Würzburg (Bt.)

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  • 741 (bis 1803 Suffragan von Mainz)
  • Sitz: Würzburg

Kathedralkirche

  • Marienkirche auf der Festung Marienberg, 8.Jh. (Kathedrale 741-754); Neumünster St. Johannes Evangelist, 8.-18.Jh. (Kathedrale 754-787); Dom SS. Kilian, Kolonat und Totnan, 8.-18.Jh (Kathedrale seit 787)

Bischöfe

  • Auswahl
Herrschaftszeit Dauer Name Haus Infos
742 - 754 12 hl. Burkard Burkard war ein aus Südwestengland stammender Mönch und vorher Abt des Klosters Neustadt am Main. Er engagierte sich in der Heidenmission. Burkard starb im Februar 755 in Homburg am Main.
754 - 769 15 Hl. Megingaud Meginaud war vorher Abt im Kloster Neustadt. Als Bischof repräsentierte er sein Bistum auf diversen Reichsversammlungen und Synoden. Er legte sein Amt nieder und zog sich in sein früheres Kloster nach Neustadt am Main zurück, wo er 783 starb.
769 - 794 25 Berowelf Berowelf wirkte über die Bistumsgrenzen hinaus und ist auch als Kirchengründer genannt.
Hl. Gumbert Gumbert war Gründer und erster Abt des Klosters St. Gumbertus. Er hat mehrere Reliquien hinterlassen. Er starb noch während seiner Wahl zum Bischof.
795 - 802 7 Liutrit Liutrit setzte die Missionierungstätigkeit seiner Vorgänger fort. Klostergründungen und damit verbundene Schenkungen strapazierten das Bistum.
802 - 809 7 Egilwart Egilwart knüpfte an die Missionierungstätigkeit an. Weitere Klöster wurden gegründet.
809 - 831 22 Wolfgar Unter Wolfgar besserten sich die Beziehungen zum Kloster Fulda.
832 - 842 10 Hunbert Hunbert trat in der Reichspolitik kaum in Erscheinung, er widmete seine Energie dem kontinuierlichen Ausbau der Dombibliothek.
842 - 855 13 Gozbald Gozbald wurde von Ludwig II. dem Deutschen als Bischof vorgeschlagen; von 830 bis 833 war er Leiter der königlichen Kanzlei.
855 - 892 37 Arn Unter Arn begann der Wiederaufbau des niedergebrannten Domes. Er nahm aktiv an Reichstagen und Reichssynoden teil. Auf dem Rückweg von einem Feldzug gegen die Böhmen wurde er 892 zusammen mit seinen Gefährten von Erzgebirglern getötet.
892 - 908 16 Rudolf I. Rudolf war ein Konradiner. Er fiel im Kampf gegen die Ungarn.
908 - 931 23 Thioto Thioto ist nur in der Reichspolitik nachweisbar, Spuren in Würzburg hat er nicht hinterlassen.
932 - 941 9 Burchard II. Abt der Abtei Hersfeld
941 - 961 2 Poppo I. Poppo stammte aus dem Hause der Babenberger mit mächtigen Brüdern. Er war vom König als Anwärter auf das Bischofsamt begünstigt und wurde auch dessen Kanzler.
961 - 983 22 Poppo II.
983 - 990 7 Hugo Hugo engagierte sich für die Reaktivierung von Klöstern, die im 10. Jahrhundert niedergegangen waren. Er widmete sich besonders dem Andreaskloster, welchem er als neuen Patron den Heiligen Burkhard zuordnete, dessen Gebeine in das Kloster überführt wurden. Das nunmehrige Kloster Burkhard erhielt Pfarreien und Dörfer, die die wirtschaftliche Lage sichern sollten.
990 - 995 5 Bernward Auch Bernward führte die Revitalisierung von Klöstern fort. Man fühlte sich ermächtigt nachträglich Urkunden vergangener Könige anzufertigen, um an vergangene Rechte anzuknüpfen.
996 - 1018 22 Heinrich I. In die Zeit Bischof Heinrichs fiel die Gründung des Bistums Bamberg. Dies bedeutete eine Gebietsverlagerung für das Bistum Würzburg, welches aber auch kontinuierlich an Größe gewann. Die Stadtmauer von Würzburg wurde angelegt. Heinrich kämpfte mit dem König gegen den Markgrafen Heinrich von Schweinfurt.
