Zachariä, Friedrich Wilhelm

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Friedrich Wilhelm Zachariä war Schriftsteller und Komponist.


Leben

Zachariä besuchte in seiner Jugend die fürstliche Landesschule in Frankenhausen und studierte in Leipzig ab 1743 Rechtswissenschaften. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für die "schönen Wissenschaften“ und schloß sich dem Kreis um Johann Christoph Gottsched an. Ab 1744 gehörte er zum Kreis der Bremer Beiträger, einer Gruppe von Literaten, die sich gegen die strikten Regeln auflehnte, die Gottsched für "gute Literatur“ aufgestellt hatte.

Im Jahre 1747 wechselte Zachariä an die Universität Göttingen, wo er seine Studien beendete. Seine erste Anstellung erhielt er 1748 als Hofmeister am Collegium Carolinum in Braunschweig. Hier erhielt er auch die Aufsicht über die Druckerei, den Verlag und die Buchhandlung, aus deren Erträgen das fürstliche Große Waisenhaus BMV finanziert wurde.

Im Jahre 1761 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor für Dichtkunst (professor ordinarius poieseos). Im selben Jahr wurde ihm die Aufsicht über die Gelehrten Beyträge zu den Braunschweigischen Anzeigen übertragen, ein Teilblatt der Braunschweigischen Anzeigen, 1766 verantwortete er das gesamte "Intelligenzwesen“ und gab seit 1768 die Neue Braunschweigische Zeitung heraus.

Neben seinen literarischen Aktivitäten machte er sich auch als Komponist einen Namen.

In den Ruhestand trat er 1774 und erhielt 1775 als Altersversorgung das Kanonikat am St.-Kyriakus-Stift in Braunschweig. Er starb drei Jahre später an "Wassersucht und Auszehrung“.

Werk

Bereits im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er im Jahre 1744 sein berühmtestes Werk, ein Versepos mit dem Namen Der Renommiste. Ein komisches Heldengedichte, das zusammen mit dem Werk Das Schnupftuch in einem Band erschien.

"Der Renommiste“ war ein kraftvolles Sittengemälde des Studentenlebens an den Universitätsstädten Leipzig und Jena, denen damals unterschiedliche Ausprägungen der studentischen Kultur nachgesagt wurden. Zachariä beschreibt in seinem Werk, wie die unterschiedlichen Charaktere aus den beiden Universitäten aufeinanderprallen, und die sich daraus ergebenden Situationen. Das Werk gilt als unerreicht in der Beschreibung der deutschen studentischen Kultur des 18. Jahrhunderts und hatte bis weit ins 19. Jahrhundert viele Nachahmer.

Daneben schrieb Zachariä auch ernste Epen, bearbeitete Volksbücher und Fabeln und übersetzte John Milton.[1]

Am langlebigsten erwies sich aber sein "Renommist". Das Gedicht tauchte noch im 19. Jahrhundert in mehreren, teils auch unautorisierten Sammelwerken auf. In diesen ersten Ausgaben wurde es von Kupferstichen von A.A. Beck illustriert.

Johann Wolfgang von Goethe hatte von 1765 bis 1768 ebenfalls in Leipzig studiert und kannte die kulturellen Unterschiede der Studenten aus Jena und Leipzig. Zachariä sprach ihm dabei offensichtlich aus dem Herzen:

"Zachariäs "Renommist“ wird immer ein schätzbares Dokument bleiben, woraus die damalige Lebens – und Sinnesart anschaulich hervortritt; wie überhaupt seine Gedichte jedem willkommen sein müssen, der sich einen Begriff von dem zwar schwachen, aber wegen seiner Unschuld und Kindlichkeit liebenswürdigen Zustande des damaligen geselligen Lebens und Wesens machen will."[2]

Werke

  • Der Renommiste
  • Das Schnupftuch
  • Das verlohrne Paradies

Von Telemann vertonte Dichtungen

Verweise




Einzelnachweise

  1. Das verlohrne Paradies, "Paradise lost"
  2. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Zweiter Teil, Sechstes Buch, 1811–1833