Wrangel, Friedrich von

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  • Friedrich Heinrich Ernst Graf von Wrangel
  • * 13. April 1784 in Stettin
  • † 1. November 1877 in Berlin


Friedrich von Wrangel war ein preußischer Generalfeldmarschall.


Revolution 1848

1848 wurde Wrangel von Friedrich Wilhelm IV. zum Oberbefehlshaber der Truppen in den Marken ernannt. Am 10. November 1848 marschierte er gegen das revolutionäre Berlin. Von seiner Entschlossenheit sollte die Entscheidung zwischen Revolution und Reaktion maßgeblich abhängen. Die Revolutionäre hatten gedroht, seine Frau aufzuknüpfen, falls Wrangel in die Hauptstadt einrücken würde; gleichwohl führte er die Truppen in die Stadt und soll beim Durchqueren des Brandenburger Tores, damals die Berliner Stadtgrenze im Westen, zu seinem Adjutanten gesagt haben: "Ob se ihr jetze woll uffjehangen haben?“

Es kam zum Disput mit dem Kommandanten der Bürgerwehr, Major Otto Rimpler: Beide verständigten sich auf einen unblutigen Ablauf, und die Bürgerwehr ergab sich in die Hände des Generals, der sofort die Versammlung der Volksvertreter im Schauspielhaus auflöste, am 12. November den Belagerungszustand und am 14. schließlich das Kriegsrecht über die preußische Hauptstadt verhängte.

Die Revolution war niedergeschlagen, Frau von Wrangel dagegen wurde kein Haar gekrümmt. Seither gehörte Wrangel zu den engsten militärischen Gefolgsleuten des Prinzen Wilhelm von Preußen, des späteren Königs und Kaisers Wilhelm I.


Deutsche Einigungskriege

Nach dem Revolutionsjahr 1848 befehligte Wrangel die preußischen Truppen im Deutsch-Dänischen Krieg 1848. Er wurde aber wieder abberufen und war anschließend von 1849 bis 1864 Gouverneur von Berlin.

Während des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 hatte Wrangel zunächst den Oberbefehl über die preußisch-österreichischen Truppen inne. Er wurde aber im Kriegsverlauf schnell abgelöst, da er wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr fähig war, die weitläufigen, von Generalstabschef Helmut von Moltke geplanten Operationen zu koordinieren. Ohnehin galt er nicht als intellektueller Stratege, sondern als schneidiger Frontoffizier mit kernigem Berliner Humor.

Während des Feldzuges kam es zu einer heftigen Kontroverse mit dem zu einem behutsameren Vormarsch mahnenden preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, in deren Verlauf Wrangel in einer unchiffrierten Depesche von "Diplomaten, die an den Galgen gehören“ sprach. Nach dem Friedensschluss entschuldigte er sich bei Bismarck, der die Bemerkung zu Recht auf sich bezogen hatte.

Am 2. September 1850 wurde Wrangel Berliner Ehrenbürger. 1856 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt und am 18. Mai 1864 in den Grafenstand erhoben. Nach dem Kaiser war er seit den 50er Jahren der ranghöchste Offizier der Preußischen Armee; Bogdan Graf von Hutten-Czapski berichtet in seinen Memoiren, daß es für angehende Offiziere üblich war, bei dem alten Feldmarschall höflichkeitshalber einen Antrittsbesuch zu machen.

Beim Einzug der siegreichen Truppen in Berlin nach dem Deutschen Krieg 1866 und dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 durfte er ehrenhalber an der Spitze reiten, noch vor Bismarck, Roon und Moltke. Er starb 1877 im hohen Alter von 93 Jahren.

Wrangel vertrat zeitlebens einen strikt gegenrevolutionären Standpunkt.

Verweise