1018 - 1034 16 Meginhard I. Meginhard war beschäftigt mit Streitigkeiten zwischen dem Bischof von Mainz Aribo und dem Papst bezüglich von Eheangelegenheiten der Gräfin Irmgard von Hammerstein und dem Gandersheimer Kirchenstreit.
1034 - 1045 11 Hl. Bruno Bruno ließ den Würzburger Dom neu erbauen. Bruno starb bei einem Unfall bei einem Festmahl im Zusammenhang mit der Regelungen des Erbes des verstorbenen Grafen Adalbero II. von Ebersberg.
1045 - 1090 45 Hl. Adalbero Im Investiturstreit war Adalbero ein überzeugter Anhänger von Papst Gregor VII. Wegen seiner Überzeugungen ins Exil getrieben, verbrachte er seine letzten Jahre im Kloster Lambach, während Gegenbischöfe in Würzburg amtierten. Die nach seinem Tod überlieferten Wunder führten 1883 schließlich zu seiner Heiligsprechung. Das Bild zeigt Adalbero als plastische Figur auf seinem Epitaph.
1085 - 1088 3 Meginhard II. Meinhard wurde nach der Vertreibung Adalberos von Heinrich IV. als Bischof eingesetzt. Dieser hatte bereits nach seiner Rückkehr vom Gang nach Canossa 1077 oder 1078 den Naumburger Bischof Eberhard als Administrator von Würzburg eingesetzt. Eberhard starb 1079 in der Nähe von Würzburg bei einem Sturz vom Pferd.
1089 - 1105 16 Emehard Er war erstgeborener Sohn des Grafen Richard von Comburg und wurde von Heinrich IV. als Bischof eingesetzt.
1105 - 1121 16 Erlung Er wurde von König Heinrich IV. ernannt und später von dessen Sohn und Nachfolger bestätigt.
1105 - 1106 1 Rupert Rupert wurde von Heinrich V., der sich mit seinem Vater Heinrich IV. um die Krone stritt, zum Bischof eingesetzt. Nachdem Heinrich V. den Streit für sich entschieden hatte, bestätigte er den von seinem Vater ernannten Erlung.
1121 - 1125 4 Rugger In Münsterschwarzach von der kaiserfeindlichen Partei unter Führung des Adalbert I. von Saarbrücken, Erzbischof von Mainz, zum Bischof gewählt
1121 - 1127 6 Gebhard von Henneberg Henneberg Von der kaiserlichen Partei zum Bischof gewählt, konnte er sich auch nach Ruggers Tod nicht durchsetzen und gab seinen Anspruch 1127 auf. 1125 widmete Ulrich von Bamberg ihm das Werk Codex Udalrici.
1127 - 1146 19 Embricho Embricho gründete mehrere Klöster, darunter das Schottenkloster Würzburg, Kloster Wechterswinkel und Kloster Oberzell der Prämonstratenser. Er starb auf dem Rückweg als diplomatischer Gesandter von Konrad III. in Aquileia, wo er auch begraben wurde.
1146 - 1150 4 Siegfried von Truhendingen Truhendingen Siegfried stammte aus dem alten hochadeligen fränkisch-schwäbischen Grafengeschlecht der von Truhendingen.
1150 - 1159 9 Gebhard von Henneberg Henneberg Gebhard wurde ein zweites Mal zum Bischof gewählt und konnte sich nun durchsetzen. Er engagierte sich für die Wahl von Friedrich Barbarossa und stand mit ihm in enger Verbindung, was Würzburg einen kaiserlichen Hoftag und einen Reichstag bescherte.
1159 - 1165 6 Heinrich II. von Stühlingen Stühlingen Zur Finanzierung der Kontingente für Friedrich Barbarossas Kriegszüge bot das Bistum erhebliche Anstrengungen auf. Königsurkunden zur Legitimation des Anspruchs auf die Herzogswürde in Franken wurden gefälscht. In dieser Zeit trat auch Johannes von Würzburg in Erscheinung.
1165 - 1171 6 Herold von Höchheim Auf dem Reichstag in Würzburg wurde am 10. Juli 1168 die Güldene Freiheit ausgestellt. Das Dokument wurde von Wortwin verfasst. Friedrich Barbarossa bescheinigte darin dem Würzburger Bischof die Herzogswürde. Der Bischof erhielt umfassende Rechte die Gerichtsbarkeit betreffend, aber längst nicht die erhoffte Vormachtstellung des alten Stammesherzogtums.
