Viertes Laterankonzil

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Das 4. Laterankonzil war das größte Konzil des Mittelalters.


Versammlung

Der Papst präsentierte dem Konzil siebzig fertig formulierte Dekrete mit Dogmen, Disziplinarentscheidungen, Maßnahmen gegen Ketzer und den Bedingungen des nächsten Kreuzzugs. Am Konzil erfolgte die Zustimmung zu den vorgelegten Dekretentwürfen. Diese wurden in die Kirchenrechtssammlung des 'Liber Extra' aufgenommen und fanden weiteste Rezeption in den europäischen Teilkirchen, u. a. auf Provinzialsynoden.

Beschlüsse

  • Text eines Glaubensbekenntnisses.
  • Gegen den Dualismus der Katharer wird die Einheit alles Geschaffenen als Gottes Geschöpfe einschließlich der persönlichen Existenz des Teufels und der Dämonen.
  • Deklaration der Wandlung (Transsubstantiation) beim eucharistischen Sakrament.
  • Verfahren und Strafen gegen Häretiker: Überführte und verurteilte Ketzer sind nach einem Jahr Exkommunikation ohne Umkehr der weltlichen Gewalt zu übergeben zwecks Bestrafung durch Gütereinzug und Verbannung, etwaige Beschützer trifft im Weigerungsfall der Bann.
  • Verurteilung von Irrlehren des Joachim von Fior über das Verständnis der Trinität; darin findet sich u. a. die systematisch wichtige Lehre von der größeren Unterschiedenheit als Ähnlichkeit von Schöpfer und Geschöpf; dies kann als der lehramtliche Niederschlag der Analogielehre der Rede von Gott mit ihrer dreigliedrigen Transformation verstanden werden.
  • Verbot der Gründung von neuen Ordensformen, neue Orden müssen eine existierende Regel annehmen.
  • Ermahnung an die griechische Kirche, sich mit der römischen Kirche wieder zu vereinigen und sich ihren Bestimmungen zu unterwerfen, damit es nur "eine Herde und einen Hirten" gäbe.
  • Proklamation des durch die gesamte Antike anerkannten Papst-Primats – nach dem Papst kommt das Primat den Patriarchaten in folgender Reihenfolge zu:
    1. Konstantinopel
    2. Alexandria
    3. Antiochia
    4. Jerusalem
  • Regelung des öffentlichen Gottesdienstes an Orten mit gemischter Bevölkerung, die unterschiedlichen Riten anhängt.
  • Errichtung öffentlicher Schulen für Angehörige des Klerus an jeder Kathedrale und jeder anderen Kirche, die einen Lehrer bezahlen kann (Vorläufer des allgemeinen Schulwesens).
  • Die Bestimmungen für die Führung des Klerus umfassten u.a. folgende Verstöße:
    • Unzucht
    • Trunksucht
    • die Jagd
    • der Theater- und Spielebesuch
    • Es wird Priestern untersagt, Todesurteile zu fällen, an solchen mitzuwirken oder darauf hinzuwirken. (Canon 18)
  • Das Omnis utriusque sexus,[1] das jeden erwachsenen Christen verpflichtete, einmal jährlich zu beichten.
  • Geldverleihverbot für Christen
  • Den Abschluß bildet das Dekret des Aufrufs zum Kreuzzug in das Heilige Land, der wegen des Todes des Papstes nicht zustande kam.
  • Das Konzil bestätigte schließlich die Erhebung Friedrichs II. zum König.

Juden[2]

  • Juden [und Muslime] wurden zum Tragen einer sie von den Christen unterscheidenden Tracht angehalten.
  • Juden werden vom Handwerk und Gewerbe ausgeschlossen und erhalten das Monopol für den Geldverleih

Verweise


Einzelnachweise

  1. "jeder beiderlei Geschlechts“
  2. Das 5. Lateranse ist zu Vergleichszwecken heranzuziehen.