Ubiquität

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Definition

Allgegenwart oder Ubiquität ist ein theologischer Fachbegriff, der die allumfassende Präsenz Gottes kennzeichnet.


Kirchliche Lehre

Gott ist im geschaffenen Raum überall gegenwärtig.

Die Allgegenwart Gottes ist Gegenstand der ordentlichen und allgemeinen Lehrverkündigung und ist in dem Dogma der Unermeßlichkeit Gottes wie der Teil im Ganzen enthalten. Die Heilige Schrift schildert die Allgegenwart Gottes anschaulich in Psalm 138. 7 ff.

Aspekte

  • Panentheistische Vorstellung, daß Gott in allen Dingen gegenwärtig ist. Zwar ist er nicht vollständig durch die Dinge bestimmt (Pantheismus), aber er ist in allem zu spüren.
  • Weiterhin gibt es in den anthropomorphen Gottesvorstellungen besondere Aspekte, die auf das Beobachten und das Hüten der Menschen abzielen (Gott als Vater, Gott als Hirte, Erziehung des Menschengeschlechts). Deutlich wird dies in den Worten des 23. ("Der Herr ist mein Hirte“) und des 139. Psalms ausgedrückt: "Ich sitze oder stehe auf, so weißt DU es“. Die Vorstellung einer göttlichen Allgegenwart ist auch für das Bild des Allsehenden Auges konstitutiv.
  • In der lutherischen Ubiquitätslehre wird die Realpräsenz Christi im Abendmahl durch die Vorstellung einer Allgegenwart des erhöhten Christus begründet, die kraft seiner Gottheit auch seinem verherrlichten Leib zukommt. Martin Luther formulierte diese Auffassung gegenüber Ulrich Zwingli, seine Schüler entwickelten sie gegen Johannes Kalvin weiter.
  • Die Orthodoxe Theologie lehnt die Allgegenwart ab und lehrt stattdessen, daß Gott von keinem Ort ausgeschlossen werden kann (Negative Theologie).

Verweise