genf – Versailles 1923–1939. 1940 (Aufsatzsammlung).
  • Land und Meer. Eine weltgeschichtliche Betrachtung. 1942.
  • Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum. 1950.
  • Donoso Cortes in gesamteuropäischer Interpretation. 1950.
  • Ex captivitate salus. Erinnerungen der Zeit 1945/47. 1950.
  • Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft. 1950.
  • Gespräch über die Macht und den Zugang zum Machthaber. 1954.
  • Hamlet oder Hekuba. Der Einbruch der Zeit in das Spiel. 1956.
  • Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924–1954. 1958 (Aufsatzsammlung).
  • Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. 1963.
  • Politische Theologie II. Die Legende von der Erledigung jeder Politischen Theologie. 1970.
  • Das internationalrechtliche Verbrechen des Angriffskrieges. Postum herausgegeben von Helmut Quaritsch, 1993.
  • Staat – Großraum – Nomos. Postum herausgegeben von Günter Maschke, 1995.
  • Frieden oder Pazifismus? Postum herausgegeben von Günter Maschke, 2005.

Weiteres

  • Solange das Imperium da ist. Mitschnitte von Gesprächen mit Carl Schmitt aus dem Jahre 1971. Hrsg. Frank Hertweck und Dimitrios Kisoudis. Berlin 2010


Verweise