Zweinaturenlehre

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Die christliche Zweinaturenlehre beschäftigt sich mit den beiden in Jesus Christus aufscheinenden Naturen, der menschlichen und der göttlichen Natur.


Die altkirchlichen Konzilien

Die Konzilien von Nikäa und Konstantinopel hatten die Trinitätslehre fixiert. Der Arianismus wurde als vor allem dieser Trinitätslehre widersprechend abgewiesen. Jesus Christus ist „homoousios“, das heißt wesensgleich mit Gott(vater). Die Arianer hatten von „homoiousios“, also „wesensähnlich“ gesprochen. Jesus Christus muß als wahre Selbstoffenbarung Gottes gesehen werden.

Nun drängte die Frage nach dem Verhältnis von göttlicher und menschlicher Natur in Christus immer stärker in den Vordergrund. Das Konzil von Chalkedon verwarf den Monophysitismus, wonach das Göttliche und das Menschliche eine vermischte gott-menschliche Natur bilden, sowie den Dyophysitismus, wonach das Göttliche und das Menschliche in Jesus geschieden sind.

Jesus Christus ist nach der Lehre von Chalkedon „wahrer Gott“[1] und „wahrer Mensch“[2] zugleich. Dies wurde dadurch ausgedrückt, daß man von zwei „Naturen“ sprach, einer göttlichen und einer menschlichen. Beide sind in Christus unwandelbar, ungetrennt, ungeteilt und unvermischt.

Der Hl. Atanasius verteidigte die Wesensgleichheit des Vater mit dem Sohn. Dem Irrlehrer Arius, der meinte, daß Gott zur Schaffung der Welt ein Mittelwesens bedurfte, entgegnete Atanasius, daß Gott weder so ohnmächtig sei, daß er ohne ein Mittelwesen nicht schaffen könne noch so hochmütig, daß er ohne daßelbe nicht schaffen wolle. Wörtlich sagte Atanasius: „Der Name Sohn schließt den Begriff des Gezeugtsein in sich; gezeugt sein aber heiße nicht aus dem Willen, sondern aus dem Wesen des Vaters hervorgehen.“[3]

Weiters ist Atanasius auch in der Logoslehre bedeutend. „Wir wären nicht erlöst worden, wenn nicht Gott selbst in die Menschheit eingegangen, Christus also nicht Gott wäre. Indem der Logos als Gott eine menschliche Natur mit sich vereinigte, hat der die Menscheit selbst vergöttlicht, und indem er für sich den Tod überwand, hat er ihn für uns alle überwunden; hätte er aber den Vorzug, Gott zu sein, nicht von Natur, sondern durch Mitteilung gehabt, so hätte er ihn nicht weitergeben können.“[4]

Dem Heiligen Atanasius wird das „Atanasische Glaubensbekenntnis“ zugeschrieben.


Verweise


Einzelnachweise

  1. Zweite Person der hl. Trinität
  2. Mariensohn
  3. vgl. Altaner/Stuiber, Patristik
  4. ebd.