Was ist Sedisvakantismus? (Pivarunas)

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Was ist Sedisvakantismus

Das Wort „Sedisvakanz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Der Stuhl Petri ist leer“. Der Sedisvakantismus ist die theologische Position derjenigen traditionellen Katholiken, die am festesten an das Papsttum, die päpstliche Unfehlbarkeit und den Primat des Römischen Pontifex glauben und deshalb den regierenden „Papst“ Benedikt XVI. nicht als legitimen Nachfolger Petri anerkennen.

Mancherlei Argumente werden gegen den Sedisvakantismus angeführt. Es wird gesagt, hier handele es sich um die verfehlte Erwartung, der Papst könne nichts Falsches tun oder es sei eine emotionale Reaktion auf die Probleme der Kirche. Doch steht der Sedisvakantismus fest auf dem Fundament der katholischen Lehre der Unfehlbarkeit und Indefektibilität des Kirche und der Lehre des großen Doktors der Theologie, des Heiligen Robert Bellarmin.

Lassen wir uns zu Beginn die Frage stellen, warum sich Katholiken zur Tradition halten. Warum gehen sie nicht zur Messe des Novus Ordo? Warum weisen sie die Lehren des 2. Vatikanums zu Religionsfreiheit und Ökumenismus zurück? Warum lehnen sie das „Kanonische Recht“ von 1983 ab, welches gestattet, daß Häretikern und Schismatikern ohne Abschwörung ihrer Irrtümer und ohne das Bekenntnis des katholischen Glaubens die Sakramente der Buße, der Krankensalbung und Eucharistie gespendet werden?

Die Antwort auf die erste Frage ist, daß die Neue Messe eine Gefährdung des Glaubens darstellt. Die radikalen Veränderungen in Offertorium und Weihegebet führen dazu, daß zumindest zweifelhaft ist, ob überhaupt eine Wandlung zustande kommt. Die Antwort auf die zweite Frage ist, daß die Lehren des 2. Vatikanums zu Religionsfreiheit und Ökumenismus durch die Päpste verurteilt worden sind, so durch Papst Pius IX. in seinem „Syllabus“. Die Antwort auf die dritte Frage ist, daß ein solches kirchliches Gesetz nie und nimmer bindend sein kann, da es Sakrileg wäre, die Sakramente an Häretiker und Schismatiker zu spenden.

Sehr passend schrieb Erzbischof Lefebvre anläßlich seiner Suspension durch „Paul VI.“ am 29. Juni 1976:

„Die Kirche des Konzils ist eine schismatische Kirche da sie mit der Kirche gebrochen hat, die es immer gegeben hat. Sie hat neue Dogmen, eine neue Priesterschaft, neue Institutionen, einen neuen Gottesdienst, dies alles wurde von der Kirche in vielen Dokumenten offiziell und definitiv verurteilt.“
„Diese Konzilskirche ist schismatisch … denn ihre Prinzipien stehen in Opposition zu denen der katholischen Kirche.“
„Das Recht auf Religionsfreiheit ist blasphemisch, denn es statte Gott mit Attributen aus, die seine Majestät herabwürdigen, seinen Ruhm, seine Königswürde. Dieses Recht impliziert die Gewissensfreiheit, die Gedankenfreiheit und alle masonistischen Freiheiten.“
„Die Kirche, die derartige Irrtümer lehrt, ist sowohl schismatisch als auch häretisch. Die Konzilskirche ist somit nicht die Katholische Kirche. In dem Maße, in welchem Päpste, Bischöfe, Priester und Laien der Neuen Kirche anhangen, trennen sie sich von der Katholischen Kirche.“

Man frage die traditionstreuen Katholiken, insonderheit die Anhänger der FSSPX, in welchem Maße der Papst, die Bischöfe, Priester und Laien dieser Neuen Kirche anhängen, das sie, wie Erzbischof Lefebvre ausführte, von der Katholischen Kirche trennt.

Benedikt XVI. gehört ebenso wie sein Vorgänger Johannes Paul II. vollständig zur Konzilskirche. Er fördert die Messe des Novus Ordo und die falschen Lehren des 2. Vatikanums. Er wandelt in den Fußstapfen von Johannes Paul II., der das neue „Kanonische Recht“ promulgierte und der in unverschämter Weise einen falschen Ökumenismus und häretischen religiösen Indifferentismus lehrte. In Italien praktizierte er am 27. Oktober 1986 Ökumenismus durch die Anrufung der falschen Religionen und ihrer Dämonen im Gebet für angeblichen Weltfrieden.

