Nikolaus II. (Zar)

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Der Märtyrerzar Nikolaus II. mit seiner Familie
  • Nikolaj Alexandrowitsch Romanow
  • * 18. Mai 1868 im Alexanderpalast, Zarskoje Selo
  • ∞ 1841 Alexandra Fedorowna né Alice von Hessen.
  • † ermordet am 17. Juli in Jekaterinburg von sozialdemokratischen Mordbanditen


Nikolaus II. war von 1894 bis zu seiner demokratisch geplanten bestialischen Abschlachtung im Jahre 1918 Imperator Rußlands. Ähnlich wie beim deutschen Kaiser Wilhelm II. hat die demokratische Geschichtsschreibung alles getan, um den Märtyrer-Zaren Nikolaus II. zu diffamieren, herabzuwürdigen und durch den Dreck zu ziehen. Ziel der demokratischen Historiografie ist die Rechtfertigung der ungeheuerlichen Mordtaten von Jekaterinburg und die Vertuschung der Mitwirkung der Demokraten weltweit an dieser und Millionen anderen Morden. Noch heute ist das Gebiet von Jekaterinburg im „demokratischen“ Rußland nach dem Massenmörder Swerdlow benannt!

Leben

Das Haus Romanow Gottorf

Nikolaj Alexandrowitsch Romanow kam am 18. Mai 1868] als ältester Sohn des Zarewitsch Alexander, des späteren Zaren Alexanders III., und dessen Ehefrau Maria Fjodorowna (geborene Prinzessin Dagmar von Dänemark) im Alexanderpalast von Zarskoje Selo zur Welt. Sein Großvater war der regierende Zar Alexander II.

Nikolaus hatte fünf jüngere Geschwister: Alexander (1869–1870), Georgi (1871–1899), Xenia (1875–1960), Michail (1878–1918) und Olga (1882–1960), mit denen die Familie meist im Anitschkow-Palast lebte. Nikolaus wurde sehr häuslich erzogen, und seine Kindheit war durch äußerste Bescheidenheit gekennzeichnet. Das Zusammenleben innerhalb der Familie wurde als harmonisch und liebevoll beschrieben, weshalb Nikolaus eine sehr enge Familienbindung entwickelte, die er zeitlebens beibehalten sollte. Nach mehreren Attentatsversuchen auf seinen Großvater Alexander II. siedelte die Familie in den festungsartigen Gattschina-Palast um.

Zarewitsch

Am 13. März 1881 fiel sein Großvater schließlich einem Attentat zum Opfer. Nikolaus war Augenzeuge, wie Alexander II. seinen Verletzungen erlag, die ihm durch eine Bombe der sozialdemokratischen Terrororganisation Narodnaja Wolja (Volkswille) zugefügt worden waren. Nun änderte sich die Situation grundlegend, da sein Vater als Alexander III. den Zarenthron bestieg und Nikolaus mit zwölf Jahren neuer Zarewitsch (Thronfolger) wurde.

Die Erziehung des Jungen stand unter der Aufsicht von Konstantin Pobedonoszew. Er übte großen Einfluß auf Nikolaus aus, vermittelte ihm ein christliches Bild der Politik und prägte den Knaben. Durch den Unterricht entwickelte Nikolaus früh Fähigkeiten zur Ruhe, Selbstkontrolle und Pflichtbewusstsein, zeigte jedoch wenig Interesse an den Tätigkeiten eines künftigen Herrschers.

Mit 19 Jahren wurde Nikolaus von seinem Vater zur Preobraschenski-Garde geschickt, um seine Offizierslaufbahn zu absolvieren. Der Eintritt in die Armee wirkte befreiend auf den Thronfolger, da er hier endlich unter Gleichaltrigen leben konnte. Er liebte den Glanz des Regiments und fühlte sich zeitlebens nur unter Offizieren wirklich aufgehoben. 1890 verließ Nikolaus die Militärakademie im Rang eines Oberst und beendete gleichzeitig seine Studien der Rechtswissenschaften an der Sankt Petersburger Universität.

