Wie schön leuchtet der Morgenstern

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Wie schön leuchtet der Morgenstern

Dieses Lied lehnt sich an den 45. Psalm an, der bekanntlich ein Lied der bräutlichen Liebe zwischen Christus und der Kirche ist.

Von hier aus wird der Bogen ins Buch der Offenbarung gespannt, wo es heißt: "Ich, Jesus, bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst."

Wie vorstehendes Lied baut auch dieses Lied auf einem Akrostichon des Namens des Prinzen von Waldeck auf, den Nikolai erzogen hatte.

  1. Wie schön leutet der Morgenstern
  2. Ei meine Perl, du werte Kron'
  3. Geuß' sehr tief in das
  4. Von Gott kömmt mir ein Freudenschein
  5. Herr Gott, Vater, mein starker Held
  6. Zwingt die Saiten in Cythara
  7. Wie bin ich doch so herzlich froh
Wilhelm Ernst Graf und Herr zu Waldeck

Auch hier einige Beispiele der Textveränderungen in den Gesangbüchern

Sächsisches Gesangbuch 1750 EKG 1950
Lilium Himmelsblum
du heller Jaspis und Rubin du leuchtend Kleinod, edler Stein
ein lebendige Riebe ein Zweig an deinem Stamme
Nach dir ist mir gratiosa, Nach dir wallt mir mein Gemüte,
coeli rosa, krank und glimmet, ew'ge Güte, bis es findet
mein Herz durch Liebe verwundet. dich, des Liebe mich entzündet.

„“

Die Hymne im Werk Bachs

  • Wie schön leuchtet der Morgenstern. Choralkantate
  • Zwingt die Saiten in Cythara. Der klangschönste, klassische Choralsatz zur Weise aus der Kantate 36
  • Herr Gott Vater, mein starker Held. Aus Kantate 37. Dürr: "In diesem geringstimmigen Choralkonzert greift Bach eine ältere Form auf, wie sei schon J. H. Schein in seinen ‚opella nova’ gepflegt hat. Modern ist allerdings die größere Beweglichkeit des Bachschen Satzes, zumal die lebhafte und motivisch gebundene Führung des Continuo, der alleinigen Instrumentalbegleitung der beiden Singstimmen. Die Choralmelodie erfährt je nach ihrem Textgehalt ausdrucksvolle Umgestaltungen besonders auf die Worte 'dort oben' und 'loben'."
  • Dich hab ich je und je geliebet / Wie bin ich doch so herzlich froh. Aus Kantate 49. Wiederum Dürr:"Das Duett gehört zu den kunstreichsten Kantatensätzen, die wir aus Bachs Feder kennen. Formal galt es, den Choral so in den Satz einzubauen, daß trotz Fehlen eines Chores der Eindruck des Abschlusses aufkommt.[1] Gleichzeitig war ein Gegenstück zu der konzertanten Virtuosität der Eingangssätze zu schaffen, das eine ausgewogene Großform entstehen ließ. Bach hat beide Aufgaben genial gelöst. Der Choral erklingt in langen Notenwerten im Sopran, wodurch der Symbolcharakter [der Dialog-Kantate] - die Braut als Einzelseele steht zugleich auch für die von Christus gegründete Kirche, die Gemeinde der zu Gott Auserlesenen - endgültig offenbar wird. … Die simultane Doppeltextigkeit der Sopran- und Baßpartie krönt den Dialogcharakter, was besonders im Abgesang beim Zusammenklang der Worte "Ich komme bald, mach auf, mein Aufenthalt!“ (Baß) und "Amen, komm du schöne Freudenkrone!“ offenbar wird.“
  • Amen, amen, komm, du schöne Freudenkrone. In der Kantate 61 lediglich die zweite Hälfte der Choralstrophe - gemäß der Vorlage von Neumann!!
  • Von Gott kömmt mir ein Freudenschein. Schlußchoral der Kantate 172
  • Wie schön leuchtet der Morgenstern. Vierstimmiger Choralsatz BWV 436
  • Wie schön leuchtet der Morgenstern. Choralphantasie BWV 739. Keller: "Wenn sie von Bach ist, dann aus seiner Arnstädter Zeit, da ihre Sprache ganz die einer norddeutschen Choralphantasie ist."
  • Wie schön leuchtet der Morgenstern. Die Quellenlage der Werke BWV 739, 763 und 764 ist unübersichtlich. 763 dürfte wohl schwerlich von Bach stammen. BWV 764 ist ein Fragment, welches z.B. von Stockmeier ergänzt wurde.

Text der Hymne

1. Wie schön leuchtet der Morgenstern
voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn,
die süße Wurzel Jesse!
Du Sohn David aus Jakobs Stamm,
mein König und mein Bräutigam,
hast mir mein Herz besessen,
Lieblich,
freundlich,
Schön und herrlich,
groß und ehrlich,
reich von Gaben,
Hoch und sehr prächtig erhaben!


2. Ei meine Perl', du werte Kron',
wahr' Gottes- und Mariensohn,
ein hochgeborner König!
Mein Herz heißt dich ein Lilium,
dein süßes Evangelium
ist lauter Milch und Honig.
Ei mein
Blümlein,
Hosianna,
himmlisch Manna,
das wir essen,
deiner kann ich nicht vergessen!


3. Geuß' sehr tief in mein Herz hinein,
du heller Jaspis und Rubin,
die Flamme deiner Liebe
und erfreu' mich, daß ich doch bleib'
an deinem auserwählten Leib
ein' lebendige Rippe!
Nach dir
ist mir,
Gratiosa
coeli rosa,
Krank und glimmet
mein Herz, durch Liebe verwundet.


4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein,
wenn du mit deinen Äugelein
mich freundlich tust anblicken.
O Herr Jesu, mein trautes Gut,
dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut
mich innerlich erquicken!
Nimm mich
freundlich
In dein' Arme,
daß ich warme
werd' von Gnaden!
Auf dein Wort komm' ich geladen.


5. Herr Gott Vater, mein starker Held,
du hast mich ewig vor der Welt[2]
in deinem Sohn geliebet.
Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,
er ist mein Schatz, ich bin sein' Braut,
Sehr hoch in ihm erfreuet.
Eia,
eia,
himmlisch' Leben
wird er geben
mir dort oben!
ewig soll mein Herz ihn loben.


6. Zwingt die Saiten in Kythara
und laßt die süße Musika
ganz freudenreich erschallen,
daß ich möge mit Jesulein,
dem wunderschönen Bräut'gam mein,
in steter Liebe wallen!
Singet,
springet,
jubilieret,
triumfieret,
dankt dem Herren,
groß ist der König der Ehren!


7. Wie bin ich doch so herzlich froh,
daß mein Schatz ist das A und O,
der Anfang und das Ende! Der wird mich doch zu seinem Preis
aufnehmen in das Paradeis,
des klopf' ich in die Hände. Amen,
Amen,
komm, du schöne Freudenkrone,
bleib nicht lange,
Deiner wart' ich mit Verlangen!

Verweise



Einzelnachweise

  1. Satz 6 beschließt die Kantate 49.
  2. d.h. vor der Erschaffung der Welt.