Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin

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  • Sophie Luise, Herzogin zu Mecklenburg
  • * 16. Mai 1685 in Grabow/Elde
  • † 29. Juli 1735 in Schwerin


Königin Sophie Luise war durch ihre Heirat mit Friedrich I. die zweite Königin in Preußen.

Herkunft

Sophie Luise war das vierte Kind und die einzige Tochter des Herzogs Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin und der Landgräfin Christine Wilhelmine von Hessen-Homburg. Die Prinzessin wuchs am Hof ihres ältesten Bruders Friedrich Wilhelm auf, der als Herzog von Mecklenburg in Schwerin regierte. Ihrem zurückhaltenden und ernsten Wesen entsprach dagegen eine streng lutherische Erziehung.

Preußische Königin

Nachdem 1705 seine zweite Gemahlin, Sophie Charlotte, gestorben war, wurde der inzwischen fünfzig Jahre alte König Friedrich I. in Preußen bedrängt, wieder zu heiraten. Dynastische Gründe zur Sicherung der Thronfolge bewogen den stets kränkelnden Monarchen dazu, sich dem nicht zu verschließen.

Nach längerem Suchen wurde die passende Heiratskandidatin Prinzessin Sophie Luise gefunden. Am 28. November 1708 wurde im Berliner Schloss glanzvoll die Hochzeit gefeiert. Die junge Königin blieb als dritte Gemahlin Friedrichs I. jedoch stets im Schatten ihrer Vorgängerin, der intellektuellen Königin Sophie Charlotte, die mit berühmten Gelehrten verkehrt und glanzvoll Hof gehalten hatte. Der eigentliche Zweck der Eheschließung, dem Land einen Erben zu schenken, blieb unerfüllt. Die Ehe blieb kinderlos. So folgte für Sophie Luise schon bald ein von Intrigen, Haß und Verleumdungen erfülltes Hofleben, dem die junge Königin nicht gewachsen war.

Resignierend zog sich Königin Sophie Luise auf ihre Rolle als treusorgende Krankenpflegerin ihres Gemahls zurück, den sie vom reformierten Glaubensbekenntnis zum Luthertum zu bekehren versuchte. Zunächst ließ Friedrich sie auch an den Repräsentationsaufgaben teilhaben; sie durfte ihn überallhin begleiten und ihm abends im Tabakskollegium, das er als erster König in Preußen gegründet hatte, die Pfeife stopfen. Im Laufe der Zeit verstärkte sich ihr lutherischer Glaube.

Die Königin verfiel in tiefe Traurigkeit, daß sie ihren Mann nicht von der reformierten Irrlehre abbringen konnte.

Im Januar 1713 wurde Königin Sophie Luise daraufhin von ihrem Mann, nur wenige Wochen vor seinem Tod, nach Perwenitz am Glien gebracht. Sein Sohn und Nachfolger, König Friedrich Wilhelm I., schickte die kranke Frau dann kurzerhand zu ihrer Familie nach Mecklenburg zurück. Dort lebte sie zunächst auf dem Schloss in Grabow, dann eine kurze Zeit in Neustadt-Glewe und später im Schweriner Schloss, wo sie 1735 im Alter von fünfzig Jahren starb. Sophie Luise fand in der Schelfkirche St. Nikolai in Schwerin ihre letzte Ruhestätte.

Nachleben

In Berlin erinnert heute noch die Sophienkirche im Bezirk Mitte, die sie 1712 als Namensgeberin gestiftet hatte, an die unglückliche dritte Gemahlin des ersten Preußenkönigs.

Friedrich Griese machte Sophie Luise zur Titelheldin seiner Novelle Die Prinzessin von Grabow. Ein Bericht aus dem achtzehnten Jahrhundert. (Schünemann, Bremen 1936).

Verweise