Wibald von Stablo

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Wibald von Stablo OSB war ein Abt des Benediktinerordens.


Leben

Wibald trat 1117 in den Benediktinerorden trat ein. Er wurde am 16. November 1131 zum Abt der Reichsabtei Stablo-Malmedy gewählt und gelangte zu hohem Einfluß. Während des Italienzugs von Kaiser Lothar III. wurde Wibald 1137 zum Abt des strategisch günstig an der Grenze des Normannenreiches gelegenen benediktinischen Mutterklosters Montekassino gewählt, mußte auf dieses Amt aber im gleichen Jahr noch verzichten, da nach der Heimreise des Kaisers dessen Einfluß auf das Kloster nachließ. Wibald blieb weiterhin Abt in Stablo und Malmedy.

Bei der Königswahl 1138 unterstützte Wibald den Staufer Konrad III., der sich gegen den Welfen Heinrich den Stolzen durchsetzte. Ab 1139 war Wibald im Dienste Konrads als Stilist in der Hofkanzlei tätig und übernahm diplomatische Aufgaben. 1146 fungierte Wibald als Gesandter des Königs bei Papst Eugen III. Das noch vorhandenes Briefbuch Wibalds gilt heute als wichtigste Quelle über seine Tätigkeit in Konrads Kanzlei.

Anschließend wurde Wibald am 20. Oktober 1146 Abt der Benediktinerabtei Korvey, die er neu ordnete und erweiterte. Offiziell war die Reformbedürftigkeit des Klosters die Begründung für seine Amtseinsetzung. Der eigentliche Grund dürfte jedoch gewesen sein, dass Konrad auf diesem Weg seinen Einfluss in Sachsen gegenüber Heinrich dem Löwen stärken sowie eine territoriale Verbindung zum Erzstift Bremen schaffen wollte. Die von Konrad gewünschte Unterordnung der Frauenklöster Kemnade und Fischbeck unter Korvey verhinderte Heinrich 1147 jedoch mit Hilfe der Bischöfe von Hildesheim und Minden. 1147 nahm Wibald am Wendenkreuzzug teil.

Wibald blieb eine einflußreiche Person am Hof Konrads III. und entwarf 1150 den Plan einer Verheiratung von Konrads Sohn Heinrich mit einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel, der jedoch durch den Tod Heinrichs nie verwirklicht wurde. Nach Konrads Tod und dem Regierungsantritt Friedrich Barbarossas zog sich Wibald nach Korvey zurück und leitete umfangreiche Bauarbeiten an der Klosterkirche ein. zzz Dennoch wurde er von Barbarossa gelegentlich als Gesandter, vor allem nach Byzanz, eingesetzt und hatte weiterhin eine bedeutsame Position am Hof inne. So wurde die Wahlanzeige Barbarossas an Papst Eugen III. von Wibald verfasst. Auf der Rückreise von einer diplomatischen Mission nach Byzanz starb Wibald 1158 in Mazedonien. Seine Gebeine wurden nach Stablo überführt.

Bedeutung

Ideengeschichtlich steht Wibald einerseits in der Tradition des Reichsmönchtums, das Königtum und Kirche als untrennbar ansah, griff aber andererseits gerade auf dem Gebiet der Justiz auf römische Vorbilder zurück. In letzterem Punkt nahm er den hohen Stellenwert voraus, den die römische Rechtstradition unter Barbarossa einnahm.

In der Geschichtswissenschaft galt Wibald von Stablo lange Zeit als „graue Eminenz“ am Hof Konrads III.

Verweise