St. Denis (Abt.)

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Die Abtei Sankt Denis ist in St. Denis, nördlich von Paris.


Lage

Die Abtei Sankt Denis ist in St. Denis, nördlich von Paris.


Geschichte

Im 4. Jahrhundert entstand über dem Grab des heiligen Dionysius von Paris eine Grabkapelle. Der Legende nach war Dionysius in der Zeit der Christenverfolgungen um 249 auf dem Montmartre enthauptet worden. Er hatte seinen Kopf aufgenommen und war bis zu dem Standort der heutigen Kirche gewandert, wo er tot umfiel und bestattet wurde. Ein Kloster ist um 625 nachgewiesen, welchem die Merowinger ihre ganze Aufmerksamkeit widmeten, insbesondere Chlotar I. (König des gesamten Frankenreiches von 558–561), der seine Gattin Arnegunde († um 565) dort aufwändig bestatten ließ, Chlotar II. (König der Franken von 584–629) und Dagobert I. (König von 629–638). Letzterer beschenkte das Kloster so reich – unter anderem ließ er einen kostbaren neuen Schrein für die Reliquien schaffen – daß er von den Mönchen späterer Zeiten als Klostergründer angesehen wurde. Vor allem aber brach er mit der Tradition und bestimmte nicht die bisherige königliche Nekropole, die Abtei Saint-Vincent-Sainte-Croix (künftig Abtei Saint-Germain-des-Prés) zu seinem Bestattungsort, sondern die Abtei St-Denis. Seine Witwe Nanthild und sein Sohn Chlodwig II. († 657) und ebenso der Hausmeier Karl Martell († 741) taten es ihm gleich. Letzterer wollte damit seine Macht demonstrieren.

Der erste Karolinger, Karl Martells Sohn Pippin der Jüngere (König von 751–768) begann mit dem Bau eines neuen Altarraumes (um 750–775). Dies gestattete es den Pilgern, die Gräber der Heiligen zu umrunden. Pippin konnte sich Dank der Unterstützung des einflussreichen Abtes Fulrad von St-Denis, der sich in Rom für ihn eingesetzt hatte, im Chor der Abteikirche von Papst Stephan II. zum König krönen lassen. An der Kirche wurde er auch bestattet, bevor die von ihm begonnenen Arbeiten unter Karl dem Großen vollendet wurden. Dessen neue Hauptstadt wurde Aachen, die Abtei verlor ihren Einfluß und erst Karl der Kahle († 877) fand seine letzte Ruhestätte wieder in St-Denis.

Mit der Machtergreifung des Begründers der Dynastie der Kapetinger, Hugo Capet (König von Frankreich von 987–996), festigte St-Denis endgültig seine Rolle als Grablege der französischen Herrscher, die – mit Ausnahme von Philipp I., Ludwig VII., Ludwig XI., Karl X. und Ludwig Philipp I. sowie der Napoleoniden – alle dort bestattet wurden.

In der Zeit der Französischen Revolution wurden die Königsgrabmale schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auf einen entsprechenden Beschluß des Nationalkonvents hin wurden während des Ersten Koalitionskrieges viele Gräber geöffnet und geplündert. Unter anderem geschah dies, um aus den Bleisärgen Material zur Munitionsherstellung zu gewinnen.

Verweise