Kalbe/Saale (Sf.)

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Das Stift Gottesgnade ist ein Prämonstratenserstift in Kalbe/Saale.


Lage

Das Stift ist auf einem Hügel östlich der Saale nahe bei Kalbe.

Geschichte

Das Stift wurde vom Hl. Norbert gegründet. Es erlangte große geistliche und wirtschaftliche Bedeutung. Wichmann von Seeburg, die Markgrafen Konrad von Wettin und Albrecht der Bär sowie die Staufer-Kaiser stellten das Stift unter ihren Schutz. Das Stift wurde vor allem unter den Schutz der Jungfrau Maria und des Heiligen Viktor sowie der anderen Thebäischen Märtyrer gestellt.

1164 konnte auf dem höchsten Punkt des Hügels eine prächtige romanische Basilika mit zwei gewaltigen Türmen und sechs Glocken von Erzbischof Wichmann geweiht werden. Daneben standen Wirtschafts- und Wohngebäude sowie Sakralbauten wie der Kreuzgang und die Kapellen. Das Stiftshospital außerhalb der Mauern erhielt 1207 ein von einem Prior gestiftetes eigenes Kirchlein.

Die kleine der Jungfrau Maria und dem Evangelisten Johannes geweihte Kirche ist heute das einzige Sakralgebäude, das von der einst imposanten Anlage erhalten geblieben ist. Seit dem 14. Jahrhundert, vielleicht schon früher, existierte in Gottesgnaden eine klösterliche Schule. Bald hatte „Gratia Dei“ eine Reihe von Tochterstiften, sodaß die Zweige bis ins Baltikum und nach Palästina reichten. Die Prämonstratenser von „Gottes Gnade“ bei Calbe waren europaweit berühmt.

Inzwischen konnte das Stift sich weitgehend von landesherrlicher Bevormundung befreien und trat sogar als Geld- und Grundstücksverleih-Institut für Adlige und Bürger auf. Die großen Kolonisationserfolge des Stiftes aus der Pionierzeit gehörten aber im 15. Jahrhundert schon einer ruhmreichen Vergangenheit an. Das Stift Gottesgnaden hatte sich den Ruf einer Heil- und Bildungsstätte, aber auch eines „Bankhauses“ erworben.

Zerstörung durch "Reformation"

Während der "Reformation" wurde das herrliche Stift massiv attackiert und schließlich völlig ausgeraubt und entrechtet. Knapp 200 Jahre später ließt der erste Borussenkönig Friedrich I. Kirche und Kloster vollständig abreißen.

Verweise