1171 - 1186 15 Reginhard von Abenberg Abenberg Reginhard stammte aus dem hochadeligen Grafengeschlecht von Abenberg. Auch wenn er sich kaum in der Reichspolitik engagierte, war er unmittelbar am Sturz Heinrichs des Löwen beteiligt.
1186 - 1190 4 Gottfried I. von Spitzenberg Spitzenberg Gottfried gab sein Amt als Bischof von Regensburg (1185–1186) zugunsten von Würzburg auf. Er organisierte einen Kreuzzug zur Rückeroberung des kurz vorher verlorenen Jerusalems. Er starb wie viele andere Kreuzritter auch an einer pestartigen Krankheit in Antiochia.
1190 - 1191 1 Philipp von Schwaben Philipp war Elekt, verzichtete aber 1191 auf das Amt, nach seinem Austritt aus dem geistlichen Stand war er Herzog von Schwaben (1196–1208), Markgraf der Toskana (1195–1197) und bis zu seiner Ermordung Römisch-deutscher König (1198–1208) aus dem Hause der Staufer. In Würzburg hat er keine Spuren hinterlassen.
1191 - 1197 6 Heinrich III. von Berg Berg Heinrich war von 1169 bis 1172 Bischof von Passau, später Dompropst in Speyer und Bamberg, 1191 zum Bischof von Würzburg gewählt, 1192 vom Mainzer Erzbischof Konrad geweiht. In der Reichspolitik trat er 1193 in Erscheinung als der Kaiser Heinrich VI. zu Gast in Würzburg war und mit Herzog Leopold von Österreich am 14. Februar einen Vertrag über die Auslieferung des englischen Königs Richard Löwenherz aushandelte, der bei der Rückkehr vom Dritten Kreuzzug in Gefangenschaft geraten war.
1198 - 1202 4 Konrad I. von Querfurt Konrad tauschte sein Amt als Bischof von Hildesheim (1194–1199) zugunsten von Würzburg und ebnete damit den Weg für den Würzburger Bischofsstuhl für seine Lobdeburger Verwandten. Er fiel einer Intrige zum Opfer und wurde von Bodo von Ravensburger ermordet. Der älteste erhaltene Teil der heutigen Festung Marienberg, der Fürstenbau, geht auch auf ihn zurück.
1202 - 1207 5 Heinrich IV. von Heßberg Heßberg Heinrich, mit dem Beinamen „Caseus“, stammte aus der Familie von Heßberg.
1207 - 1223 16 Otto I. von Lobdeburg Lobdeburg Otto führte ein repräsentatives Leben, was den Finanzhaushalt des Bistums in Schieflage brachte. Seine Verdienste liegen in der Reichspolitik. Er setzte sich 1212 gegen den späteren Eichstätter Bischof Heinrich III. von Ravensburg durch, der ihm mit Unterstützung des Mainzer Metropoliten den Bischofsstuhl streitig machte.
1223 - 1225 2 Dietrich von Homburg
1225 - 1254 29 Hermann I. von Lobdeburg Lobdeburg Hermann gelang durch geschickte Politik das Gebiet des Bistums zu erweitern, den Haushalt zu sanieren und sich gegen Ansprüche der Nachbarfürsten durchzusetzen. Er war der Gründer diverser Klöster.
1254 - 1255 1 Heinrich V. von Leiningen Heinrich besetzte aufgrund einer päpstlichen Expektanz Würzburg, die 1255 entsetzt wurde. Nach einer Schlichtung verzichtete er auf seine Ansprüche in Würzburg und starb am 18. Januar 1272 als Bischof von Speyer.
1254 - 1265 11 Iring von Reinstein-Homburg Reinstein-Homburg Im Streit um den Bischofsstuhl setzte Iring viel Energie in die Auseinandersetzung mit Heinrich von Leiningen. Er hatte dabei Rückhalt unter der Bürgerschaft Würzburgs. Als Bischof pflegte er friedliche Beziehungen zu seinen Nachbarn und widmete sich kirchlichen Angelegenheiten.
1267 - 1271 4 Poppo III. von Trimberg Als gewählter Bischof hatte sich Poppo gegen Berthold I. von Henneberg durchzusetzen. Er starb nach wenigen Jahren als Bischof, in denen er seinen Anspruch in Prozessen an der Kurie geltend machte.
