Wichmann von Seeburg

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  • Wichmann von Seeburg-Querfurt
  • * 1110, vielleicht in Österreich
  • † 25. August 1192 in Könnern


Bischof

  • 1149 - 1154 Bischof von Naumburg-Zeitz
  • 1152 bis 1154 Verweser des Erzbistums Magdeburg
  • 1154 bis 1192 Erzbischof von Magdeburg

Bischof von Naumburg

Wichmann war ein naher Verwandter der Wettiner aus Seeburg im Mansfelder Land. Er könnte auch in Niederösterreich geboren sein. Im Alter von 38 Jahren wurde er Bischof von Naumburg. Durch Verwandschaft und beruflichen Erfolg erlangte er das Vertrauen der Könige Konrad III. und Friedrich I.. Letzterer präsentierte ihn als Kandidat für das Magdeburger Amt, doch versagte Papst Eugen III. aus politischen Gründen seine Unterstützung.

Wichmann reiste alsdann persönlich nach Rom, wo es ihm gelang, Papst Anastasius IV. umzustimmen und die Zustimmung zu seiner Kandidatur zu erlangen.

Erzbischof von Magdeburg

1164 unternahm er eine Wallfahrt nach Palästina, geriet aber dort für einige Zeit in sarazenische Gefangenschaft und verlor ein Ohr.

Wichmann gab wesentliche Anstöße bei der Entwicklung des Magdeburger Rechts. Ergründete 1170 das Zisterzienserkloster Zinna, um 1175 das Chorherrenstift Seeburg, 1180 das Augustinerkloster St. Moritz in Halle/Saale und das Zisterzienserinnenkloster St. Georg in Glaucha. Seinem privaten Gebietsbesitz in Österreich übereignete er 1180 dem Stift Seitenstetten und dem Hochstift Passau.

Wichmann starb am 25. August 1192 auf dem Hof in Könnern und wurde nach seiner Überführung nach Magdeburg im Dom beigesetzt. Um 1153 wurden in Magdeburg für die Kathedrale in Plock bei Warschau Eingangstore gegossen, die sich seit dem 14. Jahrhundert in der Sophienkathedrale in Nowgorod befinden und auf denen Wichmann als Megideburgensis episcopus bezeichnet wird.

Anfang des Jahres 2010 wurde bei Ausgrabungsarbeiten durch die Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt im Magdeburger Dom das Grab Wichmanns gefunden.

Politisches Wirken

Wichmann war ein echter Kirchenfürst. Als solcher betieligte er sich aktiv an der Reichspoklitik und entfaltete eine rege Wirksamkeit in den ihm anvertrauten Gebieten.

An der Seite von Kaiser Friedrich I. beteiligte er sich aktiv an der Ostpolitik gegenüber den Wenden, beteiligte sich seit 1166 an den Auseinandersetzungen gegen Heinrich den Löwen und sorgte auch für die Hebung von Handel und Gewerbe in den Städten seines Einflußbereiches. Im Jahre 1157 eroberte er mit Albrecht dem Bären Brandenburg und Jüterbog, deren Umgebung er mit Flamen und Holländern besiedelte. Seit dieser Besiedlungswelle heißt dieser mitteldeutsche Höhenzug Fläming.

Verweise


Einzelnachweise