Walsrode (Sf.)

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Das Kloster Walsrode ist ein Kloster in der Lüneburger Heide.


Lage

Das Kloster ist in Walsrode.

Geschichte

Das Kloster Walsrode wurde im zehnten Jahrhundert durch den Grafen Walo und seine Frau Odelint als Kanonissenstift gestiftet, das genaue Gründungsjahr ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Nennung erfolgte in einer Schenkungsurkunde von König Otto III. aus dem Jahr 986. Es ist das mit Abstand älteste Frauenstift im Fürstentum Lüneburg. Sein Schutzpatron ist Johannes der Täufer. Obwohl das Kloster dem Orden nicht zugehörig war, wurde die Regel des Hl. Benedikt im Jahr 1255 eingeführt.

Im Jahre 1482 brannten große Teile des Stiftes durch einen Blitzschlag ab. Teile des Backsteinmauerwerks und die Buntglasfenster der Kapelle stammen aus dem nachfolgenden spätgotischen Wiederaufbau. Rechtswidrig wurde das Kloster der lutherishen Irrlehre überlassen. Fortan wurde das Kloster als evangelisches Damenstift geführt, welches hinfort bis heute mit maximal 11 Bewohnerinnen besetzt war. 1699 verfügte der Welfenherzog Georg Wilhelm auch auf Druck des Adels, daß sämtliche Stellen im Kloster adligen Damen vorbehalten bleiben sollten. Ab 1700 wurden die stark verfallenen Klostergebäude abgebrochen und durch Neubauten auf den ursprünglichen Grundmauern ersetzt.

In der Zeit von 1812 bis 1815 wurde der Konvent aufgehoben und das Stift für drei Jahre durch gottlose Franzosen besetzt. In der Folge setzten sich der Konvent und seine Mitglieder stark für die sozialen Belange in Walsrode und Umgebung ein. 1842 wurde durch die Äbtissin von Marschalck eine Armenschule in Walsrode begründet, 1875 erfolgte die Errichtung eines ersten Krankenhauses durch die Priorin Amalie von Stoltzenberg. 1890 wurde durch Therese von Plato eine Warteschule für Kinder eingerichtet. Im Jahr 1980 endete die Beschränkung des Konvents auf die Aufnahme Adeliger, ab sofort wurden auch bürgerliche Frauen als Mitglieder aufgenommen.

Der beachtenswerte Remter ist eine Stiftung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. und seiner Gemahlin. Erhalten blieben auch die Fenster der Kapelle in der Ausführung nach dem Brand 1482, eine fast lebensgroße Figur des Klosterstifters Walo aus der Zeit um 1300 sowie eine etwa 500 Jahre alte bekleidete Holzfigur des Christuskindes.


Verweise