1267 - 1274 7 Berthold I. von Henneberg Henneberg Kaum hatte Berthold als Gegenbischof die Auseinandersetzung mit Poppo III. von Trimberg überstanden, focht sein künftiger Nachfolger Berthold II. von Sternberg seine Position an. Beide trafen 1266 in der Schlacht bei Kitzingen mit ihren Armeen zusammen. Berthold musste auf Dauer aufgeben und er wurde 1275 abgefunden. Er starb am 29. Dezember 1312 als Mainzer Weihbischof.
1274 - 1287 13 Berthold II. von Sternberg Sternberg Im Kampf um den Bischofsstuhl schlug Berthold Berthold I. von Henneberg in der Schlacht bei Kitzingen. Beide einigten sich letztlich in einem Vergleich. Er gilt nach einer Ebracher Überlieferung jedoch als erster Bischof, der sein Herz im Kloster Ebrach bestatten ließ. Darauf deutet dort auch eine Sepultur hinter dem Hochaltar aus dem frühen 14. Jahrhundert hin.
1287 - 1303 16 Manegold von Neuenburg Mangeold war Bischof von Bamberg (1285–1286), er gab diese Position auf und wechselte nach Würzburg.
1303 - 1313 1 Andreas von Gundelfingen Gundelfingen Andreas unterstützte König Albrecht I. beim Feldzug gegen Böhmen. Streitigkeiten ergaben sich mit den Grafen von Henneberg wegen der doppelten Verpfändung von Burg und Stadt Schweinfurt.
1313 - 1314 1 Friedrich von Stolberg Stolberg Der Domherr Friedrich wurde offenbar nachträglich nach der Wahl von Gottfried III. von Hohenlohe von einer Minderheit zum Bischof gewählt und von Ludwig dem Baiern favorisiert. Er verstarb an der Kurie. Erst 1317 einigten sich alle Parteien auf Gottfried III.
1314 - 1322 8 Gottfried III. von Hohenlohe Hohenlohe Im Streit um den Thron zwischen Ludwig IV. und Friedrich III. stellte sich Gottfried auf die Seite des Friedrich III., wie auch das Haus Hohenlohe und der fränkische Adel insgesamt.
1322 - 1333 11 Wolfram Wolfskeel von Grumbach Wolfram war einer der wenigen Reichsfürsten auf der Seite von Papst Johannes XXII. gegen Ludwig dem Baiern. Später söhnte er sich mit dem König aus, es gelang ihm aber auch seine guten Beziehungen zum Papst aufrechtzuerhalten.
1333 - 1335 2 Hermann II. Hummel von Lichtenberg Hummel von Lichtenberg Hermann war Kanzler des Kaisers Ludwig dem Bayern und es kam 1333 zu einer Doppelwahl zusammen mit Otto II. von Wolfskeel. Als Gegenbischof behauptete er sich in Würzburg bis zu seinem Tod, wurde aber dann von Otto II. abgelöst.
1333 - 1345 12 Otto II. von Wolfskeel Otto II. gelangen erhebliche Gebietserweiterungen des Bistums. Seine Amtszeit war auch in geistlicher Hinsicht erfolgreich: Er konnte 13 neue Pfarreien errichten, reformierte einige Klöster und führte das Amt des Generalsvikars ein.
1345 - 1349 4 Albrecht I. von Hohenberg Hohenberg Albrecht († 1359) bemühte sich um sein Heimatbistum als Bischof von Konstanz. Unmittelbar anschließend an seine Würzburger Zeit war er Bischof von Freising (1349–1359).
1345 - 1372 17 Albrecht II. von Hohenlohe Hohenlohe Albrecht wurde ebenfalls 1345 gewählt, 1350 nimmt er auch faktisch seinen Platz als Bischof ein. Trotz eines umfassenden fränkischen Landfriedens verbündete sich Albrecht mit den benachbarten Fürsten zur Zerschlagung des Schlüsselberger Besitzes. Konrad II. von Schlüsselberg starb als letzter seines Geschlechtes während der Belagerung.
1372 - 1372 1 Withego Hildbrandi Withego und Albrecht III. von Heßberg wurden gleichzeitig erwählt. Während Withego als Bischof von Naumburg überwechselte, verteidigte Albrecht als Gegenbischof seine Ansprüche.
