Teoderich (Ostgoten)

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  • Flavius Theodericus Rex
  • * 451/56 in Pannonien
  • † 30. August 526 in Raben
  • ca. 470-526


Teoderich der Große war König der der Ostgoten aus dem Geschlecht der Amaler.


Herrschaft

Teoderich, der als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Völkerwanderungszeit gilt, fungierte auch zeitweise als Herrscher der Westgoten und herrschte nach seinem Sieg über Odoaker in Italien.

Sein Name im Gotischen lautet Thiuda-reiks, „der Deutschen Herrscher“. Theoderich gilt als das historische Vorbild für Dietrich von Bern in der deutschen Heldendichtung. zzz

Zu Theoderich

Da Theoderich dem Arianismus anhing, wurde er von der Kirche als Ketzer betrachtet. In seine späte Regierungszeit fiel die Hinrichtung der christlichen Philosophen Boëthius (524) und Symmachus (526) und der Tod des von ihm inhaftierten Papstes Johannes I. Das machte Theoderich für die katholischen Geschichtsschreiber zur negativen Gestalt. Als Theoderich wie Arius selbst auch an der Ruhr starb, wurde dieser Tod als Gottesstrafe dargestellt. Daraus entwickelten sich zwei Traditionen der Höllenüberlieferung, die des Vulkansturzes und des Höllenritts.

Vom Vulkansturz berichtete zuerst Papst Gregor der Große in seinen Dialogen von 593/594: Ein Einsiedler habe gesehen, wie Papst Johannes und Symmachus die Seele Theoderichs an dessen Todestag in den Liparischen Vulkan stürzten als Strafe dafür, daß er beide getötet habe.

Als Zeugnis der Höllenritt-Überlieferung finden sich 2 Reliefplatten am Portal von San Zeno in Verona von ca. 1140, welche einen berittenen König (regem stultum) zeigen, ausgerüstet mit Jagdhorn, Falken und Hunden, der einem Hirsch folgt, der ihn geradewegs auf ein Höllentor zuführt. Es ist zwar nicht namentlich von Theoderich die Rede, doch sprechen gute Gründe dafür. Als Nächstes berichtet die Weltchronik des Otto von Freising (1143–1146) von dem Höllenritt Theoderichs.

In einigen Überlieferungen tritt Dietrich als ein Jäger oder auch Führer der Wilden Jagd auf. So berichtete im Jahre 1197 der Historiograph Gottfried von Köln: In diesem Jahre erschien einigen Wanderern an der Mosel ein Gespenst von riesiger Größe in menschlicher Gestalt, das auf einem schwarzen Rosse saß. Als diese von Schrecken ergriffen waren, näherte sich ihnen kühnlich die Erscheinung und ermahnte sie, keine Furcht zu haben: sie nannte sich Dietrich von Bern und kündete an, verschiedenerlei Unglück und Elend werde über das römische Reich kommen …

Verweise