Steigt freudig in die Luft

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  • BWV 36 a
  • BC G 12


Werk

Dies ist eine Geburtstagskantate für die zweite Gemahlin des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen, Charlotte Friederike Amalie.

Text der Kantate

Aria: Steigt freudig in die Luft

Steigt freudig in die Lufft zu den erhabenen Höhen,
ihr Wünsche, die ihr jetzt in unsern Herzen wallt!

Doch bleibet hier; Ihr dürft so weit nicht von uns gehen,
die teure Hertzogin ist euer Aufenthalt.

Recitativo: Durchlauchtigste, die tief gebückte Schuldigkeit

Durchlauchtigste,
die tiefgebückte Schuldigkeit
erscheint zu Deinen Füßen,
die Hulde, so Dein Eigentum,
dein Glanz, dein weltbekannter Ruhm
macht uns von aller Schüchternheit
und allen Fürchten frei,
daß wir der Lippen Melodei
mehr halten, als befördern müssen.

Aria: Die Sonne zieht mit sanftem Triebe

Die Sonne zieht mit sanftem Triebe
die Sonnenwende zu sich hin.

So, große Fürstin, Deinen Blicken,
die unser ganzes Wohl beglücken,
folgt unser stets getreuer Sinn.

Recitativo: Die Dankbarkeit

Die Dankbarkeit,
so Tag und Nacht
in unsern Herzen nachgedacht,
ein Merkmal ihrer Pflicht zu zeigen,
macht dieser Tag erfreut,
das dich du Kleinod unsrer Zeit,
das Licht der Erden hat erblicket.
Und da dein teurer Leopold,
und jedes, was Dir treu und hold,
sich über dieses Fest erquicket.
So können wir auch nicht
die demutsvolle Pflicht
vor deinen Ohren jetzt verschweigen.

Aria: Sei willkommen, schönster Tag

Sei willkommen, schönster Tag!

Wer Zung' und Odem noch vermag,
der stimm' in diese Harmonie:
Charlotte blüh!

Recitativo: Wiewohl das ist noch nicht genug

Wiewohl das ist noch nicht genug,
die Demut, Treu und Untertänigkeit,
die wir vor Dich in unsern Herzen hegen,
dir völlig also darzulegen.
Denn daß das Herz dir süße Wünsche streut,
der Mund Dir lauter Heil verspricht,
das ist, Durchlauchtste, unsrer Pflicht
nur ein Erinnerung.
Und trügen wir uns selbst Dir eigen an,
so wird der Pflicht noch nicht genung getan,
doch wird Dir unser schwaches Lallen
In Gnaden wohl gefallen.

Aria: Auch mit gedämpften schwachen Stimmen

Auch mit gedämpften schwachen Stimmen
wird, Fürstin, dieses Fest verehrt.

Denn schallet nur der Geist dabei,
so heißet solches ein Geschrei,
das man im Himmel selber hört.

Recitativo: Doch ehe wir noch Deinen Tron verlassen

Doch ehe wir
noch deinen Tron verlassen,
soll unser Geist,
der, große Fürstin, Dir
auf ewig eigen heist,
den Wunsch in solche Worte fassen:

Aria: Grüne, blühe, lebe lange

Grüne, blühe, lebe lange,
Große Fürstin, sei beglückt!
Wiewohl wer so, wie Du,
den Himmel liebt,
hat lauter Heil und Ruh',
dieweil darauf der Himmel Achtung gibt.
Was Dein Herze kann begehren,
müsse dir das Glück bescheren!
Doch will es Deine hohen Gaben
zum Maße seines Wohltuns haben,
sonst ist es selbst zu arm dazu.
Dieses Licht, das du erblickt,
wisse nichts vom Untergange!
Dies treue Seufzen wird erlanget,
dieweil daran
die Hälfte Deiner Brust,
des milden Leopoldens Lust,
der Wunsch und Wohl von jedem Untertan
und deiner Diener Wohlfahrt hanget.

Verweise