1372 - 1376 4 Albrecht III. von Heßberg Heßberg Albrecht und Withego Hildbrandi wurden gleichzeitig erwählt. Papst Gregor XI. setzte sich über die Entscheidung des Domkapitels hinweg und übergab Gerhard von Schwarzburg den Würzburger Bischofsstuhl. Während Withego als Bischof von Naumburg überwechselte, verteidigte Albrecht als Gegenbischof seine Ansprüche. Erst als Gerhard mit einer Armee anrückte, floh er auf seine Besitzungen und arrangierte sich erst Jahre später mit Gerhard. Er war dann wieder als Würzburger Domherr tätig.
1372 - 1400 28 Gerhard von Schwarzburg Schwarzburg Als bedrängter Bischof von Naumburg wechselte Gerhard nach Würzburg über. Unter seiner Regentschaft lehnten sich Würzburg und andere Städte des Hochstifts auf, wurden aber niedergeworfen. Der innere Konflikt beherrschte die Ära.
1400 - 1411 11 Johann I. von Egloffstein Johann war im fränkischen Städtekrieg 1397 als Anführer in der entscheidenden Schlacht bei Bergtheim beteiligt. Als Bruder des Konrad von Egloffstein erschien er auch nach der Niederlage des Deutschen Ordens in der Schlacht bei Tannenberg in Preußen und beteiligt sich an den Friedensverhandlungen zwischen dem Orden und Polen. Zusammen mit seinem Bruder ist er in Thorn unter den Bevollmächtigten des Deutschen Ordens, die den Ersten Frieden von Thorn zeichnen.
1411 - 1440 29 Johann II. von Brunn Brunn Unter Johann mehrte sich die Schuldenlast des Stifts, das Domkapitel versuchte ihn durch Coadjutoren zu ersetzen. Er war beteiligt an Maßnahmen gegen die ins Reich einfallenden Hussiten.
1440 - 1443 3 Sigismund von Sachsen Der als Hoffnungsträger erwartete Sigismund trägt eine neue Problematik in das Bistum: In der Erwartung der sächsischen Kurfürstenfamilie den Einfluss auf das Bistum Würzburg auszudehnen, verhielt sich Sigismund sehr ungewöhnlich und verbündete sich zur Durchsetzung seiner Interessen mit dem Markgrafen Albrecht Achilles. Der zunehmende innen- und außenpolitische Druck zwang ihn schließlich zur Abdankung. Er starb am 24. Dezember 1471 in der Verbannung. Er wurde in der Fürstengruft des Meißner Domes bestattet.
1443 - 1455 12 Gottfried IV. Schenk von Limpurg Schenk von Limpurg Gottfried begann mit der Konsolidierung des Staatshaushalts und führte das Bistum relativ unbeschadet durch kriegerische Zeiten.
1455 - 1466 11 Johann III. von Grumbach Grumbach Johann stand für das Zeremonienschwert an Stelle des Krummstabes. Er nahm einen Kontrapunkt zu seinem Vorgänger ein und verwickelte sich in zahlreiche Fehden und Konflikte mit den benachbarten Fürstentümern.
1466 - 1495 29 Rudolf II. von Scherenberg Scherenberg Rudolf galt als umsichtiger Verwalter, der Schulden abtrug und verpfändeten Besitz und Ämter auslöste bzw. dazugewann. Er setzte sich gegenüber Hans Böhm durch, einem Schafshirten, der als Bußprediger offenbar Tausende von Bauern ansprach, die als Wallfahrer zu ihm nach Niklashausen pilgerten. Hans Böhm endete auf dem Scheiterhaufen, die riesige Menschenmenge löste sich verhältnismäßig friedlich wieder auf. Der von Tilman Riemenschneider geschaffene Epitaph des Bischofs zeigt denselben mit detailgetreuen (nicht idealisierten) Gesichtszügen und der Haltung eines alten Mannes.
1495 - 1519 24 Lorenz von Bibra Lorenz stand mit bedeutenden Personen seiner Zeit im Kontakt, darunter Martin Luther und Johannes Trithemius. Im Unterschied zu seinem Vorgänger zeigt sein Epitaph aus der Hand Tilman Riemenschneiders ihn im spätgotischen, idealisierten Stil.
