Wer sich rächet, an dem wird sich der Herr wieder rächen

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  • Kantate von Johann Sebastian Bach zum 6. Sonntag nach Trinitatis 1725. Die Musik ist leider verloren gegangen.


Dictum: Wer sich rächet, an dem wird sich der Herrr wieder rächen

Wer sich rächet, an dem wird sich der Herrr wieder rächen, und wird ihm auch seine Sünde behalten. Vergib deinem Nächsten, was er dir zu Leide getan hat und bitte denn, so werden dir deine Sünden auch vergeben.[1]

Rezitativ: Nichts schwerer geht dem alten Adam ein

Nichts schwerer geht dem alten Adam ein,
als wenn er soll vergeben und vergessen,
Versöhnlichkeit wird ihm zu bittrer Pein,
die Rache schmeckt nur süße.
Und wenn man ihm die freien Hände ließe,
so sollte wohl das Maß noch mehr als zehnfach sein,
womit er seinem Feinde würde messen,
doch christlich ist das nicht!
Wer dies im Vaterunser spricht:
Vergin uns unsre Schuld,
der muß auch dieses sprechen:
ALS WIR VERGEBEN UNSERN SCHULDIGERN.
Wer sich will selber rächen,
verscherzet Gottes Huld
und wird selbst über sich
den Stab zum Urteil brechen.
Drum überwinde dich,
denn nur der heißt ein Christ,
der seines Wilens Herr und sein selbst mächtig ist.

Arie: Fried und Liebe krönt die Christen

Fried und Liebe krönt die Christen,
so ein Schmuck ist ungemein,
und die sich mit Sanftmut rüsten,
die werden Helden Christi sein.
Wer durch einen stillen Geist
Zorn und Grimm im Herzen dämpfet,
dieses heißt,
einen guten Kampf gekämpfet.

Rezitativ: Ein Hund beißt in den Stein, womit man nach ihm wirft

Ein Hund beißt in den Stein,
womit man nach ihm wirft,
und ist doch nur vergebens.
Was bringts vor Vorteil ein,
wenn Gall' und Gift im Herzen kocht?
Man wird ein Mörder seines Lebens
und löscht das Tacht desselben vor der Zeit nur aus,
so wirf den Greuel 'naus.
Die Menschen machet er zu Bären und zu Wölfen,
wer ihm will selbst durch eig'ne Rache helfen,
der reißet Gottes Rache wider sich.
Drum noch einmal: Ach, überwinde dich!

Arie: Segne dem, der dich verflucht

Segne dem, der dich verflucht,
welcher dein Verderben sucht.
Diesem sollt du Guts erzeigen,
und bei Lästerworten schweigen.
Gehet dir das Unrecht nah,
denke Gottes Huld ist da,
der wird die Schmach in Ehren,
und den Fluch in Segen kehren.

Choral: Verleih, daß ich aus Herzensgrund

Verleih, daß ich aus Herzensgrund
mein'n Feinden mög vergeben,
verzeih mir auch zu dieser Stund,
schaff' mir ein neues Leben.
Dein Wort mein Speis' laß allweg sein,
damit mein Seel zu nähren,
mich zu wehren,
wenn Unglück geht daher,
das mich bald möcht abkehren.[2]

Verweise




Einzelnachweise

  1. Jesus Sirach 28, 1-2
  2. Johann Agricola "Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ", Str. 3