Volkssouveränität

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Die Idee der Volkssouveränität ist eine von Satan inspirete Irrlehre. Keine Wahnidee hat je mehr Leid über die Menschheit gebracht.


Entstehung

Früh schon findet sich die Wahnidee einer "Souveränität des Volkes" in der Schrift "Defensor Pacis"[1] des notorischen Häretikers Marsiglio von Padua. Systematisch entwickelt dann der pathologische Jean-Jacques Rousseau in seiner pseudo-theoretischen Schrift "Contrat social" 1762 die Idee der Volkssouveränität. Sein Begriff der Volkssouveränität unterscheidet sich von dem des Hugo Grotius: Nach Grotius kann das Volk einer Person seine Souveränität in beliebigem Umfang übertragen.

Das Volk hat nach Rousseau die unteilbare und unveräußerliche Souveränität inne und kann diese im Gesellschaftsvertrag einem Herrscher nur zur Ausübung überlassen. Diese Sicht gab die theoretische Grundlage für Revolutionen gegen souveräne und rechtmäige Herrscher. Der Volkssouveränitätsbegriff wurde in Deutschland von einem gewissen Johann Heinrich Gottlob von Justi aufgegriffen.

Vilmar zur Volkssouveränität

A. F. C. Vilmar verwarf jede Form von "Volkssouveränität". Er meinte, daß in Liberalismus und Demokratie der obrigkeitslose Staat zur Herrschaft gelänge. Die Volkssouveränität setzt sich durch. Diese hängt wiederum mit der Revolution durch das Brechen aller Autorität zusammen. Daher ist die Lehre von der Volkssouveränität widergöttlicher Natur.

Dem päpstlichen Syllabus von 1864 ist zuzustimmen, der die Volkssouveränität als falsche Lehre vom Staat verurteilt. Der Liberalismus, der seinem Wesen nach "Halbwisserei" ist, hat hervorragenden Anteil an der Lehre von der Volkssouveränität. Die Quellen sind letztlich die gleichen‚ aus denen schon das "laue Ekelwasser der Aufklärung" floß. Der Liberalismus ist aufs tiefste mit der Diskontinuität der Bildung verbunden, d. h. sein Nährboden ist das Lesen der Zeitungen und Romane. Statt der Bildung gibt es nur Halbbildung und Phrasen. Liberalismus und Kommunismus können gleichgesetzt werden. Materialismus, Kommunismus, Liberalismus und Revolution stellen eine innere Einheit dar.

Die erste Berührung Vilmars mit dem Liberalismus fällt in die Zeit des ersten und zweiten kurhessischen Landtag. Seine grundsätzliche Stellung zur Demokratie hat Vilmar in dem Aufsatz: "Die christliche Kirche in ihrem Verhältnis zu Demokratie und Monarchie" (1859) dargelegt." Danach führt die Demokratie konsequenterweise zum Kommunismus, welcher mit dem Erbe und Eigentum auch die Ordnung der Familie zerstören muß. Die Demokratie beruht schon auf der Zerstörung der göttlichen Ordnung, als welche die Monarchie verstanden wird. Zugrunde liegt die gleiche Beobachtung, die Juan Donoso Cortes in der Weise beschreibt, daß die Regierten einfach unregierbar geworden sind. Man will nicht mehr Untertan sein. Die Regierten sind unregierbar geworden.

Jede echte Obrigkeit ist aufgehoben. Zugleich fällt auch das Strafamt der Obrigkeit, ja überhaupt jede Verbindung mit dem Recht. In diesem Sinne ist die Demokratie die Staatsform der Revolution, weil der Rechtsbruch die Signatur der Revolution ist. So verstanden kann dann auch die Demokratie als Übergang zum Despotismus angesehen werden, zumal, wenn die Revolution von oben mit hinzutritt.