1519 - 1540 21 Konrad II. von Thüngen Der Bauernkrieg tobte zu Zeiten Konrads fast schwerpunktmäßig in den Grenzen des Bistums. Nur mit Hilfe des Schwäbischen Bundes gelang dem zunächst geflohenen Bischofs die Rückeroberung Würzburgs. Im Fränkischen Krieg setzte er sich zuvor für seine bedrängte Verwandtschaft auf der Reußenburg ein. Lorenz Fries zählte zu seinem Beraterstab, dieser stand auch noch seinen beiden Nachfolgern zur Seite und ist heute bekannt für seine Geschichtschroniken.
1540 - 1544 4 Konrad III. von Bibra Konrad stand in einem Zwiespalt mit seinen geistlichen Würden, er versuchte mehrfach seine Ordination abzulegen.
1544 - 1558 14 Melchior Zobel von Giebelstadt Zobel von Giebelstadt Melchior wurde Opfer der Fehde mit Wilhelm von Grumbach, der später im Grumbachschen Händel noch von sich reden machte.
1558 - 1573 15 Friedrich von Wirsberg Friedrich verfolgte zunächst die Mörder seines Vorgängers in Richtung Frankreich.
1573 - 1617 44 Julius Echter von Mespelbrunn Julius betrieb energisch die Gegenreformation. Er errichtete zahlreiche Kirchen. Im Fuldaischen Händel wurde Balthasar von Dernbach abgesetzt und er übernahm die Rolle des Administrators der Fürstabtei Fulda, sehr zum Mißfallen von Papst Gregor XIII.
1617 - 1622 5 Johann Gottfried von Aschhausen Johann Gottfried, zugleich Fürstbischof von Bamberg (1609–1622)
1623 - 1631 8 Philipp Adolf von Ehrenberg Stand für mutige Rekatholisierung.
1631 - 1642 11 Franz von Hatzfeld Franz war auch Fürstbischof von Bamberg (1633–1642). Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden Bamberg, Franz war gezwungen nach Köln zu fliehen. Der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna belehnte 1633 den Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar mit den Bistümern Würzburg und Bamberg. Die beiden Bistümer sollten dauerhaft unter dem Namen „Herzogtum Franken“ zusammengeführt werden. Nach der Niederlage bei Nördlingen konnten sich die Schweden nicht mehr halten und Franz kehrte 1634 aus dem Exil zurück.
1642 - 1673 31 Johann Philipp von Schönborn Während des Dreißigjährigen Krieges handelte er Entlastungen für das gezeichnete Bistum bei den verschiedenen Kriegsparteien aus. Aufgrund seiner umsichtigen Rolle bei den Verhandlungen des Westfälischen Friedens wurde er auch Erzbischof von Mainz (1647–1673) und später noch Bischof von Worms (1663–1673). Er war einer der ersten Fürsten, der Hexenprozesse auf seinem Territorium verbot.
1673 - 1675 2 Johann Hartmann von Rosenbach In seiner Amtszeit fielen die Franzosen im Holländischen Krieg unter Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne ins Bistum ein, konnten aber von Raimondo Montecuccoli zurückgeschlagen werden.In seiner Amtszeit fielen die Franzosen im Holländischen Krieg unter Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne ins Bistum ein, konnten aber von Raimondo Montecuccoli zurückgeschlagen werden.
1675 - 1683 8 Peter Philipp von Dernbach gen. Graul Peter Philipp war mit Rückhalt von Papst und Kaiser auch Fürstbischof von Bamberg (1672–1683). Es gelang ihm die Herrschaft Wiesentheid in eine Reichsgrafschaft umzuwandeln und seinem Neffen zu unterstellen.
1683 - 1684 Konrad Wilhelm von Wernau Konrad Wilhelm war nur kurz im Amt. Er starb noch vor seiner päpstlichen Bestätigung.
1684 - 1698 14 Johann Gottfried von Guttenberg Im Pfälzischen Krieg (1688–1697) scherte der Bischof aus dem Militärverbund des Fränkischen Reichskreises aus und ging ein Bündnis mit dem Kaiser ein, dem er auch Truppen unterstellte. Er war Gründer der Bruderschaft „Maria Hilf“ und entwickelte eine rege Bautätigkeit.
1699 - 1719 20 Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths Johann Philipp steht für weitere Bautätigkeiten in Würzburg.
