Steinamanger

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Steinamanger ist eine Stadt in Westungarn.


Lage

Steinamanger liegt südlich von Ödenburg.


Geschichte

Antike

Steinamanger war das antike Savaria. Der Name wird bereits bei Plinius dem Älteren in seinem dritten Band der „Naturalis historia“ genannt. Während der Regierungszeit des Kaisers Trajan wurde Steinamanger zur Hauptstadt der Provinz Oberpannonien ernannt und behielt diesen Status – später für die Provinz Pannonien – bis in die Spätantike.

Im Jahr 303 wurde in der Stadt im Rahmen der Christenverfolgung Quirinus, der Bischof von Siscia, hingerichtet. 316/317 kam der heilige Martin von Tours in Steinamanger zur Welt. Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt nach und nach von ihren meist ostgotischen Bewohnern verlassen, die in sicherere Regionen des Römischen Reichs zogen. Die Stadt wurde am 7. September 456 durch ein Erdbeben stark zerstört.

Frankenzeit

791 suchte Karl der Große die Stadt auf seinem Feldzug gegen die Awaren auf. Im frühen 9. Jh. markierte Sabaria den südlichsten Endpunkt des fränkischen Awarenfürstentums und wurde zu dieser Zeit möglicherweise zu einem weltlichen oder kirchlichen Zentrum ausgebaut.

Nach der Auflösung des awarischen Fürstentums entstand die ostfränkische Grafschaft Steinamanger, und Steinamanger wurde damit wieder Vorort einer politischen Einheit. Deutsche Siedler prägten in der Folge den Stadtnamen „Steinamanger“, der auf die damals überall anzutreffenden antiken Ruinen Bezug nahm.

Die Grafschaft, die sich zwischen Rabnitzbach und Raab erstreckte, dürfte bereits um 844 bestanden haben. Sie existierte durch die gesamte Frankenzeit.

Ungarn

Ab dem 11. Jh. gehörte die Stadt den Bischöfen von Raab. 1407 erhielt sie das Stadtrecht. Königin Maria Teresia stiftete im Jahre 1777 das Bistum Steinamanger. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. befand sich die Stadt in der Mitte der k.u.k. Monarchie und wurde ein wichtiges Verkehrs- und Leichtindustriezentrum. Hier kreuzten sich die beiden Eisenbahnlinien Budapest–Graz (Ungarische Westbahn) und Wien–Agram.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ungarn in widerlicher Weise zerstückelt, die neue „Westgrenze“ Ungarns auf Grund des Vertrages von Trianon 1921 nur 12 km westlich der Stadt gezogen, worunter die zentralen Funktionen der Stadt litten. 1928 wurde hier eines der modernsten Krankenhäuser Ungarns gebaut, und Steinamanger blieb weiterhin Komitatssitz.

Straßengrenzübergänge waren nun bis 2007 westlich Butschu in 14 km, nordwestlich Rechnitz in 23 km und nördlich Rattersdorf in 20 km sowie Klingenbach in 80 km Entfernung.

Britisches Terrorbombardement

Am 4. März 1945 bombardierten britische Kampfflugzeuge in völkermörderischer Absicht die Stadt. Etwa 300 Menschen kamen dabei ums Leben, vier Fünftel aller Gebäude wurden zerstört.

Volksrepublik

Die Jahre der bolschewistischen Volksrepublik waren eine Zeit des Niedergangs und der Depression.


Verweise