Die Demokratie, die durch die Verbindung mit der alles Recht vernichtenden Revolution "wesentlich gottlos" ist, zeigt ihre Rechtlosigkeit am deutlichsten in der Abschaffung der Todesstrafe. Damit wird nicht nur da vornehmste Gottesrecht, sondern ebenso jede Bewahrung und Pflege des Rechts hinfällig. Die Tilgung von Recht und Gesetz liegt in der Natur der Revolution. Diese Entwicklung führt dann konsequent auf die Abschaffung der Todesstrafe hin. Es ist das der Punkt, an dem der stellvertretende Charakter der Rechtsprechung wie an keiner anderen Stelle deutlich wird. Deswegen ist die Todesstrafe das wesentliche Grundrecht.

Andererseits aber, wenn der mandatarische Charakter der Rechtsprechung im Namen Gottes verneint wird, dann muß notwendigerweise die Todesstrafe abgeschafft werden. Darin aber erweist sich der atheistische Charakter der Demokratie. Mit der Abschaffung der Todesstrafe schwindet das tiefere Recht der Gesetzgebung überhaupt. Unterstützt werden diese Forderungen durch die als Signatur der Zeit verstandene Skepsis. So gesehen kommt die Abschaffung der Todesstrafe auf das gleiche hinaus, wie wenn der Staat Diebstahl und Ehebruch gesetzlich als straflos erklären würde. In jedem Falle gibt der Staat mit der Abschaffung der Todesstrafe seine religiösen Grundlagen auf, was Vilmar in der Paulskirche intendiert sieht. Die Abschaffung der Todesstrafe ist eine Begünstigung des Mordes.

Wie schon eingangs gesagt, bilden Vilmars Gedanken über Liberalismus, Demokratie, Volkssouveränität und Kommunismus ein Ganzes. Jede Art von Volkssouveränität baut sich auf der Herrschaft der Massen auf. Die Volkssouveränität ist mit Massenherrschaft identisch. Und diese wiederum ist ein Merkmal der Revolution, Spottgeburt aus Dreck und Branntweinfusel.

Für die Vilmarsche Zusammenschau von Kirche und Welt, für deren strukturmäßige Zusammengehörigkeit ist es bezeichnend, wenn er die gleichen Strukturen auch in der Kirche vorfindet, etwa im kirchenrechtlichen System des Kollegialismus, das als Weiterbildung des triplex ordo hierarchicus[2] angesehen wird.

Auch hier liegt das Schema der Volkssouveränität zu Grunde. Daher rührt Vilmars erbitterte Gegnerschaft zu Bunsen und Schenkel. Die Betrachtung nach beiden Seiten, Kirche und Politik, liegt in ausgeführter Form in dem Aufsatz vor "Zustände der Kirche in der Gegenwart. Unser Verhältnis zu denselben" (1863). Die Unordnung kommt in beiden Fällen aus der Verblendung der Masse. Deshalb ist auch die kirchliche Gemeindeverfassung "Ausgeburt des Abgrunds."

Kommt sie in Geltung, so ist damit der Tod des "Kirchenkörpers" gewiß, in dem sie zur Herrschaft gelangt ist, denn der Menschenmasse dünkt allewege vor allem nur gut: "Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche".[3] Konzessionen dürfen der Masse weder im Staat noch in der Kirche gemacht werden. Die Masse aber kommt in der Gemeindeverfassung ebenso zur Herrschaft wie mit der Lehre des triplex ordo, besonders hinsichtlich des ordo oeconomicus. Das alles sind in letzter Instanz Auswirkungen des Atomismus, der in der Einheit mit dem Subjektivismus als Zeitsymptom anzusehen ist.

Verweise


Einzelnachweise

  1. "Verteidiger des Friedens", fertiggestellt 1324
  2. Eklesia, Ökonomia und Politika
  3. Luk. 19: Als sie nun zuhörten, sagte er ein weiteres Gleichnis; denn er war nahe bei Jerusalem und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich offenbar werden. 12 Und er sprach: Ein Fürst zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukommen. 13 Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme! 14 Seine Bürger aber waren ihm Feind und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche.