Tomas von Aquin

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  • * 1225 auf Schloß Roccasecca bei Aquino
  • † 7. März 1274 in Fossanova
  • Gebotener Gedenktag ist der 28. Januar[1]


Tomas von Aquin war Dominikaner und einer der einflußreichsten Theologen und Philosophen der Geschichte. Mütterlicherseits war er mit den Staufern, hier mit Kaiser Friedrich II. verwandt.


Leben

Tomas von Aquin wurde um Neujahr 1225 im Schloß Roccasecca, von Aquino 9 km entfernt, als siebtes Kind des Grafen Landulf von Aquino und Donna Theodora, Gräfin von Teate, geboren. Mit fünf Jahren wurde er als Oblate in das Benediktinerkloster Montekassino geschickt, wo Sinibald, der Bruder seines Vaters, als Abt wirkte.

Tomas’ Familie folgte damit der Tradition, den jüngsten Sohn der Familie in ein geistliches Amt zu geben. Es lag im Interesse der Familie, daß Tomas seinem Onkel nachfolgte. Von 1239 bis 1244 studierte er im Studium Generale der Universität Neapel. 1244 trat er gegen den Willen seiner Verwandten bei den Dominikanern ein, die 1215 als Bettelorden gegründet worden waren. Um Tomas dem Einfluß seiner Eltern zu entziehen, sandte der Orden ihn zunächst nach Rom und dann nach Bologna.

Auf dem Weg dorthin wurde er jedoch von seinen im Auftrag der Mutter handelnden Brüdern überfallen und für kurze Zeit auf die Burg Monte San Giovanni Campano und anschließend nach Roccasecca gebracht. Von Mai 1244 bis Herbst 1245 hielt ihn seine Familie fest. Da Tomas fest in seinem Entschluss blieb, Dominikaner zu bleiben, gab die Familie nach und ließ ihn in den Dominikanerkonvent von Neapel zurückkehren.

An der Universität Paris studierte er von 1245 bis 1248 bei Albertus Magnus, dem er dann nach Köln folgte. Von 1248 bis 1252 war er dort Student und Assistent des Albertus. Ab 1252 war er wieder in Paris, wo er von 1252 bis 1256 als Sentenzenbakkalareus erste eigene Lehrveranstaltungen über die Sentenzen des Petrus Lombardus hielt.

Von 1256 bis 1259 lehrte er in Paris als Magister der Theologie. 1259 kehrte er nach Italien zurück und lehrte zunächst in Neapel und dann 1261 bis 1265 als Konventslektor des Dominikanerkonvents in Orvieto. Von 1265 bis 1268 war er Magister in Rom, wo er mit der Abfassung der Summa Theologiae begann. Von 1268 bis 1272 lehrte er zum zweiten Mal als Magister in Paris. In dieser Zeit entstanden besonders viele seiner Schriften, unter anderem der größte Teil der Summa Theologiae und die meisten seiner Aristoteles-Kommentare. Im Frühjahr 1272 verließ er Paris. Von Mitte 1272 bis Ende 1273 unterrichtete er als Magister in Neapel.

Der schier unglaublichen Menge seiner Schriften nach zu urteilen liegt es nahe, dem Zeugnis seines Hauptsekretärs zu glauben, nach welchem der Aquinat drei oder vier Sekretären gleichzeitig diktiert hat.

Tod

Tomas starb am 7. März 1274 auf der Reise zum Zweiten Konzil von Leiden im Kloster Fossanova. Dante deutet an, daß Karl I. von Anjou für seinen Tod verantwortlich gewesen sei. Villani teilt ein Gerücht mit,[2] dem zufolge Tomas von einem Arzt des Königs mit vergiftetem Konfekt ermordet wurde. Nach dieser Darstellung handelte der Arzt zwar nicht im Auftrag des Königs, aber in der Absicht, ihm einen Gefallen zu erweisen, weil er befürchtete, daß ein Mitglied aus dem Geschlecht der gegen Karl rebellierenden Grafen von Aquino in den Kardinalsrang erhoben werden sollte.

In unterschiedlichen Versionen, die meist Karl die Verantwortung zuschreiben, wurde das Gerücht vom Giftmord auch in den frühen lateinischen und volkssprachlichen Dantekommentaren kolportiert, die in der Zeit nach Dantes Tod entstanden. Tolomeo da Lucca, ein ehemaliger Schüler und Beichtvater des Aquinaten, spricht in seiner Historia ecclesiastica nur von einer schweren Erkrankung auf der Reise bei der Ankunft in Kampanien, bietet jedoch keinen Hinweis auf eine unnatürliche Todesursache.

Papst Johannes XXII. sprach Tomas 1323 heilig. 1567 wurde er in den Rang eines Kirchenlehrers erhoben. Seine Gebeine wurden am 28. Januar 1369 nach Tolosen überführt, wo sie seit 1974 wieder in der Kirche des Dominikanerklosters Les Jacobins ruhen. Von 1792 bis 1974 waren sie in der Basilika Saint-Sernin bestattet.

Bedeutung

Tomas von Aquin gehört zu den bedeutendsten Kirchenlehrern und ist als Doctor Angelicus bekannt. Er zählt zu den Hauptvertretern der Scholastik. Er ist ein Heiliger der Kirche.

Lehre

Zur Lehre Tomas‘ gehört es, daß er neben der Exkommunikation die Hinrichtung von Häretikern für legitim gehalten hat, da er deren Vergehen im Vergleich zu Falschmünzern, welche damals dem Tode überliefert wurden, als schwerwiegender ansieht.[3]

Dichtungen

  • Lauda Sion (Sequenz zu Fronleichnam)
  • Pange Lingua
  • Tantum ergo *[4]
  • Adoro te devote

Der hl. Tomas verfaße das Fronleichnamsoffizium.

  • * Von Franz Schubert vertont.

Zitate

  • Wenn aber die ungerechte Regierung von vielen geführt wird, so heißt das Demokratie, das ist Volksherrschaft, in der die breite Masse die Reichen durch die Macht Ihrer Überzahl unterdrückt. Dann wird das ganze Volk wie ein einziger Tyrann sein.


Verweise




Einzelnachweise

  1. Tag der Übertragung der Gebeine
  2. „si dice“: „man sagt“
  3. Falschmünzer-Vergleich, Summa theologiae, II-II, q. 11, art. 3
  4. Ist aus „Pange lingua