Zeittafel 1848

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1847

  • 10. Oktober 1847: Tagung masonistischer „Parlamentarier“ in Heppenheim.

1848

Frühjahr

  • Januar 1848: Nationalrevolutionäre Aufstände gegen die Herrschaft der spanischen Bourbonen in Süditalien (Sizilien) und gegen die der Österreicher in Norditalien (Mailand, Padua und Welsch Brixen) leiten die gesamteuropäische Phase der Revolutionen von 1848/49 ein.
  • 24. Februar 1848: Beginn der Februarrevolution 1848 in Frankreich und Ausrufung der Zweiten Republik. Ministerpräsident Francois Guizot tritt zurück. Der Bürgerkönig Ludwig Philipp dankt ab und geht ins Exil nach England.
  • 27. Februar 1848: Inspiriert von der Februarrevolution in Frankreich formuliert die Mannheimer Volksversammlung eine Petition an die Regierung in Karlsruhe mit sogenannten Märzforderungen und wird so zum Fanal der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes.

März

  • 1. März: Beginn der Märzrevolution in Baden mit der Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe.
  • 4. März: Beginn der Märzrevolution in Bayern mit Aufständen in München.
  • 5. März: Die Heidelberger Versammlung lädt zum Vorparlament.
  • 6. März: Beginn der Märzrevolution in Preußen mit ersten Unruhen in Berlin.
  • 9. März: König Wilhelm I von Württemberg berief auf Druck der Opposition statt des konservativen Joseph von Linden den Oppositionsführer Friedrich Römer zum Regierungschef und mehrere Liberale in die Regierung und setzte sie als Märzministerium ein.
  • 13. März: Beginn der Märzrevolution in Wien mit dem Sturm auf das Ständehaus; Rücktritt des Staatskanzlers Fürst Metternich, der nach England emigriert.
  • 15. März: Unter dem Eindruck von 20.000 Demonstranten bewilligt der Statthalterbeirat in Pest (heute Budapest), das oberste Verwaltungsorgan des ungarischen Teils des Kaisertum Österreich, die in „Zwölf Punkten“ formulierten Forderungen radikaler ungarischer Intellektueller um Sandor Petöfi[1] und macht das Königreich Ungarn damit faktisch zu einem selbständigen Staat.
  • 17. März: Mailand erklärt die Loslösung der Lombardei von Österreich und ihren Anschluß an das Königreich Piemont.
  • 18. März: Bei der Verlesung eines Patents König Friedrich Wilhelms IV. zu Reformen in Preußen kam es bei einer Versammlung vor dem Berliner Stadtschloß zum bewaffneten Kampf zwischen Bürgern und Militär. Während der Verlesung wurden revolutionäre Parolen laut. Zwei Schüsse lösten sich, ob beabsichtigt oder aus einem Mißverständnis, wurde nie geklärt. Es folgt ein Umschlagen der Stimmung der Demonstranten und der Einsatz des Militärs. Heftige Straßen- und Barrikadenkämpfe schlossen sich an und forderten mehrere hundert Tote.
  • 19. März: König Friedrich Wilhelm IV. wurde gezwungen, vor den auf dem Schloßhof aufgebahrten „Märzgefallenen“ zu erscheinen und seine Mütze zu ziehen. Am 21. März ritt er mit Schwarz-Rot-Goldener Schärpe durch Berlin und erklärte, er wolle Deutschlands Freiheit und Einigkeit.
  • 20. März: Abdankung des bayerischen Königs Ludwig I. zugunsten seines Sohnes Maximilian II. infolge der Unruhen in München und anderen Städten Bayerns.
  • 18.-22. März: Der Volksaufstand in Mailand gegen die Herrschaft Österreichs in der Lombardei führte zum ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg zwischen Österreich und Sardinien-Piemont, dessen Truppen die oberitalienischen Revolutionäre unterstützen.
  • 23. März: Revolution in Venedig – Daniele Manin rief die Unabhängigkeit von Österreich aus und erklärt die Stadt zur Republik.
  • 31. März bis 3. April: Das Vorparlament tagte in Frankfurt/Main.
  • Anfang April: Beginn der Schleswig-Holsteinischen Erhebung infolge der nationaldeutschen Aufstände in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Sowohl deutsche als auch dänische Nationalliberale beanspruchten das Herzogtum Schleswig, welches formal noch als königlich-dänisches Lehen in Personalunion mit Dänemark stand.

April/Mai

  • 12. April bis 20. April: Der republikanisch motivierte Heckerzug in Baden wird am 20. April im Gefecht auf der Scheideck bei Kandern im Schwarzwald niedergeschlagen, Generalleutnant Friedrich von Gagern fällt als Befehlshaber der Bundestruppen. Friedrich Hecker geht ins Exil.
  • April–Mai: Aufstand der Posener Polen gegen die preußische Vorherrschaft unter Führung von Ludwik Mieroslawski
  • 15. Mai: Zweiter Wiener Aufstand
  • 17. Mai: Kaiser Ferdinand I. flieht unter dem Druck der revolutionären Unruhen aus Wien nach Innsbruck.
  • 18. Mai: Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche, des ersten gesamtdeutschen demokratisch gewählten Parlaments; es soll die deutsche Einheit vorbereiten und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat ausarbeiten.

Juni/Juli

  • 2. Juni–12. Juni: Der Slawenkongress tagt in Prag und fordert die Umwandlung der Donaumonarchie Österreich „in einen Bund von gleichberechtigten Völkern“.
  • 16. Juni: Niederschlagung des Prager Pfingstaufstandes durch österreichische Truppen
  • 24. Juni: Niederschlagung des französischen Juniaufstands in Paris. Danach erstarkt auch in den Staaten des Deutschen Bundes die Konterrevolution und zwingt die Revolutionäre zunehmend in die Defensive.
  • 25. Juli: Die norditalienischen Aufständischen unter Führung von Sardinien-Piemont unterliegen den österreichischen Truppen in der Schlacht bei Custozza.

August/Oktober

  • 9. August: Waffenstillstand zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
  • 26. August: Waffenstillstand zwischen Preußen und Dänemark. Die Nationalversammlung muß dem Vertrag von Malmö letztlich am 16. September zustimmen und offenbart so ihre eigene Machtlosigkeit. Die Krise führt zu neuen Unruhen in Frankfurt am Main (Septemberrevolution) und weiteren deutschen Städten.
  • 12. September: Der republikanische Nationalistenführer Lajos Kossuth wird Ministerpräsident in Ungarn. Dem österreichischen Kaiser wird der Titel „König von Ungarn“ verwehrt. Es kommt zu nationalrevolutionären Unruhen gegen die Vorherrschaft Österreichs.
  • 18. September: Barrikadenkämpfe gegen preußische und österreichische Truppen in Frankfurt: Septemberrevolution
  • 21.–25. September: 2. badischer Aufstand in Lörrach; Gustav Struve, der am 21. September die deutsche Republik proklamiert, wird im Anschluss daran verhaftet.
  • 6.–31. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand wird nach knapp vier Wochen von kaiserlichen Truppen unter Fürst Windischgrätz blutig niedergeschlagen.

August/Oktober

  • 9. November: Robert Blum, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wird im Zuge der Vergeltungsmaßnahmen gegen die österreichischen Revolutionäre in Wien unter demonstrativer Missachtung der parlamentarischen Immunität standrechtlich erschossen.
  • 21. November: Konstituierung des CentralMärzvereins als deutschlandweite republikanische Organisation durch Abgeordnete verschiedener Fraktionen der demokratischen Linken in der Frankfurter Nationalversammlung
  • 2. Dezember: Der österreichische Kaiser Ferdinand I. dankt ab und überläßt den Thron seinem Neffen Franz Joseph I.
  • 27. Dezember: Die Nationalversammlung in Frankfurt verabschiedet die Grundrechte.


1849

Frühjahr

  • Februar–März: Neue Aufstände in einigen österreichischen Gebieten Oberitaliens, insbesondere der revolutionäre Putsch gegen Großherzog Leopold II. in der Toskana, führen zu einem weiteren Krieg zwischen Österreich und Sardinien-Piemont.
  • 23. März: Erneute Niederlage der oberitalienischen Revolutionäre und Sardinien-Piemonts gegen die österreichische Armee in der Schlacht bei Novara
  • 28. März: Die Nationalversammlung verabschiedet nach vielen kontroversen Debatten die Paulskirchenverfassung.
  • 3. April: Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnt die ihm von der Nationalversammlung (Kaiserdeputation) angebotene Kaiserkrone ab. Damit sind deutsche Einheit und Paulskirchenverfassung gescheitert.
  • 14. April: Ungarn erklärt seine Unabhängigkeit von Österreich und ruft die Republik aus. Darauf kommt es zum ungarischen Unabhängigkeitskrieg gegen Österreich.
  • Auflösung des Rumpfparlaments am 18. Juni 1849 in Stuttgart: Württembergische Dragoner treiben die Demonstration der ausgesperrten Abgeordneten auseinander (Buchillustration von 1893).

Sommer

  • Mai: In den Maiaufständen beginnt die Reichsverfassungskampagne mit dem Versuch, die Verfassung in einigen Staaten und Regionen des Deutschen Bundes doch noch durchzusetzen – und darüber hinaus einzelne Republiken zu installieren. Die Konfrontation zwischen Revolution und Reaktion führt in einigen Staaten zu einer bürgerkriegsähnlichen Eskalation. Neben Sachsen und Baden sind beispielsweise auch die preußische Rheinprovinz und die angrenzende Provinz Westfalen (→Iserlohner Aufstand von 1849 und Revolution von 1848/49 in Westfalen) sowie die bayerische Rheinpfalz (Pfälzischer Aufstand) Zentren entsprechender Aufstände.
  • * 3.–9. Mai: Die Ausrufung einer sächsischen Republik scheitert im Dresdner Maiaufstand, der von preußischen Truppen niedergeschlagen wird.
  • * 11. Mai: Meuterei der badischen Garnison in Rastatt: Beginn des Badischen Maiaufstands.
  • * 13. Mai: Großherzog Leopold von Baden verläßt das Land.
  • 1. Juni: In Baden wird die Republik ausgerufen. Lorenz Brentano übernimmt den Vorsitz der provisorischen Regierung. Preußische Truppen beginnen, gegen Baden vorzurücken.
  • 6.–18. Juni: Das Rumpfparlament als verbliebener Rest der Nationalversammlung tagt in Stuttgart, es wird am 18. Juni von württembergischen Truppen aufgelöst.
  • 23. Juli: Einnahme Rastatts durch preußische Truppen, Ende der Badischen Revolution und symbolischer Endpunkt der Deutschen Revolution 1848/49

Aftermath

  • 6. August: Mailänder Friedensvertrag zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
  • 23. August: Österreichische Truppen schlagen die revolutionäre Republik Venedig nieder. Oberitalien ist wieder in österreichischer Hand.
  • 3. Oktober: Die letzten ungarischen Revolutionäre kapitulieren gegenüber den Österreichern in der Festung Komorn.

Verweise


Einzelnachweise

  1. U. a. ein von Wien unabhängiges Ministerium und eigenständiges ungarisches Parlament, Abzug aller österreichischen Truppen aus Ungarn, den Aufbau einer ungarischen Nationalarmee und die Schaffung einer Nationalbank.