Trient

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  • * Trento


Trient ist eine Stadt Tyrols.

Lage

Trient liegt, umgeben von Bergen, im Flußtal der Etsch, 55 km südlich von Bozen und 100 km nördlich von Verona.

Geschichte

Das Etschtal war schon in der Vorgeschichte besiedelt und bildete eine wichtige Verkehrsroute. Bereits zur rätischen Zeit bestand ein System von Wegen. Die Römer verwandelten die rätischen Routen teilweise in befestigte Straßen, die bei der Eroberung und Erschließung der alpinen Regionen hilfreich waren.

Trient wurde von Kelten gegründet und später von den Römern erobert. Sie nannten den Ort Tridentum wegen des alt keltischen Namens Trent. Nach dem Fall des Weströmischen Reiches im Jahre 476 fiel die Stadt unter verschiedene Herrschaften, bis Kaiser Heinrich II. im Jahre 1004 das Hochstift Trient begründete. Das 1027 von Kaiser Konrad II. gesetzte Siegel eröffnete ein neues Kapitel der Trienter Geschichte, in dem sich die Stadt über acht Jahrhunderte behaupten sollte.

Die historische Bedeutung der Stadt ist vor allem begründet in dem Konzil von Trient von 1545 – 1563, das der Gegenreformation zu ihrem Auftrieb verhalf und ihren geistigen Rahmen bestimmte. In diese Zeit fiel auch die Neugestaltung von Teilen der Stadt im Renaissancestil.

Die Existenz des Fürstbistums endete 1796 durch den Einmarsch napoleonischer Truppen. Danach wurde das Gebiet Teil des Kaisertums Österreich, später Österreich-Ungarns. Trient wurde Sitz der Statthalterabteilung für Welschtirol. Im 19. Jahrhundert setzte mit der Verwirklichung technischer Werke wie der Verlegung der Etsch 1858 und dem Bau der Brennerbahn 1859 eine moderne Stadtentwicklung ein, es entstanden Palazzi der Staatsverwaltung und große Hotels. Vor ihrer Begradigung durchzog die Etsch in vielen Windungen den gesamten Nordteil der damaligen Stadt.

Nach dem Verlust der Lombardei und Veneziens und dem darin liegenden Festungsviereck Mantua-Peschiera-Verona-Legnano war die österreichisch-ungarische Südgrenze ungeschützt. Daher begann man in den frühen 1870er-Jahren mit dem Ausbau der Stadt zur Festung. In Erwartung eines möglichen italienischen militärischen Angriffes, der im Ersten Weltkrieg 1915 – 1918 auch erfolgte, verstärkte und erweiterte Österreich-Ungarn ab 1914 noch einmal massiv die Anlagen der Festung Trient in Stadt und Umland: Festungswerke mit Panzertürmen, Höhlenfestungen und ausgedehnten Schützengrabensystemen. Trient war jedoch zu keiner Zeit im Bereich von Kampfhandlungen.

Persönlichkeiten

  • Martino Martini (1614–1661), Jesuit, Historiker, Geograph und Kartograph
  • Karl Sardagna (1731–1775), Jesuit
  • Chiara Lubich (1920–2008), apostatische Gründerin der Fokolarbewegung

Verweise