Siehe, ich will viel' Fischer aussenden

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  • BWV 88
  • BC A 105


Dies ist eine Kantate von J. S. Bach zum 5. Sonntag nach Trinitatis.


Das Werk

Die Kantate schließt sich an das Evangelium des 5. Sonntgas nach Trinitatis bzw. 4. Sonntags nach Pfingsten an. Es ist das Evangelium vom Großen Fischzug und der Verheißung an Petrus: „Von nun an wirst du Menschen fangen!“ Wie alle Profezeiungen des NT ist auch diese uneingeschränkt wahr geworden. Der Textdichter der Kantate stellt an den Anfang ein analoges Wort aus dem AT, Jeremias 16. Hier geht es um die Rückführung der Israeliten in ihre Heimatland.

Text des Werks

Aria Basso: Siehe, ich will viel Fischer aussenden

Siehe, ich will viel Fischer aussenden, spricht der Herr, die sollen sie fischen. Und darnach will ich viel Jäger aussenden, die sollen sie fahen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in allen Steinritzen.[1]

Recitativo: Wie leichtlich könnte doch der Höchste uns entbehren

Wie leichtlich könnte doch der Höchste uns entbehren,
und seine Gnade von uns kehren,
wenn der verkehrte Sinn sich böslich von ihm trennt,
und mit verstocktem Mut
in sein Verderben rennt.
Was aber tut
sein vatertreu Gemüte?
Tritt er mit seiner Güte
von uns, gleich so wie wir von ihm, zurück
und überläßt er uns der Feinde List und Tück?

Aria: Nein, Gott ist allezeit geflissen

Nein, Gott ist allezeit geflissen,
uns auf gutem Weg zu wissen
unter seiner Gnade Schein.

Ja, wenn wir verirret sein
und die rechte Bahn verlassen,
will er uns gar suchen lassen.

Evangelium: Jesus sprach zu Simon

EVANGELIST: Jesus sprach zu Simon:
VOX CHRISTI: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen.[2]

Aria: Beruft Gott selbst

Beruft Gott selbst, so muß der Segen
auf allem unsern Tun
im Übermaße ruhn,
stünd uns gleich Furcht und Sorg entgegen.

Das Pfund, so er uns ausgetan,
will er mit Wucher wiederhaben;
wenn wir es nur nicht selbst vergraben,
so hilft er gern, damit es fruchten kann.

Recitativo: Was kann dich denn in deinem Wandel schrecken

Was kann dich denn in deinem Wandel schrecken,
wenn dir, mein Herz, Gott selbst die Hände reicht,
vor dessen bloßem Wink schon alles Unglück weicht,
und der dich mächtiglich kann schützen und bedecken?
Kommt Mähe, Überlast, Neid, Plag' und Falschheit her
und trachtet, was du tust, zu stören und zu hindern,
laß kurzes Ungemach den Vorsatz nicht vermindern;
das Werk, so er bestimmt, wird keinem je zu schwer!
Geh allzeit freudig fort, du wirst am Ende sehen,
daß, was dich eh gequält, dir sei zu Nutz geschehen!

Corale: Sing, bet und geh'

Sing, bet und geh' auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu.
Und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verläßt er nicht.[3]

Verweise




Einzelnachweise

  1. Jeremia 16, 16
  2. Lukas 5, 10
  3. 7. Strofe von Wer nur den lieben Gott läßt walten