So unerfreulich der Gegenstand sein mag, traditionelle Katholiken werden auf jeden Fall mit erschreckenden und brennenden Fragen konfrontiert:

  • Ist die Konzilskirche die Katholische Kirche?
  • Ist Benedikt XVI., das Haupt der Konzilskirche, ein wahrer Papst?

Die Antwort der Sedisvakantisten auf diese Fragen ist eindeutig Nein. Eine gegenteilige Antwort würde bedeuten, daß die Katholische Kirche ihren Zweck verfehlt hat, daß die Kirche Christi nicht unfehlbar und unzerstörbar ist. Daß der Papst nicht der Fels ist, auf den Christus seine Kirche baute, daß die Zusage Christi, bei seiner Kirche zu sein „alle Tage bis an der Welt Ende“ und die Zusage des Beistands des Heiligen Geistes nicht eingehalten worden ist, Schlußfolgerungen, die kein traditioneller Katholik jemals ziehen kann. Hier ein Zitat vom Vatikanischen Konzil:

„Denn die Väter des Vierten Konzils von Konstantinopel, in der Tradition ihrer Vorgänger, verabschiedeten diese feierliche Erklärung: „Erste Bedingung des Heils ist es, den Normen des wahren Glaubens zu folgen. Denn es ist ausgeschlossen, daß die Worte unseres Herrn Jesus Christus, als er sagte ‚Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen!‘ nicht der Wahrheit entsprechen.
Ihre Wahrheit ist durch die Geschichte bestätigt, denn die Katholische Religion blieb stets unbefleckt und ihre Lehre heilig. … Der Sitz Petri bleibt auf ewig unbeeinträchtigt von jedem Irrtum, so wie es der Heiland zugesagt hat: „Ich habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder!“

Papst Leo XIII. Lehrte in der Enzyklika Satis cognitum, daß die Lehrautorität der Kirche niemals irren kann:

„Wenn das lebendige Magisterium mit sich selbst in Widerspruch geraten würde, dann würde Gott selbst der Autor des Irrtums sein.“

Wie kann ein traditioneller Katholik einerseits die Neue Messe, die häretischen Lehren des „Pastoralkonzils“ und das neue „Kanonische Recht“ zurückweisen und andererseits denjenigen Papst weiterhin anerkennen, der diese Irrtümer durchgesetzt und promulgiert hat?

Eine weitere Frage ist die, ob der Glaube der traditionellen Katholiken derselbe ist wie der Glaube Benedikts XVI. und der Konzilskirche. Glauben sie dasselbe wie Benedikt XVI. und die Konzilskirche über die Neue Messe, den falschen Ökumenismus und die Religionsfreiheit? Ordnen sich traditionelle Katholiken der lokalen Hierarchie der Konzilskirche und letztlich Rom unter?

Papst Pius XII. lehrte in seiner Enzyklika Mystici Corporis:

„Aus diesem Grunde können diejenigen, welche im Glauben oder in der Leitung getrennt sind, nicht in diesem einen Leib und aus seinem einen göttlichen Geiste leben.“

Sind traditionelle Katholiken in Glauben und Leitung mit der Konzilskirche geeint oder getrennt? Der Sedisvakantist erkennt, daß sein Glaube nicht derselbe ist wie derjenige Benedikts XVI. und der Konzilskirche. Er empfindet, daß er Benedikt XVI. nicht untertan und verpflichtet ist. Als traditioneller Katholik glaubt und bekennt der Sedisvakantist alle Lehren der Katholischen Kirche und dieses Bekenntnis des wahren Glaubens beinhaltet eine Zurückweisung der falschen Lehren des II. Vatikanums. Ebf. Marcel Lefebvre am 29. Juni 1976:

„Sie alle wurden durch die Kirche in vielen Dokumenten offiziell und definitiv verdammt.“

Im ersten Gebets im Kanon der traditionellen Messe, welches mit den Worten beginnt „Te igitur“ betet der Priester normalerweise „Una cum papa nostro n.“ Welche Bedeutung hat diese Passage? Eins im Glauben, eins im Gehorsam, eins in Messe und Sakramenten – das ist die Bedeutung! Kann ein traditioneller Priester den Meßkanon ehrlich beten mit dem „una cum Benedikt“? In welchem Sinne ist er „una cum Benedikt“? In der Konzilslehre, im Gehorsam, in Neuer Messe und Sakramenten – ist er tatsächlich ‚una cum‘?