1719 - 1724 5 Johann Philipp Franz von Schönborn Johann Philipp Franz stammte aus der einflussreichen Familie von Schönborn. Er war Neffe des Lothar Franz von Schönborn und drei seiner Brüder wurden ebenfalls Bischöfe, darunter auch der spätere Würzburger Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn. Johann Philipp Franz war in der Bevölkerung ausgesprochen unbeliebt. Er legte den Grundstein für die 1721 begonnene Schönbornkapelle, die von Johann Balthasar Neumann entworfen wurde und als Grablege der Familie vorgesehen war.
1724 - 1729 5 Christoph Franz von Hutten Im Vergleich zum alternativen Kandidaten Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim mit absolutistischen Zügen galt Christoph Franz als volksnah, denn er stammte aus einer ritterlichen Familie und förderte die Marienverehrung. Aber auch er setzte große Bauvorhaben um, die mit dem Namen Johann Balthasar Neumanns verbunden sind. Dazu waren Steuererhöhungen notwendig und er bediente sich den Instrumenten des Merkantilismus.
1729 - 1746 17 Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim Friedrich Karl folgte seinem Onkel Lothar Franz von Schönborn als Fürstbischof von Bamberg (1729–1746) nach und übernahm wenig später auch das Amt in Würzburg. Friedrich Karl betätigte sich in einem nie da gewesenen Umfang als Bauherr und Mäzen. Damit setzte er wirtschaftliche und künstlerische Impulse. Reformen und seine Förderung der Wissenschaften waren von aufklärerischer Prägung.
1746 - 1749 3 Anselm Franz von Ingelheim Anselm Franz war nur kurze Zeit im Amt. Er versuchte sich von der Ära der Familie Schönborn, die zahlreiche Akzente gesetzt hatte, abzugrenzen.
1749 - 1754 5 Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads Karl Philipp ist der Neffe des vormaligen Würzburger Bischofs Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollrads. Er setzte das Mäzenatentum der Familie Schönborn fort als Förderer der Wissenschaften und durch zahlreiche Bautätigkeiten, wo er namhafte Künstler beschäftigte.
1755 - 1779 24 Adam Friedrich von Seinsheim Adam Friedrich war wenig später in Personalunion auch Fürstbischof von Bamberg (1757–1779). Im Siebenjährigen Krieg ging er ein Bündnis mit Österreich ein, was zu Einfällen der Preußen in das Hochstift führte. Wirtschaftlich kümmerte er sich die Binnenschifffahrt, z. B. dem Bau des Alten Kranen und die Errichtung von Manufakturen. Er führte 1762 die allgemeine Schulpflicht ein. Er vollendete den Bau der Basilika Vierzehnheiligen.
1779 - 1795 16 Franz Ludwig von Erthal Franz Ludwig war gleichzeitig Fürstbischof von Bamberg, (1779–1795). Er war ein aufklärerischer Bischof, der Bambergs erstes moderne Krankenhaus errichten ließ und eine erste öffentliche Sozialversicherung einführte. Die Universität wurde um einen Lehrstuhl für Veterinärmedizin erweitert.
1795 - 1808 13 Georg Karl von Fechenbach Georg Karl war als der letzte Würzburger Fürstbischof 1802 mit der Säkularisation konfrontiert. Im Friede von Lünstadt wurde die Aufhebung der geistlichen Fürstentümer beschlossen, wenig später marschierten bayerische Truppen in das Hochstift ein. Georg Karl verteidigte seine geistlichen Befugnisse als Bischof und folgte seinem Onkel Christoph Franz von Buseck gleichzeitig als Koadjutor in Bamberg (1805–1808) nach. Nach dem Friede von Preßburg ging das ehemalige Hochstift als Großherzogtum an Ferdinand, den früheren Großherzog von Toskana über. Bis es wieder an Bayern zurückfiel, gelang es dem Direktor des neu begründeten Vikariats, Weihbischof Gregor Zirkel, dem Großherzog Zugeständnisse abzuringen.
1808 - 1818 10 Johann Franz Schenk von Stauffenberg Nach dem Tod von Georg Karl von Fechenbach war die übliche Wahl eines neuen Bischofs durch ein Domkapitel nicht mehr vorgesehen. Daher bestimmte Papst Pius VII. Johann Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg zum Kapitularvikar.
