Warum sollt' ich mich denn grämen

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Die Hymne

Johann Sebastian Bach verwendet die Hymne an sehr prominenter Stelle. Die beiden Schlußstrophen "Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden" und "Du bist mein, weil ich dich fasse" sind einzigartig vertont als Choralfantasie in der Motette "Fürchte dich nicht, ich bin bei dir". Dies gehört zu den größten Momenten der gesamten abendländischen Musik und hebt auch diesen Choralgesang in einsame Höhe hinauf.

Nicht vergessen werden sollte der vierstimmiger Choralgesang BWV 422 "Warum sollt ich mich denn grämen".

Weise

Text der Hymne

1. Warum sollt ich mich doch grämen?
Hab ich doch
Christum noch,
wer will mir den nehmen?
Wer will mir den Himmel rauben,
den mir schon
Gottes Sohn
Beigelegt im Glauben?


2. Nackend lag ich auf dem Boden,
da ich kam,
da ich nahm
meinen ersten Odem.
Nackend werd ich auch hinziehen,
wann ich werd
von der Erd'
als ein Schatten fliehen.


3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben
ist nicht mein,
Gott allein
ist es, der's gegeben.
Will er's wieder zu sich kehren,
nehm er's hin,
ich will ihn
dennoch fröhlich ehren.


4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen,
dringt herein
Angst und Pein,
sollt ich drum verzagen?
Der es schickt, der wird es wenden,
er weiß wohl,
wie er soll
all mein Unglück enden.


5. Gott hat mich bei guten Tagen
oft ergötzt,
sollt ich jetzt
auch nicht etwas tragen?
Fromm ist Gott und schärft mit Maßen
Sein Gericht;
kann mich nicht
ganz und gar verlassen.


6. Satan, Welt und ihre Rotten
können mir
nichts mehr hier
tun, als meiner spotten.
Laß sie spotten, laß sie lachen,
Gott, mein Heil,
wird in Eil'
sie zu Schanden machen.


7. Unverzagt und ohne Grauen
soll ein Christ,
wo er ist,
stets sich lassen schauen.
Wollt ihn auch der Tod aufreiben,
soll der Mut
dennoch gut
und fein stille bleiben.


8. Kann uns doch kein Tod nicht töten,
sondern reißt
unsern Geist
aus viel tausend Nöten.
Schleußt das Tor des bittern Leiden
und macht Bahn,
da man kann
geh'n zur Himmelsfreuden.


9. Allda will in süßen Schätzen
ich mein Herz
auf den Schmerz
ewiglich ergötzen.
Hier ist kein recht Gut zu finden,
was die Welt
in sich hält,
muß im Hui verschwinden.


10. Was sind dieses Lebens Güter?
Eine Hand
voller Sand,
Kummer der Gemüter.
Dort, dort sind die edlen Gaben,
Da mein Hirt,
Christus, wird
mich ohn' Ende laben.


11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,
Du bist mein,
ich bin dein,
niemand kann uns scheiden.
Ich bin dein, weil du dein Leben
und dein Blut
mir zugut
in den Tod gegeben.


12. Du bist mein, weil ich dich fasse
Und dich nicht,
o mein Licht,
aus dem Herzen lasse.
Laß mich, laß mich hingelangen,
da du mich
und ich dich
lieblich werd umfangen.


Verweise