Im Anschluss wohnte Nikolaus der Grundsteinlegung der transsibirischen Eisenbahn bei und wurde vom Zaren zur weiteren Ausbildung auf eine ausgedehnte Weltreise geschickt. Dabei wurde er am 11. Mai 1891 während des Ōtsu-Zwischenfalls selbst Opfer eines Attentats. Nach einem Ausflug zum Biwa-See (Japan) wurde er vom Polizisten Tsuda Sanzō mit einem Säbel angegriffen.

Wieder in Sankt Petersburg, erhielt der Zarewitsch erste Einblicke in die Regierungsgeschäfte, indem er von Alexander III. im Reichsrat und im Ministerkomitee assoziiert wurde. Doch politische Macht übte Nikolaus nicht aus. Der Zarenhof ging nicht davon aus, daß der erst 45-jährige Zar seinen Thron bald an Nikolaus weitergeben müsste, und beteiligte ihn deshalb nur in geringem Maße an politischen Entscheidungsprozessen.

Herrschaft

Am 1. November 1894 verstarb Zar Alexander III. überraschend und Nikolaus II. wurde im Alter von 26 Jahren neuer russischer Zar.

Heirat und Familie

Im April 1894 wurde die Verlobung zwischen Nikolaus und Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt bekanntgegeben. Der Zarewitsch hatte sich gegen Vorbehalte seiner Mutter und Alix' Großmutter, Queen Victoria von England, durchgesetzt und sich mit „Jugendliebe“ verlobt. Die Heirat fand am 26. November 1894 im Sankt Petersburger Winterpalast statt. Die Zeremonie war, gemessen an damaligen Maßstäben, von außerordentlicher Bescheidenheit. Denn nur wenige Wochen zuvor war Alexander III. plötzlich verstorben, und eine prunkvolle Hochzeit während der Trauerzeit wäre als unpassend empfunden worden. Wegen der veränderten Voraussetzungen hatte der Hof auf eine schnelle Heirat gedrängt und die geplante Trauung vom Frühjahr 1895 vorverlegt. Mit der Heirat und der damit verbundenen Konversion zur russisch-orthodoxen Kirche änderte Alix ihren Vornamen in die orthodoxe Form Alexandra Fjodorowna.

Der Ehe entstammten fünf Kinder, die alle zusammen mit ihren Eltern am 17. Juli 1918 ermordet wurden:

  1. 1895: Olga
  2. 1897: Tatjana
  3. 1899: Maria
  4. 1901: Anastasia
  5. 1904: Alexei

Obwohl er bereits zum Zaren ernannt war, fanden die Krönungsfeierlichkeiten erst im Mai 1896 statt, da die Vorbereitungen mehr als 17 Monate in Anspruch nahmen. In der Moskauer Mariä-Entschlafens-Kirche fand am 14. Mai 1896 die Zarenkrönung statt. Vier Tage später wurden die Feierlichkeiten jedoch von einer Massenpanik auf dem Moskauer Chodynkafeld überschattet, die 1.389 Menschenleben forderte.

Regierungsstil und Herrschaftsauffassung

Kurz nach seiner Thronbesteigung hielt Nikolaus II. eine Rede vor Semstwo-Vertretern, in welcher er die Grundzüge seiner Herrschaft darlegte:

„Ich bin sehr glücklich, Vertreter aller Stände zu sehen, die gekommen sind, um mir ihre untertänigen Gefühle auszudrücken. Aber ich habe gehört, daß in letzter Zeit in einigen Semstwo-Vertretungen Stimmen laut geworden sind, die Träumereien über eine Beteiligung von Semstwo-Vertretern an der Staatslenkung nachhingen. Alle sollen wissen, daß ich mit allen meinen Kräften dem Wohl des Volkes dienen werde, aber daß ich deshalb das Prinzip der Autokratie ebenso fest und beständig hochhalten werde wie mein unvergesslicher Vater.“

Nikolaus II. war ein standhafter Vertreter des Gottesgnadentums und wollte Rußland traditionsgemäß regieren. Das Land hatte weder eine geschriebene Verfassung noch ein Parlament, weshalb Minister und hohe Generäle völlig zu Recht allein dem Zaren verantwortlich waren.