1818 - 1840 22 Friedrich Groß zu Trockau Adam Friedrich Freiherr von Groß zu Trockau war zunächst Apostolischer Vikar von Bamberg (1812–1818), bis er sich in einer Wahl, die wegen der Säkularisation äußerst spannungsreich verlief, gegen mehrere Kandidaten durchsetzte. Er unternahm große Anstrengungen, um das Bistum zu reorganisieren, wobei seine Aufmerksamkeit besonders der Stärkung des Priesterseminars galt.
1840 - 1870 30 Georg Anton von Stahl Georg Anton war der erste bürgerliche Bischof von Würzburg. Wie seine Nachfolger bis 1924 wird er auch mit einem „von“ im Namen als Personaladel geführt. In seiner Amtszeit bildeten sich im Würzburger Raum die Caritas-Vereine aus: Kaum eine katholische Familie war nicht in einem christlichen Verein organisiert. 1848 fand die erste Deutsche Bischofskonferenz in Würzburg statt. Beim Ersten Vatikanischen Konzil verweigerte er diplomatisch seine Unterschrift bei der Zeichnung des Unfehlbarkeitsdogmas. Er starb kurz darauf noch auf dem Konzil.
1870 - 1875 5 Johann Valentin von Reißmann Die Amtszeit von Johann Valentin stand im Zeichen des Kulturkampfes. Auch wenn Bayern nicht unmittelbar betroffen war, nahm das Würzburger Priesterseminar Geistliche aus anderen Bistümern auf, darunter auch den späteren Kardinal Adolf Bertram.
1876 - 1878 2 Ambrosius Käß Ohne Absprache mit der Kurie ernannte König Ludwig II. den Prior des Würzburger Karmelitenklosters Ambrosius zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs Johann Valentin von Reißmann. Nachdem diesem bewußt war, dass Papst Leo XIII. seine Ernennung nicht akzeptieren würde, ersuchte er die Rücknahme seiner Ernennung beim König.
1878 - 1898 20 Franz Joseph von Stein Erneut bestimmte König Ludwig II. ohne Rücksprache mit der Kurie Franz Joseph. Franz Joseph war anschließend auch Erzbischof von München und Freising (1897–1909).
1898 - 1924 26 Ferdinand von Schlör Ausgehend von der katholischen Enklave Wolfmannshausen, die vom Bistum Würzburg betreut wurde und als einzige betreute Pfarrei zu Sachsen-Meiningen gehörte, hatte sich katholische Gemeinde auch im benachbarten Meiningen und Hildburghausen weiter ausgebreitet. Auch die anderen benachbarten Bamberg und Paderborn leisteten hier Aufbauarbeit, so daß die bestehenden Kuraten zu Pfarreien erhoben wurden und sich in Meiningen ein Bischöfliches Kommissariat bildete. Er unterstützte den modernistischen Hermann Schell.
1924 - 1948 24 Matthias Ehrenfried Matthias Ehrenfried wurde als „Widerstandsbischof“ gegen die Nationalsozialisten bekannt. Bereits unmittelbar nach der Machtergreifung begannen die Spannungen zwischen der Kirche und den Nationalsozialisten. Während der Bischof seine Standpunkte öffentlich verteidigte und seine Priester zu schützen versuchte, erhöhte auch der totalitäre Staatsapparat seinen Druck. 1941 erfolgte mit dem Klostersturm die Schließung der Abtei Münsterschwarzach. Viele Priester sind wegen ihrer Überzeugungen u. a. im KZ Dachau ums Leben gekommen.
1948 - 1957 9 Julius Döpfner Julius Döpfner muß als Modernist gelten, er gehört zu den schlimmsten Drahtziehern der Pastoralsynode. Es ist typisch, daß Pius XII. ihn gefördert und ernannt hat. Seine Amtszeit begann in einer völlig zerstörten Stadt, in der zum Kriegsende nur noch etwa 6.000 Menschen hausten. Zerstörte Kirchen wurden zunächst notdürftig für erste Gottesdienste wieder instand gesetzt. Die Wiederherstellung des Würzburger Domes würde bis Ende der 50er Jahre andauern. Seine Sorge angesichts der zerstörten Stadt galt dem Wohnungsbau, er gründete dazu 1949 das St.-Bruno-Werk.
1957 - 1979 22 Josef Stangl
1979 - 2003 24 Paul-Werner Scheele Der wohl letzte Bischof im Bistum.


Verweise