Warum verstößt du uns so gar

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Versmaß |: 8 – 8 :| : 8 - 8 : |


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Eine Unterweisung Asaphs.
Gott, warum verstößest du uns so gar

und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?

2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben

und dir zum Erbteil erlöst hast,

an den Berg Zion, darauf du wohnest.

1. Warum verstößt du uns so gar,

ach Gott, ohn' all' Barmherzigkeit,
bist grimmig, zornig immerdar
über die Schäflein deiner Weid’?
Gedenk doch an die liebe G'mein,
die du erworben hast vorlangst,
und sie erlöst zum Erbteil dein,
gedenk an Zion, da du wohnst.

3 Hebe deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt.

Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.

4 Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern

und setzen ihre Götzen darein.

5 Man sieht die Äxte obenher blinken,

wie man in einen Wald haut;

2. Mit Füßen auf die Feinde tritt

und stürze sie zu Boden all',
die Dein Heiligtum han zerrütt,
sie brüllen drin mit großem Schall,
und setzen ihre Götzen drein,
die Äxte blicken oben her,
damit sie hauen frisch darein,
als obs im wilden Walde wär.

6 sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte.

7 Sie verbrennen dein Heiligtum;

sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.

8 Sie sprechen in ihrem Herzen: „Laßt uns sie plündern!“

Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.

3. Das Tafelwerk im Heiligtum

in Stücken man zerhauen hat,
sie brennen's ab bis auf den Grund,
entweihen auch die heil'ge Stadt,
die Wohnung, Herr des Namens dein,
und sprech'n im Herzen ohne Scheu:
All' Kirchen, die im Lande sein,
woll'n wir plündern und brennen frei.

9 Unsere Zeichen sehen wir nicht,

und kein Prophet predigt mehr,

und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.

10 Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen

und der Feind deinen Namen so gar verlästern?

4. Wir seh'n nicht mehr die Zeichen groß,

und kein Prophet uns predigt mehr,
Kirchen und Schul'n stehn öd und bloß,
man lehrt nicht mehr gesunde Lehr,
ach Gott, wie lang soll währen noch
die Schmach, so uns wird angetan,
soll denn der Feind stets fahren hoch,
zu lästern deinen werten Nam?

11 Warum wendest du deine Hand ab?

Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.

12 Gott ist ja mein König von alters her,

der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

5. Zeuch doch von uns dein Hand nicht ab,

verlaß ja nicht die liebe G'mein,
in deinem Schoß ihr Ruh' sie hab,
unter dem Schutz der Rechten dein,
mein König und mein Herre Gott,
das ist dein Nam' von Alters her,
du bist, der alle Hülfe tut,
die uns geschicht auf dieser Erd.

13 Du zertrennst das Meer durch dein Kraft

und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.

14 Du zerschlägst die Köpfe der Walfische

und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.

15 Du lässest quellen Brunnen und Bäche;

du läßt versiegen starke Ströme.

6. Dein Kraft zertrennt das wütend' Meer,

der Drachen Köpfe du zerbrichst,
zerschlägst der Walfisch' Köpfe sehr,
gibst sie zur Speis üb'r Zuversicht
dei'm Volk, das wohnt im öden Land,
du gibst Brunnen und Quelle reich,
wied'rum durch dein Befehl zuhand
versiegen Wasserström zugleich.

16 Tag und Nacht ist dein;

du machst, daß Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.

17 Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze;

Sommer und Winter machst du.

7. Dein ist, Herr, beides, Tag und Nacht,

du machst, daß Sonn' und alle Stern'
stets haben ihren Lauf in acht
und geben Zeichen nah und fern,
den Landen Grenzen überall,
Sommers und Winters Unterscheid,
dein göttlich' Macht schafft allzumal,
denn du regierest alle Zeit.

18 So gedenke doch des,

daß der Feind den HERRN schmäht

und ein töricht Volk lästert deinen Namen.

19 Du wollest nicht dem Tier geben

die Seele deiner Turteltaube,

und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.

8. So g'denk doch und zeuch dir zu G'müth,

daß dich der Feind, Herr, selber schmäht,
dein heilig'r Nam' gelästert wird,
vom tollen Volk, das nichts versteht,
gib nicht zum Raub dem grimm'gen Tier
die Seel' der Turteltauben dein.
Wir armen Würmlein klagen’s dir,
in Gnad' wollst unser indenk dein.[1]

20 Gedenke an den Bund;

denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert,

und die Häuser sind zerrissen.

21 Laß den Geringen nicht in Schanden davongehen;

laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

9. Gedenke, Herr, an deinen Bund,

den du mit uns hast aufgericht',
die Häuser sind verheert zu Grund,
das Land zerrissen jämmerlich,
laß nicht, Herr, die geringen Leut'
hingehen ohne Hilf' und Rat.
Der Arm' und Elend' rühmt mit Freud'
dein' heil'gen Namen früh und spat.

22 Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache;

gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

23 Vergiß nicht des Geschreis deiner Feinde;

das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

l0. Mach dich, Herr, auf zur Hilf bereit

und führ' aus mächtig deine Sach',
gedenk', daß von Tor’n jederzeit
dir widerfähret solche Schmach,
vergiß nicht deiner Feind' Geschrei,
ihr Toben nimmt sehr überhand,
sie werden nur ärger dabei,
wenn du, Herr, nicht tust Widerstand!


Verweise


Einzelnachweise

  1. eingedenk sein?