Eine letzte Erwägung im Zusammenhang mit dem Sedisvakantismus gilt der Frage, wie all dies zustande gekommen ist. Seit wann ist es so? Wie geschah es? Bei der Antwort gibt es Unterschiede zwischen den Sedisvakantisten. Einigen behaupten, die Papstwahlen waren ungültig gemäß der Bulle von Papst Paul IV. von 1559 „Cum ex apostolatus“:

„Sollte es irgend einmal geschehen, daß ein erwählter Papst vom katholischen Glauben abweicht oder der Häresie verfällt, dann wäre seine Wahl, auch wenn diese durch das gesamte Kardinalskollegium erfolgt sein sollte, rechtlich unwirksam, sowie null und nichtig. Alle rechtlichen Akte, Gesetzgebungen und Ernennungen eines solchen unwirksam gewählten Papstes, sind ebenfalls rechtlich ungültig.“

Manche Sedisvakantisten zitieren Kanon 188, 4 aus dem CIC:

„Bei öffentlichem Glaubensabfall sind alle Ämter ipso facto vakant ohne daß dies einer Erklärung bedarf.“

Andere vertreten die Meinung von hl. Robert Bellarmin in De Romano Pontifice, Ka. 30: „Die fünfte Meinung [bzg. eines häretischen Papstes] ist jedenfalls die richtige: Ein manifest häretischer Papst hört bereist dadurch auf, Papst zu sein und Haupt der Kirche, so wie er auch aufhört, Christ zu sein und Glied der christlichen Kirche. So urteilten alle frühen Väter, die lehrten, daß manifeste Härtiker jede Jurisdiktion verlieren.

Papst Innozenz III. wurde vom Theologen Louis Billot zitiert in seinem Traktat „De ecclesia Christi“, auf Seite 610:

„Der Glaube ist für mich so wichtig, daß wenn Gott mein Richter in vielen Sünden ist, ich doch durch die Kirche gerichtet werde in Angelegenheiten des Glaubens.“

Wir wollen nicht verschweigen, daß Angelegenheiten, die den Papst betreffen, unerfreulich, schmerzlich und beängstigend sind, doch sind sie notwenig und wichtig und man darf ihnen nicht aus dem Wege gehen.

Es muß betont werden, daß die Sedisvakantisten weder das Papsttum, noch den Primat, noch die Katholische Kirche ablehnen. In der Tat sind der Glauben an Papsttum, Primat, Unfehlbarkeit und Unzerstörbarkeit der Katholischen Kirche Ursache ihrer Ablehnung von Papst Benedikt. Der Sedisvakantist weiß sicher, daß die Katholische Kirche nicht irren kann. Er weiß, daß der große Glaubensabfall, der vom hl. Apostel Paulus im Thessalonicherbrief vorausgesagt wurde, derzeit stattfindet:

„Laßt euch von niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens, der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott.
Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbart werde zu seiner Zeit. Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der HERR umbringen wird mit dem Hauch seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen.“

Wer ist dieser Aufhalter, der hinweggetan werden muß? Welcher Boshafte muß offenbart werden? Papst Leo XIII. gab uns die Antwort in seinem Motu proprio vom 25. September 1888:

„Diese durchtriebenen Feinde haben die Kirche, die Braut des Lammes, mit Bitterkeit erfüllt und unfromme Hände auf ihren Heiligsten Besitz gelegt. An dem Heiligsten Ort, dem Sitz des Heiligen Petrus und Sessel der Wahrheit die Welt zu erleuchten, haben sie den Thron furchtbarster Gottlosigkeit aufgerichtet zum schändlichen Zeichen daß, wenn der Hirte geschlagen wurde, die Schafe zerstreuet werden.“

Verweise


Einzelnachweise