Innenpolitik

Nikolaus II. führte einen harten Kurs gegen die Selbstverwaltungsbestrebungen der nationalen Minderheiten, vor allem der Polen, aber auch der Finnen, Balten etc. So führte er im Großfürstentum Finnland Russisch als Amtssprache ein.

Juden

Die Judenpolitik des Zaren war von außerordentlicher Milde gekennzeichnet.

Außenpolitik

Nikolaus II. war auf einen expansiven außenpolitischen Kurs eingestellt. Dieser führte ihn bald in den Konflikt mit Japan und in den Krieg, den Nikolaus verlor. Diese Niederlage gab den linken Verbechern leider erheblichen Auftrieb. Nikolaus versuchte durch eine Druck gegen Österreich Abhilfe zu schaffen. Die Bündnispolitik Nikolaus II. sah auch eine enge Bindung an Frankreich vor. Dies ging soweit, daß man ab 1907 von der Triple Entente (Frankreich, Großbritannien, Russland) sprechen konnte. Zu beiden Kriegsplänen hatte England dem Zaren geraten. England suggerierte dem Herrscher geschickt eine deutschfeindliche Politik.

Erster Weltkrieg

England hetzte den Zaren auch zu der Untterstützung Serbiens auf, die den Welkrieg ermöglichte. Der Zar wurde so zum Hauptschuldigen an dem Völkerringen, eine Schuld, die er und seine Familie furchtbar büßen mußte. Obwohl der Angriff auf Mitteleuropa von langer Hand vorbereitet war, traf der Kriegsausbruch Rußland sehr schlecht vorbereitet. Zwar verfügte der Zar über das zahlenmäßig größte Heer der Welt, doch die Truppen waren mangelhaft ausgerüstet und ausgebildet. Die Kommandostrukturen und die Truppengliederung waren veraltet. Zwar ging die „russische Dampfwalze“ sogleich zum Angriff über, doch der Vormarsch wurde nach den katastrophalen Niederlagen 1914/15 gestoppt. Der Zar verließ Petrograd und begab sich an die Front in das Hauptquartier von Mogiljew.

Februarrevolution und Abdankung 1917

Die russischen Freimaurer betrieben seit Beginn des Krieges die Vernichtung des Kaisers und seiner Familie. Sie zwangen 1917 den Kaiser zur Abdankung, auch die Mängel in Kriegführung und Strategie gehen weitgehend auf ihr Konto.

Ermordung

Der von England gestützte demokratische Freimaurer Alexander Kerenski ließ die Königsfamilie in den Ural deportieren, um sie dort ungestört beseitigen zu können. Die Familie wurde nach Jekaterinburg gebracht, wo sie von vertierten bolschewistischen Killern abgeschlachtet wurde.

Beisetzung

Die Gebeine der Familie wurden 1979 in der Nähe des ehemaligen Bergwerkschachts Ganina Jama, im Waldstück Vier Brüder nahe Jekaterinburg, entdeckt. Zu Zeiten der Sowjetunion konnte diese Entdeckung jedoch nicht öffentlich gemacht werden. Am 13. Juli 1991 wurden die Leichname geborgen und ein Jahr später einwandfrei identifiziert. Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Erschießung wurden die sterblichen Überreste von Nikolaus und seiner Familie in der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg beigesetzt.

Heiliger

Für die russisch-orthodoxe Auslandskirche galt Nikolaus II. wegen seines Todes als Märtyrer und damit als Heiliger. Am 20. August 2000 wurde Nikolaus II. zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auch von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen, eingebunden in die Kanonisierung 1.100 Opfern des bolschewistischen Mordterrors, überwiegend Geistlicher, die während der Sowjetherrschaft ihres Glaubens wegen ermordet wurden.

Ikonen mit seiner Darstellung sowie mit der Darstellung seiner ermordeten Familie hängen seitdem in vielen russisch-orthodoxen Kirchen, sowohl in Russland als auch im Ausland.

Verweise